Urlaub auf blauen Wellen

Geschrieben von Jan Peterson

Solange der Kapitän alles im Blick hat, kann sich der Rest entspannen.

Wir wagen die lange Reise durch das dichte Gewässernetz von Rheinsberg über Berlin bis nach Bad Saarow.

Seit nunmehr drei Jahren stehen die Schiffe von Connoisseur ab der Basis Marina Wolfsbruch für Törns auf den mecklenburgischen und märkischen Gewässern bereit. An einem Septembermorgen treffen wir zu viert hier ein, um endlich unsere lang geplante Tour von Rheinsberg über Berlin und Bad Saarow bis Potsdam in die Tat umzusetzen. Unser Boot ist die neueste Errungenschaft der Connoisseur-Flotte: die Elegance, der große Bruder der Caprice. 

Die sehr geräumigen Boote verfügen über drei Doppelkabinen und heben sich durch ihre geschwungene Form von anderen Bootstypen auf den hiesigen Gewässern angenehm ab. Mit gut 13 Meter Länge lässt sich das Boot in weiten Teilen des Reviers auch für ungeübte Bootsfahrer mit dem sogenannten Charterschein, also führerscheinfrei navigieren.

Heimatbasis der Connoisseur in der Marina Wolfsbruch.

Am Freitagnachmittag erreichen wir die Zufahrt zur Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang, unweit von Rheinsberg. Der Hafenmeister weist uns nach der Anmeldung einen Parkplatz zu, und sofort können wir unser Gepäck in die bereitstehenden Transportwägelchen verstauen und unser Boot beladen. Auf der rechten Seite des langen Mittelsteges ist die Elegance fest vertäut. Das Beladen des Bootes geht schnell und problemlos dank der Sitz­ecke, die achtern durch eine große Schiebetür mit dem Salon des Schiffes verbunden ist. Nachdem uns die Mitarbeiter von Connoisseur eingewiesen haben, starten wir unseren Törn.

Die erste Etappe führt über die Schleuse Wolfsbruch bis zur Schleuse Strasen, die wir kurz vor Betriebsende passieren. Fünfhundert Meter weiter legen wir an der Marina des Naturferiendorfes Strasen an. Die neuerrichtete Marina ist voll betriebsbereit inklusive einem Wirtschaftshof, der künftig auch die geplanten Ferienimmobilien versorgen wird. Die Anlage verfügt über komfortable Schwimmstege mit begehbarem Ausleger für bis zu 28 Boote. Die Wassertiefe am Anleger beträgt 3,50 Meter und ist optimal geeignet für Bootslängen bis zwölf Meter. Aber auch mit unserer 13 Meter langen Elegance können wir bei ruhigem Wetter festmachen. Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser sind ebenso vorhanden wie Duschen, WCs, Wäscheservice und Sauna. Das Abendessen nehmen wir auf der herrlich gelegenen Terrasse des Hotels Zum Löwen im nahen Strasen ein.

Samstag: Regow

Um acht Uhr schellt der Wecker. Bei strahlend blauem Himmel fällt keinem das Aufstehen schwer, sodass wir um neun Uhr die erste Schleusung zusammen mit einer Pinichette unter dem Kommando eines Schweizer Skippers nehmen können. Wir kommen während der Schleusung schnell ins Gespräch und hören gern, wie begeistert sie von ihrer bisherigen Reise durchs Seenland berichten. Im Konvoi fahren wir entlang der Steinhavelmühle auf den Röblinsee.

Schleusen unterbrechen die Fahrt nach Berlin in regelmäßigen Abständen und bieten Gelegenheit für einen Landgang.

Vor uns liegt die Schleuse Fürstenberg, und wir haben wieder Glück. Die Schleusenwärterin öffnet extra für uns und unsere Schweizer Begleiter die Tore noch einmal, und wir fahren anscheinend recht fachmännisch in die Schleusenkammer. Jedenfalls kommentiert die Frau unser Manöver mit den Worten: Gelernt ist gelernt! An der Wasserstadt Fürstenberg mit ihrem Barockschloss, dem Brandenburger Forstmuseum und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück führt heute unsere Tour leider nur vorbei.

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