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Urlaub auf blauen Wellen – Unterwegs mit dem Hausboot

Urlaub auf blauen Wellen – Unterwegs mit dem Hausboot

Lesedauer des Beitrags: 7 Minuten

An einem warmen Sommernachmittag im Juli erreichen wir Rheinsberg mit dem Auto. Es ist Sonnabend, das Städtchen ist von buntem Treiben erfüllt, und die zahlreichen Besucher flanieren durch die Straßen. Doch die vielen Reize des Ortes nehmen wir nur am Rande wahr, denn uns steht eine ganz besondere Reise bevor, der wir mit großer Spannung entgegensehen. Unser Weg führt uns zum Yachthafen von Rheinsberg, denn die Reise, die am nächsten Tag beginnen soll, ist eine Tour mit dem Hausboot.

Aufgeregt suchen wir im Hafen nach dem Boot, das uns in der kommenden Woche beherbergen wird, und das wir bislang nur von Bildern kennen. Das kann kein Hausboot sein, sind wir uns einig, als wir es entdecken. Strahlend weiß leuchtet der Bug, hoch ragt das Schiff vor uns auf. Ja, es muss ein Schiff sein, denn die Bezeichnung »Boot« scheint uns einfach nicht angemessen zu sein für dieses große und elegante Fahrzeug.

Weiterbildung

Nachdem wir genug gestaunt haben, gehen wir zur Hafenmeisterei, um uns anzumelden. Die Mitarbeiter von Revier Charter, auf die wir hier treffen, verbreiten in ihrer freundlichen und umsichtigen Art sofort Urlaubsstimmung bei uns. Die Formalitäten sind schnell erledigt, und wir kommen zur wichtigsten Voraussetzung für unsere Fahrt: der Charterschein. Unser zukünftiger Kapitän bekommt an Bord des Hausbootes in 90 Minuten eine umfassende theoretische Einweisung in die Schifffahrtsregeln und alles, was an Wissen für eine sichere Fahrt nötig ist.

So weitergebildet erklärt er uns anschließend, dass er nun für die Zeit auf dem Boot der Skipper und wir anderen die Crew seien, und dass unser Boot vom Typ Tarpon 37 Duo Prestige den Namen »Gaia« trägt. Auch wissen wir nun, dass es beim Schippern auf der Seenplatte besonders auf Rücksichtnahme und gegenseitige Hilfe ankommt. Wir gehen an Bord, um das Boot zu inspizieren.

Die Geräumigkeit und die luxuriöse Einrichtung übertrifft unsere Erwartungen. Im Bug befindet sich eine große Kabine mit Doppelbett, Dusche und Toilette. Im Mittelteil des Schiffes, dem Salon, bestaunen wir die praktisch eingerichtete Küchennische mit Herd, Spüle und großem Kühlschrank und probieren gleich die gemütliche Sitzecke aus, die sich bei Bedarf auch schnell zu einem Doppelbett umbauen lässt. Neben dem unteren Führerstand gibt es im Salon eine Treppe, die zur Heckterasse führt und einen Zugang zur Heckkabine, die über zwei Kojen und über Dusche und Toilette verfügt.

Fahrpraxis

Nachdem wir Proviant und Gepäck an Bord verstaut haben, genießen wir einen lauen Abend auf der Heckterasse, auf der Platz für den oberen Führerstand und einen Tisch, Sonnenschirm sowie sechs Stühle ist. Wir vertiefen uns in die Karten und planen die Reiseroute bis zum Einbruch der Nacht, die wir in den bequemen Kojen des Bootes verbringen.

Am nächsten Morgen beginnt pünktlich um halb neun die praktische Einweisung. Da gibt es schon beim Ablegen einiges zu beachten. Gekonnt manövriert uns der einweisende Hafenmeister zwischen den anderen Booten hinaus auf den Grienericksee. Hier muss der zukünftige Skipper übernehmen. Noch ein wenig nervös steuert er das Boot über den See und erfährt alles über Aufstoppen, Wellenschlagvermeidung und Kanalgeschwindigkeit. Die Fahrt geht durch den Rekekanal auf den Rheinsberger See und von dort wieder auf gleicher Strecke zurück zum Hafen. Nun ist der Charterschein gemacht.

Auch für junge Familien mit Kindern ist Bootsurlaub erholsam.

Kurz nach dieser ersten Ausfahrt treffen die noch fehlenden Mitreisenden ein, denen der Skipper gleich stolz von seinen neuen Fähigkeiten berichtet. Zwei Mitglieder der Crew erhalten besondere Aufgaben. Wir nennen sie Leinenmatrosen, denn sie werden während der Reise den Skipper unterstützen und beim Manövrieren helfen und jeweils an Bug und Heck die Handhabung der Leinen übernehmen.

Erhebendes Steuergefühl

Kurz vor Mittag beginnt die große Fahrt. Der Skipper startet die Maschine, die Crew löst die Leinen, und langsam setzt sich die Gaia in Bewegung. Unter den noch etwas skeptischen Blicken der Besatzung gelingt das Ablegen mit dem gut elf Meter langen Boot tadellos, und schon bald gleiten wir über das offene Wasser und genießen die Sonne und die herrlich frische Brise. Da wir anfangs noch der Strecke vom Vormittag folgen, schwindet die Nervosität des Skippers zunehmend und er beginnt zu schwärmen von dem erhebenden Gefühl, am Steuer dieses prächtigen Bootes zu stehen.

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