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Graal-Müritz: Ein Wald am Strand

Graal-Müritz: Ein Wald am Strand

Graal-Müritz grenzt an die Ostsee und die Rostocker Heide. Nicht nur der Strand auch das größte zusammenhängende Küstenwaldgebiet Deutschlands lohnt einen Besuch.

Das Ostseeheilbad Graal-Müritz entwickelte sich bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus den beiden einstmals eigenständigen Gemeinden Graal und Müritz zu einem beliebten Kur- und Badeort. Reetgedeckte Budnerhäuser sowie Hotels und Pensionen im Bäderstil prägen noch heute den Ort. Am fünf Kilometer langen Sandstrand und auf der Seebrücke spürt man die klare Luft der Ostsee und der Rostocker Heide, des größten geschlossenen Mischwaldes Norddeutschlands. Die Heide liegt zwischen Graal-Müritz, Ribnitz Damgarten und Rostock und umfasst neben der großen Waldfläche auch einige Dörfer. Nachdem ein Teil des Waldgebietes bis 1991 vom Militär als Truppenübungsplatz genutzt wurde, erreichten Umwelt- und Naturschützer, dass er heute wieder frei zugänglich ist. Seit 1996 ist er Landschaftsschutzgebiet und einige Abschnitte sind außerdem zu Naturschutzgebieten erklärt worden. Fachwerkhäuser mit Reetdächern, aber vor allem idyllische Wald- und Feldlandschaften, sind typisch für das Areal. In erster Linie prägen Wiesen, Moore, Kiefern- und Buchenwälder die Landschaft. Gleichwohl gibt es auch seltene Pflanzenarten zu entdecken: zum Beispiel Stechpalmen oder die amerikanische Roteiche. In der Tierwelt sind hier Eisvögel, Hirschkäfer sowie Wildschweine und Rothirsche zu Hause. Eine Besonderheit ist die selten gewordene Kreuzotter, die man sofort an dem typischen Zickzackmuster auf dem Rücken erkennen kann.
 

Die Region lässt sich besonders gut mit dem Fahrrad erkunden, denn durch das ganze Gebiet, von Hohe Düne (Rostock) bis Graal-Müritz, zieht sich ein Radwanderweg; das Gesamtwegnetz der Heide beträgt etwa 60 Kilometer. Breite Waldwege und -schneisen laden aber auch zum Wandern und Walken ein.

Das Jagdschloss Gelbensande
Südöstlich der Rostocker Heide befi ndet sich das rustikale Jagdschloss Gelbensande. Schon von außen wirkt das mitten im Wald gelegene Bauwerk imposant. Mittlerweile befindet sich in den Innenräumen ein schönes kleines Museum, das einen Einblick in das Familienleben der Mecklenburger Fürsten erlaubt. Bereits 1886/87 errichtet, war das Schloss eine Sommerresidenz der letzten beiden Großherzöge Mecklenburg-Vorpommerns. Heute gehört der Fachwerkbau zu den wichtigsten Denkmählern der Region. Ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt und die Restaurierung des Jagdschlosses.
Die Räume sind der damaligen Anordnung nachempfunden, und neben antiken Möbeln und Porzellan zieren zahlreiche Jagdtrophäen die Wände. Man bekommt damit einen guten Eindruck, wie Großherzöge und Fürsten damals ihren alljährlichen Urlaub verlebten.
Veranstaltungen, wie das Hubertusfest und verschiedene Konzerte, machen das Jagdschloss zu einem besonderen Erlebnis. Neben der Besichtigung des Schlosses ist aber auch der fünf Kilometer lange Rundweg am Gelbensander Jagdschloss einen Spaziergang wert. Hier kann man zum Beispiel die Esskastanie (Douglasie) entdecken.
Forst- und Köhlerhof Wiethagen
Wer schon immer wissen wollte, wie eine Köhlerei aufgebaut ist, wie man Holzkohle macht oder wofür man Teer (abgesehen von Zigaretten oder Straßen) überhaupt braucht, ist hier genau richtig. Den Forst- und Köhlerhof findet man südlich der Rostocker Heide, nördlich von Rövershagen.
In erster Linie ist die 1837 in Betrieb genommene Schwelerei zur Gewinnung von Teer bestimmt. Bei diesem Prozess fällt Holzkohle als „Nebenprodukt“ ab. Noch heute wird hier ein traditioneller doppelwandiger Steinofen für die Teer- und Holzkohleproduktion benutzt. Das große Plus an der handgemachten Holzkohle ist, dass sie im Gegensatz zu jener aus dem Supermarkt luftgetrocknet und damit von besonders hoher Qualität ist. Kindern und Jugendlichen bietet das technische Denkmal eine Mischung aus Spiel und Bildung: Für die jüngeren gibt es einen schönen Märchenwald mit aus Holz geschnitzten Figuren, die großen können sich anschaulich informieren, wie die verschiedenen Öfen von innen aufgebaut sind und wie die Herstellung von Holzkohle und Teer im Detail funktioniert. Bei größeren Führungen ist sogar die Herstellung seiner eigenen Zeichenkohle möglich.
Wer Entspannung sucht, findet sie im gemütlichen Ambiente in-mitten von Fachwerkhütten und bei freundlichen Gastgebern. Bei Bedarf wird für das leibliche Wohl gesorgt, nach vorheriger Absprache wird gegrillt. Der Hof kann auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten gemietet werden, mit Führung und zum Feiern. Aber auch ein Familienausflug hierher lohnt sich zweifellos.
Karl’s Erlebnishof
In Rövershagen, im Süden der Rostocker Heide befi ndet sich Karl’s Erlebnishof. Direkt an der Bundesstraße 105 entlang, nur 15 Minuten von der größten Hansestadt Mecklenburg-Vorpommerns entfernt, liegt das Gelände gegenüber der Rövershagener Windmühle. Vom Rostocker Hauptbahnhof bzw. auch von Graal-Müritz aus ist das Dorf bequem mit dem Bus der Linie 118 zu erreichen (Ausstieg: Haltestelle Purkshof Abzweig). 1921 von einem Bauer namens Karl gegründet, ist der Betrieb von einem Erdbeerselbstpflückhof zum Erlebnishof geworden. Natürlich kann man in der Erdbeersaison dort heute noch Erdbeeren pflücken und dabei auch kräftig naschen, und wer das nicht möchte, kann sie hier auch kaufen und dann genießen: als Obst, oder verarbeitet. Bis in den Oktober hinein gibt es hier frische Erdbeeren.
Im hauseigenen Schmetterlingsgarten gibt es sogar tropische Schmetterlinge zu bewundern. Bei Karl’s erlebt man das ganze Jahr über etwas: ob nun die Kürbiszeit im Oktober oder eine Orchideenausstellung im Frühjahr, es lohnt sich. Selbst im Winter kann man hierher fahren. Die beeindruckenden Eisskulpturen sind in der Umgebung sehr bekannt, und auf der Eislaufbahn kann Schlittschuh gelaufen werden.

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