Im Urlaub ist der See mein Wohnzimmer
Urlaub mit dem Hausboot in Brandenburg
Ich stehe vorne auf dem Holzdeck, die Sonne ist längst weg, nur ein Reststreifen Orange über dem Horizont. Das Wasser plätschert leise gegen die Bordwand, drinnen warmes Licht, jemand klappert mit Geschirr, der Rest sitzt um die Feuerschale. In der Luft der Duft von Mückenschutz und Sonnenmilch, der an Kindheit erinnert, und ich frage mich: Warum sollte man jemals wieder in ein Hotel fahren?
Ich bin durch viele Länder gereist, aber das hier, ein paar Bretter, ein leiser Motor und das langsame Schaukeln, wenn man abends ins Bett kriecht – das ist für mich der Inbegriff von Urlaub. Hausboot. Brandenburg. See. Ruhe. So einfach, so schön.
Meditation mit Aussicht
Wer glaubt, ein Hausboot-Urlaub sei nur was für Rentner, liegt völlig falsch. Hausbootfahren ist ein bisschen wie Meditation mit Aussicht, es geht darum, die Füße baumeln zu lassen, wortwörtlich. Wer es eilig hat, passt hier nicht her oder probiert einfach mal, wie es sein kann, wenn das Innen die Geschwindigkeit träger Flusswellen annimmt. Tiefenentspannung. Mittlerweile, nach zehn Jahren regelmäßig auf dem Wasser, beginnt diese Entspannung schon am Steg, wenn ich am Abholtag die vielen bunten Hausboote nebeneinander schaukeln sehe.
Schwimmendes Ferienhaus
Wir sind irgendwann bei den BunBos, den Bungalowbooten in Brandenburg, hängen geblieben. Mich erinnert so ein Boot mit seinem Holzinterieur an unser winziges Ferienhaus in Island. Ein oder zwei kleine Schlafzimmer, Bad, Miniküche mit Herd und Kühlschrank, Tisch, Stühle, Schlafcouch. Für uns war die Entdeckung dieses Urlaubs mit Kindern verschiedenen Alters eine Offenbarung. Die Teenager können bis mittags ungestört im Bett liegen und die Kleinen finden alles spannend, knoten Seile, beobachten Schwäne oder üben paddeln im Beiboot. Tagsüber schwimmen, abends Brettspiele. Kinder bekommt man hier erstaunlich gut vom Handy entkoppelt, unter anderem, weil in Brandenburg die Netzabdeckung so schlecht ist.
Gesteuert wird draußen am überdachten Pult, bei Regenwetter können seitlich Planen heruntergelassen werden. Unser Lieblingsplatz ist zu zweit auf der Bank am Steuerpult, im Herbst dick eingekuschelt in die Lieblingswolldecke.
Alles an Bord
Bevor es losgeht, gibt es eine Einweisung und den Charterschein-Test für diejenigen, die keinen Bootsführerschein haben. Neulinge üben am besten vorher mit Unterlagen und schauen sich die Online-Videos an, die das Hausboot gut erklären. Alle Videos und Karten werden außerdem auf einem Tablet mit Live-Ortung angezeigt, so wird das Fahren fast kinderleicht.
Erstaunlich schnell stellt sich eine Routine ein: Morgens früh raus, Kaffee, See bestaunen. Frühstück und Ziel des Tages besprechen, dann Anker lichten – bei BunBos geht das mit den Pfahlankern wirklich einfach – und los. Vorbei an schönen Villen, winzigen Lauben, mal nur grünes Dickicht. Graureiher und Kormorane sind stete Begleiter, außerdem Fischadler, manchmal Biber. Brandenburger Amazonas. Nachmittags Ankerplatz suchen, bloß nicht ins Schilf fahren. Die Kinder rudern, basteln und schaukeln in der Hängematte. Lagerfeuer, dann noch ein Spiel und ich falle glücklich und müde in die Koje.
Eine Routine wäre mir früher in meinem Urlaub nicht untergekommen. Zu spießig, zu langweilig – bis ich begriff, dass Urlaub eigentlich genau das sein sollte: Sich um Weniges Gedanken machen, keine To-dos außer Dingen, die einem Spaß machen, Entspannung. Für all das ist eine Urlaubsroutine ausgesprochen praktisch. Dass ich für diese Erkenntnis über 40 Jahre werden musste – geschenkt. Hauptsache, wir haben jetzt unseren kleinen Traumurlaub gefunden.
Solarkraft voraus
Seit neuestem fahren einige BunBos mit Solarstrom, die E-BunBos. Das haben wir natürlich auch schon ausprobiert und ich würde nicht wieder zurückwollen. Noch mehr Strom zur Verfügung, der Motor noch leiser – absolut herrlich. Das Steuerpult ist noch ein bisschen aufregender, weil man immer vergleichen kann, wie viel Strom gerade produziert und wieviel verbraucht wird. Der Speicher ist groß und es gibt Benzin-Reserve, die wir trotz viel Bewölkung nicht gebraucht haben. Für mich fühlt es sich richtig gut an, noch mehr Nachhaltigkeit in diesen Urlaub zu bringen, der ohnehin schon einen recht kleinen Fußabdruck in der Welt hinterlässt. Auch bei den BunBos ohne E ist genügend Strom vorhanden, um mal ein Handy oder Laptop aufzuladen. Beim E-Bunbo gibt es allerdings so viel Strom, dass eine großzügige Innen- und Außenbeleuchtung und eine Kaffeemaschine kein Problem sind – ein toller Luxus.
Geheimtipp Herbst
Als wir mal zu spät mit der Sommerbuchung dran waren, sind wir im Herbst gefahren und machen es seitdem jedes Jahr. Alle Seen und Flüsse wie leergefegt, es ist wahnsinnig still und schön. (Und pssst, es ist außerdem viel günstiger!) Ohrstöpsel sollte man dennoch dabei haben, denn die Wildgänse können einem tatsächlich den Schlaf rauben. Unzählige Kraniche haben wir auf diesen Touren erlebt und einmal einen ganzen Schwarm Seeadler. Das Allerbeste: Frühmorgens heißt hier, den Sonnenaufgang mitzuerleben, mit Glück ist es kalt und wird ein Sonnentag. Dann liegt der Nebelschleier auf dem Wasser und taucht die ganz kleine Welt, in der wir uns befinden, in einen einzigen wunderschönen Lichtertraum. Das klingt wahnsinnig kitschig – und so ist es auch. Jedes Mal möchte ich diesen Moment innig festhalten.
Zurück am Abgabetag, recht früh morgens, glücklich, ein bisschen traurig, sehr wehmütig, fragen wir uns immer schon: „Und wann fahren wir das nächste Mal?“
Buchen Sie jetzt Ihren Hausbooturlaub bei BunBo.de und tauchen Sie ein in Ruhe, Natur und einzigartige Erlebnisse.
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Ich stehe vorne auf dem Holzdeck, die Sonne ist längst weg, nur ein Reststreifen Orange über dem Horizont. Das Wasser plätschert leise gegen die Bordwand, drinnen warmes Licht, jemand klappert mit Geschirr, der Rest sitzt um die Feuerschale. In der Luft der Duft von Mückenschutz und Sonnenmilch, der an Kindheit erinnert, und ich frage mich: Warum sollte man jemals wieder in ein Hotel fahren?
Ich bin durch viele Länder gereist, aber das hier, ein paar Bretter, ein leiser Motor und das langsame Schaukeln, wenn man abends ins Bett kriecht – das ist für mich der Inbegriff von Urlaub. Hausboot. Brandenburg. See. Ruhe. So einfach, so schön.
Meditation mit Aussicht
Wer glaubt, ein Hausboot-Urlaub sei nur was für Rentner, liegt völlig falsch. Hausbootfahren ist ein bisschen wie Meditation mit Aussicht, es geht darum, die Füße baumeln zu lassen, wortwörtlich. Wer es eilig hat, passt hier nicht her oder probiert einfach mal, wie es sein kann, wenn das Innen die Geschwindigkeit träger Flusswellen annimmt. Tiefenentspannung. Mittlerweile, nach zehn Jahren regelmäßig auf dem Wasser, beginnt diese Entspannung schon am Steg, wenn ich am Abholtag die vielen bunten Hausboote nebeneinander schaukeln sehe.
Schwimmendes Ferienhaus
Wir sind irgendwann bei den BunBos, den Bungalowbooten in Brandenburg, hängen geblieben. Mich erinnert so ein Boot mit seinem Holzinterieur an unser winziges Ferienhaus in Island. Ein oder zwei kleine Schlafzimmer, Bad, Miniküche mit Herd und Kühlschrank, Tisch, Stühle, Schlafcouch. Für uns war die Entdeckung dieses Urlaubs mit Kindern verschiedenen Alters eine Offenbarung. Die Teenager können bis mittags ungestört im Bett liegen und die Kleinen finden alles spannend, knoten Seile, beobachten Schwäne oder üben paddeln im Beiboot. Tagsüber schwimmen, abends Brettspiele. Kinder bekommt man hier erstaunlich gut vom Handy entkoppelt, unter anderem, weil in Brandenburg die Netzabdeckung so schlecht ist.
Gesteuert wird draußen am überdachten Pult, bei Regenwetter können seitlich Planen heruntergelassen werden. Unser Lieblingsplatz ist zu zweit auf der Bank am Steuerpult, im Herbst dick eingekuschelt in die Lieblingswolldecke.
Alles an Bord
Bevor es losgeht, gibt es eine Einweisung und den Charterschein-Test für diejenigen, die keinen Bootsführerschein haben. Neulinge üben am besten vorher mit Unterlagen und schauen sich die Online-Videos an, die das Hausboot gut erklären. Alle Videos und Karten werden außerdem auf einem Tablet mit Live-Ortung angezeigt, so wird das Fahren fast kinderleicht.
Erstaunlich schnell stellt sich eine Routine ein: Morgens früh raus, Kaffee, See bestaunen. Frühstück und Ziel des Tages besprechen, dann Anker lichten – bei BunBos geht das mit den Pfahlankern wirklich einfach – und los. Vorbei an schönen Villen, winzigen Lauben, mal nur grünes Dickicht. Graureiher und Kormorane sind stete Begleiter, außerdem Fischadler, manchmal Biber. Brandenburger Amazonas. Nachmittags Ankerplatz suchen, bloß nicht ins Schilf fahren. Die Kinder rudern, basteln und schaukeln in der Hängematte. Lagerfeuer, dann noch ein Spiel und ich falle glücklich und müde in die Koje.
Eine Routine wäre mir früher in meinem Urlaub nicht untergekommen. Zu spießig, zu langweilig – bis ich begriff, dass Urlaub eigentlich genau das sein sollte: Sich um Weniges Gedanken machen, keine To-dos außer Dingen, die einem Spaß machen, Entspannung. Für all das ist eine Urlaubsroutine ausgesprochen praktisch. Dass ich für diese Erkenntnis über 40 Jahre werden musste – geschenkt. Hauptsache, wir haben jetzt unseren kleinen Traumurlaub gefunden.
Solarkraft voraus
Seit neuestem fahren einige BunBos mit Solarstrom, die E-BunBos. Das haben wir natürlich auch schon ausprobiert und ich würde nicht wieder zurückwollen. Noch mehr Strom zur Verfügung, der Motor noch leiser – absolut herrlich. Das Steuerpult ist noch ein bisschen aufregender, weil man immer vergleichen kann, wie viel Strom gerade produziert und wieviel verbraucht wird. Der Speicher ist groß und es gibt Benzin-Reserve, die wir trotz viel Bewölkung nicht gebraucht haben. Für mich fühlt es sich richtig gut an, noch mehr Nachhaltigkeit in diesen Urlaub zu bringen, der ohnehin schon einen recht kleinen Fußabdruck in der Welt hinterlässt. Auch bei den BunBos ohne E ist genügend Strom vorhanden, um mal ein Handy oder Laptop aufzuladen. Beim E-Bunbo gibt es allerdings so viel Strom, dass eine großzügige Innen- und Außenbeleuchtung und eine Kaffeemaschine kein Problem sind – ein toller Luxus.
Geheimtipp Herbst
Als wir mal zu spät mit der Sommerbuchung dran waren, sind wir im Herbst gefahren und machen es seitdem jedes Jahr. Alle Seen und Flüsse wie leergefegt, es ist wahnsinnig still und schön. (Und pssst, es ist außerdem viel günstiger!) Ohrstöpsel sollte man dennoch dabei haben, denn die Wildgänse können einem tatsächlich den Schlaf rauben. Unzählige Kraniche haben wir auf diesen Touren erlebt und einmal einen ganzen Schwarm Seeadler. Das Allerbeste: Frühmorgens heißt hier, den Sonnenaufgang mitzuerleben, mit Glück ist es kalt und wird ein Sonnentag. Dann liegt der Nebelschleier auf dem Wasser und taucht die ganz kleine Welt, in der wir uns befinden, in einen einzigen wunderschönen Lichtertraum. Das klingt wahnsinnig kitschig – und so ist es auch. Jedes Mal möchte ich diesen Moment innig festhalten.
Zurück am Abgabetag, recht früh morgens, glücklich, ein bisschen traurig, sehr wehmütig, fragen wir uns immer schon: „Und wann fahren wir das nächste Mal?“
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