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Kreuzfahrt durch die Kleinseenplatte

Kreuzfahrt durch die Kleinseenplatte

Mit dem nahe der Stadt gelegenen Ravensbrück trägt die Stadt zudem die Bürde der Geschichte auf ihren Schultern. Hier im ehemaligen Frauenkonzentrationslager wird das Grauen der NS Zeit sichtbar. Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück stellt diese dunkle Epoche Deutscher Geschichte informativ und bewegend dar. Auch im Urlaub sollte ein Besuch an dieser zur Geschichte dieser Region gehörenden Stätte nicht fehlen. Heute beweist Fürstenberg, dass ein Neuanfang ohne das Vergessen der eigenen Geschichte und damit verbundener Verantwortung möglich ist.

Von Fürstenberg aus nehmen wir Kurs auf Himmelpfort. Über den für diese Gegend sehr großen Stolpsee geht es in östlicher Richtung. Am anderen Ende des Sees biegen wir in den nach Norden abzweigenden Stichkanal nach Himmelpfort ein. Mehrfach sind wir diese Strecke schon gefahren, aber immer wieder ist die Einfahrt aus der Ferne nur schwer zu erkennen. Ist die Einfahrt gefunden, liegt linkerhand der Gastanleger des örtlichen Wassersportvereins, auf der anderen Kanalseite die Wartestelle für die Schleuse.

Wir entschließen uns für einen spontanen Zwischenhalt in Himmelpfort, um eine kleine Ampulle mit Hexentrunk im Kräutergarten als Mitbringsel zu erstehen. Gegenüber des Klostergärtchens liegt die vor kurzem abgebrannte Klostergalerie – noch immer in Schutt und Asche. Dem Kult um das Himmelpforter Weihnachtspostamt schadet dies jedoch nicht. Noch immer erreichen tausende Briefe das kleine Sonderpostamt. Schreiben Sie doch selber einmal Ihre Wünsche an den Weihnachtsmann in Himmelpfort und seien Sie gespannt auf die Antwort. Nach dem kurzen Aufenthalt heißt es beidrehen, umdie Selbstbedienungsschleuse von Himmelpfort zu passieren.

Hinter dem Haussee erreichen wir einen malerischen Flußabschnitt mit Namen Woblitz. In zahlreichen Windungen schlängelt sich das Wasser durch den Wald. Bei schönstem Sonnenschein fällt Licht durch die Blätter und wir erwarten hinter jeder Biegung mindestens Trolle und Elfen. Himmlische Ruhe breitet sich aus und nur das sanfte Motorengeräusch erinnert uns daran, auf einem Boot unterwegs zu sein. Doch Vorsicht, bevor wir uns ganz der Träumerei hingeben. Die Flußbiegungen sind teilweise sehr eng und mit Gegenverkehr muss auch hier gerechnet werden. An allzu engen Stellen ist ein Schallsignal vor der Passage zu geben.

Über den Großen Lychensee erreichen wir die Flößerstadt Lychen und steuern den Stadthafen an. Umgeben von Seen ist Lychen ein gemütliches Fleckchen Erde. Am Ufer des Nesselpfuhl, unweit des Stadthafens lädt ein Biergarten ein, in dem wir frischen Fisch und regionales Bier genießen. Am Abend führt unser Spaziergang zum kleinen, aber gut ausgebauten Lychener Strandbad und wir genießen das frische Wasser des Sees.

3. Tag: Von Lychen nach Templin

Unser nächstes Etappenziel ist das Ackerbürgerstädtchen Templin, mitten in der durch sanfte Hügel und einsame Seen geprägten Uckermark. Die Strecke des Vortags bis zum Stolpsee passieren wir zügig, um auf dem Stolpsee nun in die Havel einzubiegen. Die Havel fließt hier durch weitgehend unbewohntes Wald- und Wiesenland. Vor wildem Landgang wird auf großen weißen Schildern am Ufer eindringlich gewarnt, ein alter Truppenübungsplatz grenzt unmittelbar an das Flußufer. Öffentliche Anlegemöglichkeiten bestehen jedoch in Bredereiche sowie am Ziegenhof an der Schleuse Regow, und natürlich an den drei Schleusen auf der Fahrt bis zum Abzweig zu den Templiner Gewässern. Diese Abzweigung erreichen wir direkt hinter der Schleuse Schorfheide. Drei Seen sowie eine drei Kilometer lange, windungsreiche Flussstrecke weiter erreichen wir die Ausläufer der Stadt und schließlich die Selbstbedienungsschleuse Templin. Zum Anlegen entscheiden wir uns für den Stadthafen, gut einen Kilometer hinter der Schleuse. Hier liegen wir unweit der vollständig erhaltenen Stadtmauer und damit nahe dem Zentrum der Stadt. Den Abend verbringen wir in der Naturtherme Templin und lassen es uns gut gehen.

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