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Ratgeber: Wann kann ich ohne Führerschein mit dem Hausboot fahren?

Ratgeber: Wann kann ich ohne Führerschein mit dem Hausboot fahren?

Urlaub auf dem Wasser lässt die Welt aus einer anderen Perspektive sehen. Ganz gleich ob rustikal wie bei Huckleberry Finn oder komfortable mit Dusche und Küche an Bord. So ein Urlaub ist auf vielen Gewässern in Nord-Ostdeutschland möglich. Für viele gilt die Mecklenburgischen Seenplatte als Eldorado dieser Urlaubsform. Denn hier muss nicht über einen längeren Zeitraum ein Boots-Führerschein erworben werden, um mit dem Hausboot über ruhige Gewässer zu schippern.

Hier wird erläutert wie der Traum vom führerscheinfreien Urlaub auf dem Wasser wahr werden kann.

Lesedauer des Beitrags: 3 Minuten

Urlaub auf dem Wasser ohne Führerschein: Bedingungen für den Erwerb des Charterscheins

Zum Urlaub auf dem Boot wird unter bestimmten Bedingungen kein klassischer Boots-Führerschein benötigt. Folgende Regelungen dazu gibt es in Deuschland:

Zum einen gilt generell Führerscheinfreiheit für Boote mit weniger als 15 PS Antriebsleistung. Das hört sich erstmal wenig an, je nach Übersetzung lassen sich damit jedoch auch größere Hausboote problemlos steuern. Ein Beispiel ist die Variante 1122-D vom River Boat, das ab Fürstenberg ideal für kleine Familien und Paare bereit steht.

Zum anderen gilt in bestimmten Gebieten, die man als Destination für den Hausboot-Urlaub wählen kann, die Charterscheinreglung. Für den gemeinsamen Hausboot-Urlaub ist dort der namensgebende Charterschein notwendig. Der Charterschein ist pauschal gesagt eine amtlich anerkannte Bescheinigung, die eine Person dazu berechtigt, eine bestimmte Bootsart für einen vorgegebenen Zeitraum zu führen. Man muss sich also zu jedem Hausboot-Urlaub einen neuen Charterschein ausstellen lassen!
Außerdem ist der Charterschein nur für das jeweilige Gebiet gültig, in dem man beim Hausboot-Urlaub unterwegs sein will.

Wie erhalte ich den Charterschein?

Der Vermieter des Hausbootes ist für die Schulung und Austellung des Charterscheins an seinen Mieter zuständig. Er oder seine Mitarbeiter übernehmen am Anreisetag, meist sogar vor der Bootsübergabe, die Schulung des Skippers. Dafür erhält der Mieter des Hausbootes eine mindestens dreistündige theoretische und praktische Einweisung in den Gebrauch des Hausbootes. Es werden also Verkehrsregeln auf dem Wasser erklärt und auch eine Probefahrt mit dem Charterboot wird unternommen. Der Hausboot-Führer sollte danach in der Lage sein, das Hausboot zu steuern, grundlegende Verkehsregeln auf dem Wassser zu kennen und die Funktionsweise des Bootes zu verstehen. Auch sollten alle Personen darüber informiert sein, was im Notfall zu tun ist, wo die Rettungswesten zu finden sind usw. Nach der erfolgreichen Einführung in den Gebrauch des Hausbootes wird der Charterschein durch den Charterer übergeben.

Was sind Bedingungen für die führerscheinfreie Hausboot-Charter mit Charterschein?

Es sind nur Boote bis zu maximal 15 m Länge führerscheinfrei fahrbar. Außerdem sind maximal 12 Personen an Bord erlaubt. Für einen gemütlichen Hausboot-Urlaub spricht die Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h, die nicht überschritten werden darf. Für die meisten Mietboote eine vollkommen ausreichende Geschwindigkeit, bedenkt man, dass in Kanälen eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 6 und 12 kmh gilt.

Hier ein Überblick der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Ostdeutschen Gewässern. Voraussetzung für das führerscheinfreie Chartern ist außerdem, dass alle Personen eine Rettungsweste tragen, vor allem an Deck. Ein Fahrverbot gilt ab der Windstärke 4 und in der Nacht. Je nach den Bestimmungen von einzelnen Gewässern kann es weitere Voraussetzungen zum Chartern geben. So darf z.B. die Müritz nur entlang der Grünen Tonnen durchfahren werden. Aber alle Regeln dienen der eigenen Sicherheit und tangieren die Urlaubsfreude auf dem Boot nur minimal. Was im jeweiligen Revier zu beachten ist, darüber informiert der Hausboot-Verleiher vor dem Start der Reise.

Sportbootführerschein Binnen – Sicher unterwegs auf dem Wasser

Charterschein und 15 PS Regelung sind wunderbar, um Urlaub und Sport auf dem Wasser auszuprobieren. Wer gefallen daran gefunden hat, sollte nicht zögern sich weiterzubilden und den Sportbootführerschein Binnen zu absolvieren. Ein überschaubares zeitliches Invest, dass sich nicht nur in Punkto Sicherheit auf dem Wasser auszahlt. Einen Erfahrungsbericht dazu lesen Sie hier.

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