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Mord in der Provinz: ein hanseatischer Historienkrimi

Mord in der Provinz: ein hanseatischer Historienkrimi

Greifswald: Caspar David Friedrich hielt Motive seiner Heimatstadt in romantischen Bildern fest. Heute ist Greifswald vor allem Universitätsstadt. Studenten bevölkern das historische Pflaster.

Ihren Bekanntheitsgrad in Deutschland verdankt die Stadt Greifswald im Wesentlichen zwei ihrer Söhne: Caspar-David-Friedrich und Heinrich Rubenow. Der erste begegnet jedem Schulkind als bedeutendster Maler der deutschen Romantik; seine melancholischen Bilder sind Allgemeingut. Zwar versammeln sich unter den fünf Friedrichbildern des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald weder der einsame „Mönch am Meer“, noch die fi nstere „Abtei im Eichwald“, doch wer den Maler sucht, wird seine Motive rund um die Stadt finden. Seine Bilder machten die nahe Klosterruine in Eldena berühmt. Das Geburtshaus des Malers brannte vor über hundert Jahren ab. Es blieb das Werkstattgebäude der väterlichen Seifensiederei. In dem Backsteinhaus, unweit vom Dom St. Nikolai, dokumentiert eine Ausstellung die Geschichte der Friedrichs in Greifswald.
An der Nordseite des Marktes steht

Der andere Name, Heinrich Rubenow, verhallt hinter der Stadtgrenze nahezu ungehört. Dennoch, das Lebenswerk dieses Greifswalders ist heute nicht weniger wichtig für die Stadt als Friedrichs Pinselstriche. Dem Mann verdankt sie eine der ältesten deutschen Universitäten. Die 12.000 Studenten bringen das innerstädtische Leben in Wallung. Sie sind der entscheidende Wachstumsmotor für Einzelhandel, Wohnungsmarkt und nicht zuletzt das Kneipenwesen. Die Hochschule und das Uni-Klinikum sind der größte Arbeitgeber der Region mit etwa 3.000 Angestellten.

Rubenow ist allgegenwärtig
Die Biografie Rubenows, der die ersten Professoren an den Greifswalder Bodden holte, liest sich spannend wie ein Historienkrimi. Der Romanheld findet sich am Ende mit der Axt erschlagen in der Schreibstube des Rathauses. Seitdem sind fast 550 Jahre vergangen. Wer einen Stadtrundgang unternimmt, beteiligt sich an der Spurensicherung. Rubenow ist allgegenwärtig: am Marktplatz, in den gotischen Backsteinkirchen und auf dem alten Universitäts-Campus. Diese Orte verbindet die zentrale Fußgängerzone, Greifswalds Lange Straße. Das klare System erleichtert die Orientierung in der Altstadt: Das Schachbrettmuster der Gassen blieb seit der Verleihung des Lübischen Stadtrechts im Jahr 1250 erhalten, unberührt von den wechselnden Landesherren. Zuerst kamen dänische Zisterziensermönche. Ihr Kloster Eldena vor den Toren der heutigen Stadt ermutigte westfälische Kolonisten, in dem waldreichen Küstengebiet am Bodden mit der Landnahme zu beginnen. Die verkehrsgünstige Lage am Übergang des Ryckfl usses ließ die Siedlung rasch wachsen. Bald gab es einen Markt, und Händler kamen hinzu.

{abolink}|Seenland Ostsee 2008|{/abolink}

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