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Unterwegs im Ruppiner Land

Unterwegs im Ruppiner Land

Flecken Zechlin: Ausgangspunkt der Radtour um den Großen Zechliner See.

Foto: Katja Mollenhauer

Haben Sie Lust auf eine kleine Entdeckungstour durch die Ruppiner Schweiz mit dem altbewährten Zweirad? Wollen Sie eine kunterbunte Hausbootkolonie, ein originalgetreues Indianertipi und ein DDR-Geisterdorf in Augenschein nehmen?

Flecken Zechlin: Ausgangspunkt der Radtour um den Großen Zechliner See.

Foto: Katja Mollenhauer

Haben Sie Lust auf eine kleine Entdeckungstour durch die Ruppiner Schweiz mit dem altbewährten Zweirad? Wollen Sie eine kunterbunte Hausbootkolonie, ein originalgetreues Indianertipi und ein DDR-Geisterdorf in Augenschein nehmen?

Dann lade ich Sie hiermit zu einer Umfahrung des Großen Zechliner Sees ein. Die Tour dauert im gemächlichen Tempo zwei Stunden. Wenn sie zu Fuß gehen möchten, müssen Sie mit mindestens vier Stunden rechnen. Es lohnt sich. Ausgangspunkt ist der Ort Flecken-Zechlin. Für Anreisende ohne eigenes Fahrrad, hält Meister Maranke in der Amtsstraße 4, direkt am Schwarzer See, immer Mieträder parat. Hier beginnt auch unsere Entdeckungstour. Biegen Sie von der Amtsstraße rechts in den Strandweg und folgen Sie dem Hinweisschild zum Café »Zur Brücke«. Kurz vor der eigentlichen Brücke nehmen Sie linkerhand den Trampelpfad an der Wiese entlang. Am Ende warten eine Sitzbank und ein wunderschöner Blick auf den 180 Hektar großen Zechliner See auf Sie.

Zu Besuch bei Indianern

Nach einer kurzen Verweildauer müssen Sie Ihr Rad etwa 50 Meter auf einem ausgetretenen Pfad durch hohes Schilf schieben. Keine Sorge, diese kleine Schiebeaktion soll die einzige auf der Rundtour bleiben. Es folgt jetzt ein breiter, fester Uferweg, von dem aus das Geschehen auf dem See immer zu verfolgen ist. Nach einer Weile tauchen die ersten Hausboote am Ufer auf. Erst eines, dann zwei, dann drei. Die Hausbootkette reißt nicht ab, erst der Badestrand vom sich anschließenden Zeltplatz gebietet den Hausbootlern Einhalt. Wenn Sie genau hinsehen, werden sie feststellen, dass kein Boot dem anderen gleicht. Jedes Boot hat seine eigene Note. Ob Farbe, Beleuchtung oder die Reling, alles wurde individuell und phantasievoll gestaltet. Die Liebe eines Eigners zu seinem Hausboot muss grenzenlos sein!

Der Weg führt nach dem Badestrand zu einem zweiten Zeltplatz und biegt dort am Ende vom Seeufer weg, hin zu einer Rehwiese. Nach dieser müssen Sie rechts auf einen Waldweg abbiegen, der nach etwa 100 Metern auf eine große Lichtung trifft. Hier halten Sie sich rechterhand. Der Weg führt direkt zum Dorf Repente, in dem schon die Germanen, Slawen und Hugenotten wohnten.

Heute ist der ganze Stolz des Dorfes ein Reiterhof für die Touristen. Gleich nebenan – und schon von weitem sichtbar – thront ein Indianerdorf für jugendliche Urlauber. Der Lagerleiter hat nichts dagegen, wenn man sich die großen Indianerzelte, die so genannten Tipis, mal aus der Nähe ansehen möchte. Für die Besichtigung eines ehemaligen DDR-Feriendorfes, ein paar hundert Meter weiter, brauchen Sie nicht um Erlaubnis zu fragen. Es hat etwas Bizarres, durch eine verlassene Bungalowsiedlung zu fahren. Es ist leer, aber die Phantasie füllt es wieder mit Leben. Ein Betrieb aus dem anhaltinischen Nordhausen hatte hier seinen Arbeitern ein schönes Fleckchen zur Entspannung gebaut.

Ruppiner Schweiz

Bevor sich ein Gefühl von Unheimlichkeit ausbreitet, endet der ausgetretene Weg durch die verlassene Geisteranlage schon wieder an einem Feldrand und neuen, bewohnten Wochenendhäusern. Jetzt ist es nur ein Katzensprung zur Kanalbrücke, unter der am Wochenende zahlreiche Boote hin und her schippern.

Kurz darauf erreichen wir den Ort Beckersmühle. Von hier an ist der Rest des Weges sehr gut ausgeschildert. Vorbei an der wohl schönsten Badestelle des Zechliner Sees führt der Weg ein kurzes steiles Stück auf einen Hügel hinauf. Spätestens an dieser Stelle weiß man, warum die Gegend »Ruppiner Schweiz« genannt wird. Auf dem Plateau empfängt den Radfahrer Wanderer ein herrlicher Weitblick über Getreidefelder und den Zechliner See. Nur unzählige, fast reife Holunderbeeren und Hagebutten am Wegesrand lenken von der Betrachtung des großen Landschaftspanoramas ab.

Bald ist das Ortseingangsschild von Flecken-Zechlin in Sichtweite. Jetzt immer rechts halten, dann kommen Sie wieder an der Amtstraße, unserem Ausgangspunkt der Seeumrundung, heraus. Doch vergessen Sie nicht, einen Zwischenstopp im Lokal »Fischerhütte« einzulegen. Die herrliche Lage unmittelbar am Schwarzer See und das riesige Fischangebot werden Sie überwältigen.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2006

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