Close
Ankerplätze mit Wildnisfaktor

Ankerplätze mit Wildnisfaktor

Mitten in der Natur der Mecklenburgischen Seenplatte den Anker fallen zu lassen, erzeugt ein wundervolles Gefühl von Freiheit auf dem Wasser. Darum sind gute Ankerplätze echte Geheimtipps. Unser Autor verrät seine Favoriten in der Kleinseenplatte. Aber bitte nicht weitersagen …

Drewensee bei Ahrensberg

Wo bei Ahrensberg die Havel den Drewensee durchfließt, bietet sich dem Wasserwanderer ein hervorragender Ankerplatz. Das Westende des Sees bildet zwischen der „Rast beim Fischer“ und der Halbinsel eine gut geschützte Bucht. Die Ahrensberger Hausbrücke und das gute Essen beim Fischer haben dem kleinen Ort schon eine gewisse Bekanntheit beschert. Wer hier ankert, kann den Blick auf die berühmte Brücke genießen und hat nur einen kurzen Weg, um sich einen kleinen Imbiss zu genehmigen. Die Bucht hat durchaus Platz für mehrere Boote, ohne sich zu nahe zu kommen. Sollten sich aber doch schon vier oder fünf Boote für eine Übernachtung eingefunden haben, gibt es noch eine Alternative auf der anderen Seite der Brücke auf dem Finowsee, ein kleines Stück flussabwärts. Der See ist kaum mehr als eine Havelausbuchtung, bietet aber einen lauschigen Ankerplatz mit Blick auf durchreisende Havelschiffer.

Zwei Zahlen zum Drewensee bei Ahrensberg:
Fläche: 256 ha
max. Tiefe: 9 m

Ellbogensee bei Strasen

Der Büffelhof in Strasen zählt zu den beliebtesten Restaurants in der Seenplatte. Büffelbratwurst und Büffelbier sind grandios und legendär. Hin und wieder kehren hier sogar echte Havel-Piraten ein. Um per Boot zu dieser Büffeloase zu gelangen, sind Pfiffigkeit, Glück und Abenteuerlust nötig. Es gibt zwei bis drei versteckte Stellen am Nordwestufer des Ellbogensees, von denen aus zu Fuß zunächst das bewaldete Steilufer überwunden werden muss, dann folgt am Feldrain entlang noch eine Wanderung in Richtung Strasen. Wem das zu viel ist, der kann auch außerhalb des Wartebereichs vor der Schleuse Strasen anlegen, doch auch hier sind die Plätze begrenzt. Im Übrigen eignen sich die Plätze am Seeufer auch für längeres Ankern. Tagsüber können von hier aus gut die Boote beobachtet werden, die auf der Wasserstraße zwischen Müritz und Havel unterwegs sind. Nachts ist es wunderbar ruhig.

Zwei Zahlen zum Ellbogensee bei Priepert:
Fläche: 155 ha
max. Tiefe: 17 m

Ziernsee bei Kleinmenow

Steigender Beliebtheit erfreuen sich die Ankerplätze am nordwestlichen Ufer des Ziernsees. Hier gibt es in Ufernähe mehrere offene Stellen im Bewuchs, die sich perfekt für entspannte Urlaubstage eignen. Zudem verläuft am Ufer ein schmaler Wanderpfad, so dass auch Landausflüge kein Problem sind. Die lohnen sich besonders, da wenige hundert Meter östlich der ruhige „Campingplatz am Ziernsee – Haveltourist“ liegt, von dem an den Ankerstellen nichts zu hören ist. Der Skipper kann also bequem seine Crew dorthin beordern, um kalte Getränke, Eis oder frische Brötchen fürs Käptensdinner zu besorgen. Es empfiehlt sich, die Frühstücksbrötchen jeweils am Vortag im Campingplatzkiosk vorzubestellen.

Zwei Zahlen zum Ziernsee bei Kleinmenow:
Fläche: 110 ha
max. Tiefe: 12 m

HAUSSEE BEI HIMMELPFORT

Wer vom Stolpsee in die Einfahrt zur Himmelpforter Schleuse fährt, sieht backbord den hervorragenden Wasserwanderplatz Himmelpfort, der bestens gepflegt ist und per Parkticket am Automaten bezahlt wird. Wer hier anlegt, kann in Ruhe Himmelpfort mit seiner Klosterruine und den zahlreichen Einkehrmöglichkeiten erkunden. Leider sind die Anlegestellen begehrt und in der Saison braucht es schon etwas Glück, um dort einen Platz zu bekommen. Für Mannschaften, die keine Angst vor nassen Füßen haben und deren Boot wenig Tiefgang hat, gibt es eine Alternative. Nach der Schleusung hinüber zum Haussee können kundige Skipper nahe des sumpfigen Südufers auf Höhe der abgestorbenen Bäume ankern und sich bei Bedarf auch zu Fuß durch den Wald zurück nach Himmelpfort durchschlagen. Diese Variante ist für echte Abenteurer, denn die ersten Meter vom Ufer bis zum Waldweg sind durchaus morastig! Alle, die diese Herausforderung meistern, können sich dann aber in Himmelpfort im „Frosch und Fisch“ belohnen. Das Restaurant zählt mit seiner raffinierten französisch-mecklenburgischen Küche in der Gegend zu den außergewöhnlichen Lokationen.

Zwei Zahlen zum Haussee bei Lychen:
Fläche: 50 ha,
max. Tiefe: 5 m

Für alle, die einen sicheren Hafen bevorzugen, empfehle ich die Hafenführer für Hausboote für Mecklenburg und Brandenburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close