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Die Boltenhagener halten bei der Ortsgestaltung den Ball flach, sodass Natur und Urlaubsangebote eine idyllische Symbiose bilden.
„Idyllisch“ ruft man in Gedanken und stellt beschämt fest, wie oft man dieses Wort bereits gebraucht hat. Künftig wird man sorgsamer von Idylle sprechen, denn nun gibt es einen würdigen Vergleich: Boltenhagen. Der Ortsname mag in der Anfangseuphorie nicht so recht zu diesem Ort passen, der bewusst unentschieden zwischen Bauern- oder Küstenstädtchen und Ostseebad schwankt. Schnell ist die Seele aber angekommen, fühlt sich heimisch und findet den Ortsnamen sogar recht pas-send, betont er doch gerade die Elemente, die einem schnell lieb werden: die niedrigen Häuser, von denen keines höher ist als die umgebenden Bäume, der Verzicht auf gigantomanische Freizeitkomplexe, die Ruhe und Natürlichkeit, die allen Straßen und Gassen innewohnt. Boltenhagen ist ein moderner Ort, der jedoch immer noch den Charme eines Küstenstädtchens aus dem
 Der feinsandige Strand von Boltenhagen lädt besonders Familien zum Baden ein. Foto: Seenland/Diesing 19. Jahrhundert ausstrahlt.
So ruhig und gelassen, wie der Ort heute wirkt, verlief auch seine Geschichte. Seit der Jungsteinzeit ist die Gegend besiedelt, seit dem 7. Jahrhundert ist das fast durchgängig bewaldete Gebiet in slawischer Hand. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts lassen sich zunehmend mehr deutsche Siedler hier nieder; bereits 1325 wird der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt, doch Boltenhagen bleibt ein ruhiges Fischerdorf fernab der großen Ereignisse der Geschichte. 1803 ließ der Graf von Bothmer erstmals seinen herrschaftlichen Badekarren an einer ruhigen Strandbucht bei Boltenhagen aufstellen – damit begann die allgemeine Anerkennung Boltenhagens als Ferienort.
Neue Marina im idyllischen Boltenhagen
Aber erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte ein zurückhaltender Tourismus ein, die Gäste kamen anfangs bei den Bauern unter oder mieteten ein Zimmer im 1845 erbauten „Hotel Großherzog von Mecklenburg“. Bewusst setzten sich die Boltenhagener vom Glamour und Luxus der anderen Ostseebäder ab. Seebrücke, Kurpark, Therme, Kurhalle, zahlreiche Wanderwege und herrlichen Strand mag es auch anderswo geben – aber nirgends sonst findet sich alles so idyllisch vereint wie in Boltenhagen.
Mit der neuen Marina wird Boltenhagen auch für Wasserurlauber noch interessanter. Ab der Saison 2008 gibt es etwa 300 Liegeplätze mit allem Komfort, den erfahrene Segler von einer solchen Anlage erwarten können. Mit der neuen, modernen Marina wird an der mecklenburgischen Ostseeküste das bisherige Angebot dänischer und schleswig-holsteinischer Häfen sinnvoll ergänzt und hier in Boltenhagen die lange erwarteten, zusätzlichen Liegeplätze in der Kette der Ostseehäfen zwischen Lübeck und Rügen geschaffen.
Diese für den Aufbau eines naturverbundenen Tourismus idealen Gegebenheiten haben den Weg zur Nutzung des ehe
maligen Militärgebiets auf der Tarnewitzer Halbinsel als Marina und Ferienresort geebnet. Das Ferien-Ensemble wird unter der gemeinsamen Dachmarke „Weiße Wiek“ geführt und vervollständigt mit der Erweiterung der ohnehin vielseitigen Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung so das Bild eines prosperierenden Küstenstädtchens.
Weiße Wiek
Ab der Saison 2008 wird das touristische Angebot Boltenhagens mit der Eröffnung des Dorfhotels und des Iberotels nochmals attraktiv erweitert.
Wer die Freizeit gern nach dem Kalender gestaltet, sollte sich das 17. Boltenhagener Seebrückenfest am 2. August und die Deutschen Meisterschaften im Windsurfen vom 22. bis 24. August vormerken. Das 205-jährige Bestehen als Urlaubsort, das dereinst mit Graf von Bothmer seinen Anfang nahm, feiern die Boltenhagener mit zahlreichen Veranstaltungen, die sich über das gesamte Jahr verteilen. Sowohl inner- und außerhalb der Saison als auch inner- und außerhalb des Ortes bietet das pittoreske Städtchen jederzeit und allerorten Entdeckungen für Erholungssuchende, für Familien, Land- und Wassersportler und alle großstadt- und hektikmüden Urlauber.
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