spacer
spacer
   Startseite arrow Städte arrow Vom Entdecken und Träumen auf Usedom
| über Seenland | Veranstaltungskalender | Tourberichte | Bestellung & Abo |
Magazininhalt
Startseite
Seenplatte
Ostsee
Leipzig & Lausitz
Tourberichte
Wassersport
Extras
Empfehlungen
Touristeninformation
Tourenplanung
Urlaub buchen
Hotels
Ferienhäuser
Nutzungshinweis
Newsletter






 

Vom Entdecken und Träumen auf Usedom
Diesen und weitere Artikel
finden Sie im Magazin Seenland
|| Kathleen Bendick
Auf der Sonneninsel Usedom laden Seebäder und Achterland zum Entspannen ein.
Die Seebrücke in Heringsdorf ist mit ihren 508 Metern die längste Seebrücke Deutschlands und ersetzt die ursprüngliche Kaiser-Wilhelm-Brücke.
Die Promenade in Zinnowitz zeigt, was Bäderarchitektur bedeuten kann.Foto: www.usedom.de
Die Promenade in Zinnowitz zeigt, was Bäderarchitektur bedeuten kann.Foto: www.usedom.de
Die zweitgrößte Insel Deutschlands trägt den liebevollen Beinamen „Badewanne Berlins“. In der Badewanne kann jeder Kapitän sein, den Gedanken freien Lauf lassen – genauso wie auf Usedom.
In der sonnenreichsten 445 Quadratkilometer großen Region Deutschlands kann ein jeder einen Schatz für sich entdecken. So erfreut sich der Naturforscher und Biologe an den Biotopen im Hinterland, an den Naturschutzgebieten Peenemünder Haken mit Struck und Ruden oder an den vielen Mooren und Moorseen. Der entspannungsbedürftige Urlauber hingegen lässt sich vom 42 Kilometer langen Sandstrand und der sehr guten Badewasserqualität einladen. Auch Kunstinteressierte, Spaziergänger oder Kulturliebhaber werden das erleben, was sie sich erhoffen.
Zu Zeiten der DDR war die Ostsee ein Urlaubsziel wie heute Ita-lien oder Spanien. Die Anfänge der märchenhaften Bäderarchitektur liegen jedoch bereits im 19. Jahrhundert. Was heute noch zahlreichen Touristen als prächtige Villen und typische Bäderarchitektur begegnet, waren damals Häuser, die ausschließlich dem Aufenthalt während des Sommerurlaubes dienten. So musste diese Häuserarchitektur auch keinen standesgemäßen Zwängen entsprechen, wie das sonst üblich war. Jeder Bauherr konnte, solange das Geld reichte, sein Traumhaus bauen. Es entstanden auffällige herrschaftliche Villen. Je reicher ein Besitzer war, des-to prächtiger war auch der Ausbau seiner Sommerresidenz. Da sie so vielseitig und keinem Zwang untergeordnet waren, fi nden sich heute auf Usedom viele verschiedene Baustile, die man schließlich unter dem Begriff Bäderarchitektur zusammenfasste. Noch immer lassen sie durch ihr märchenhaftes Äußeres die Besucher unbewusst spüren, dass man wirklich im Urlaub ist.
Wilhelminische Bäderarchitektur
Der Badebetrieb begann 1825 mit Heringsdorf und Swinemünde, denen schon bald Koserow, Zinnowitz und Ahlbeck folgten. Seit dieser Zeit galt, dank der von Berlin direkt auf die Insel führenden Bahnlinie, der Begriff „Kaiserbäder“.
Heute zählen nur noch Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin dazu. Dorthin locken sie gar kaiserlich noch immer: die verschiedensten Baustile unterschiedlicher Epochen. Blaue, goldene oder weiße Schlösschen, Herrensitze und Villen imponieren mit barocken Putten, Reliefdarstellungen, prächtigen Giebeln, Freitreppen und vielem mehr. Im größten Seebad Ahlbeck steht außerdem die einzige erhaltene Holzseebrücke Deutschlands. Das hölzerne Gaststättengebäude mit seinen vier Türmchen lädt den Entdecker ein,
einmal selbst Platz zu nehmen in dem 1898 eröffneten Zeugnis der Wilhelminischen Bäderarchitektur und dem Loriot-Drehort zu „Pappa Ante Portas“.
Die längste Seebrücke Kontinentaleuropas
Im angrenzenden Heringsdorf verkehrte speziell zu Gründerzeiten nur die Oberschicht. Bei den Reisen waren damals doch verhältnismäßig enge Grenzen gesetzt.
Heute hat Heringsdorf einen für jedermann offenen Stadtcharakter. Auf engstem Raum findet sich alles, was man alltäglich braucht. Weniger alltäglich ist das sehenswerte Theodor-Fontane-Haus. In einer Nebenstraße versteckt, gleicht seine rotgelbe Fassade einem herbstlichen Wald. Hier verbrachte der Dichter ruhige Stunden und ließ sich zu seinen Werken inspirieren. Die Seebrücke konnte er damals noch nicht bewundern. Doch heute sollte ein Besucher der Stadt die 508 Meter lange Seebrücke nicht einfach ignorieren. 1998 erbaut ist diese zwar noch sehr jung, aber die längste Seebrücke Kontinentaleuropas. Vor der Seebrücke beginnt außerdem eine Promenade vorbei an Villen und Dünen und führt direkt nach Bansin.
Nach knappen vier Kilometern angekommen, erwarten Fischerhütten und alteingesessene nordischkühle Fischer, entdeckt zu werden. Hier in Bansins „Alter Feuerwehr“ versteckt, offenbart
heute als Museum das „Hans Werner Richter Haus“ das Leben der Gruppe 47. Aufklärung der Menschen zur Demokratie nach dem Hitlerregime war ihr größtes Ziel, doch die Zeitschrift „Der Ruf“ wurde von der US-amerikanischen Militärregierung verboten. Da es die Gruppe 47 dennoch schaffte, fester Bestandteil im bundesdeutschen Literaturbetrieb zu werden, ist der Besuch für jeden Entdecker schon fast ein Muss. Nach soviel Input und Bewegung hat man sich die profane Erholung mehr als verdient. Weiter westlich laden dazu die Bernsteinbäder ein. Eines davon ist Ückeritz. Durch seinen Wald, der sich zu beiden Seiten erstreckt, führt ein Naturlehrpfad und macht auf manch Übersehenes der Flora und Fauna aufmerksam.
In den Salzhhütten in Koserow kann man andererseits seinen hungrigen Magen beruhigen, bevor man sich aufmacht in die dort stehende älteste Kirche der Usedomer Ostseeküste. Hier schrieb der Pfarrer Wilhelm Meinhold den Roman „Bernsteinhexe“, der seine Leser zurück in die Zeit des Hungers, Leids und der Angst e versetzt. Theaterinteressierte können ihn hautnah erleben, den Dreißigjährigen Krieg, aufgeführt in der Koserower Kirche selbst.
Auf dem Weg von der Kirche zum Strand stolpert man unwillkürlich über den Vinetastein. Vineta soll eine Stadt der Heiden voll Wohlleben, Gottlosigkeit und Hochmut gewesen sein. Durch die Christianisierung Pommerns wurde sie schließlich zerstörtund ging im Meer unter. Zeitgenössische Chronisten und Geografen bestätigten diese Theorie häufig, doch wissenschaftlich geklärt ist ihr Dasein bis heute nicht. Trotzdem will jeder davon profitieren, und so erstreckt sich der Zauber Vinetas über die ganze Insel. Daher darf der Vinetafindling auch in Koserow nicht fehlen.
Lüttenort hingegen muss gefunden werden. Es befindet sich in der Gemarkung Koserow an der schmalsten Stelle zwischen Ostsee und Achterwasser. Diesen Ort schuf der Künstler Otto Niemeyer-Holstein 1933, als er auf die Insel fl üchtete. Niemeyer-Holstein hatte 1917 in der Schweiz begonnen zu malen, reiste viele Jahre ruhelos durch Europa, studierte, sammelte Kunsteindrücke und lebte vornehmlich in Berlin. Da seine Schwiegermutter und Ehefrau jüdischen Glaubens waren, wurde diese Idylle schließlich durch die NS-Zeit beendet. Mit seinem Boote und einem Eisenbahnwaggon flüchtete Niemeyer-Holstein auf die Insel und nutzte hier gut versteckt die geografischen Gegebenheiten zum Überleben. Geregelt durch sein Testament, wurde dieser Ort 1984 Museum. Das Besondere daran ist, dass hier alles so geblieben ist, wie es war. Man kann also eintauchen in die eigene Welt eines Malers und schauen, wie er gelebt und gewirkt hat.
Schmetterlingsfarm in Trassenheide
Weiterfliegen können die Gedanken anschließend auf Euro-pas größter Schmetterlingsfarm in Trassenheide, bevor man sich ganz dem Vinetafi eber in Zinnowitz hingibt. Verschiedene Feste, die mittlerweile zur Tradition geworden sind, locken hier ganzjährig die Touristen mit Geschichte, Kunst und Kultur. Neben den weißen Villen und typischen Strandkiefern soll es hier gelegen haben: das Venedig der Ostsee. Zinnowitz ist die Vinetastadt auf Usedom. Seit nicht allzu langer Zeit kann man an der Seebrücke in der neuen Tauchgondel abtauchen und selbst schauen, was sich tatsächlich unter der Meeresoberfläche verbirgt. Ein U-Boot wird man aber sicher nicht mehr sehen.
Seit 1996 ist Usedom nämlich wieder ganz militärfrei. Die letzten militärischen Reste sieht man nur noch in Peenemünde. Es ist der Ort, an dem ab 1936 Wernher von Braun die Raketen V1 und V2 entwickelte. Hier befinden sich das U-Boot-Museum und das Raketen-Museum. Diese Orte sind düster, aber lehrreich. An Regentagen empfiehlt sich ein Ausflug in die Museen. An Sonnentagen braucht man keine Lehrtafel.
Egal ob Strand, Architektur, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen oder Lehrpfade – Usedom ist eine Schatzinsel, auf der jeder seinen Reichtum für sich entdecken kann.
 
 
< Zurück   Weiter >
| Impressum | Kontakt | Mediadaten | Presse |
spacer
Magazin Bestellung
Tourenplanung
Seenland-Touren

 
(C) 2010 Magazin Seenland
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.