Revier-Überblick: Hausboot mieten und das Ruppiner Seenland entdecken

By |3,2 min read|634 words|Published On: 14. Juli 2022|
Startseite/Bootsurlaub, Ruppiner Seenland, So geht Bootsurlaub/Revier-Überblick: Hausboot mieten und das Ruppiner Seenland entdecken

Den Anschluss an die Obere Havel und damit die Möglichkeit, ein Hausboot zu mieten und die Ruppiner Seenland zu erkunden, verdanken wir zwei Umständen: Zum einen gab es in Linum reiche Torfvorkommen, die abtransportiert werden mussten. Zum anderen brannte Neuruppin 1787 nahezu vollständig ab und musste daraufhin mit Baustoffen versorgt werden.

Eine besonders reizvolle Tour beginnt nahe Oranienburg nördlich von Berlin und führt über die Fontanestadt Neuruppin bis nach Lindow am Gudelacksee. Waldseen mit kristallklarem Wasser, alte Bollwerke, unberührte Natur und Ruhe – keine einzige Hauptverkehrsstraße begleitet die Gewässer – prägen weite Teile der Strecke. Vor allem während der Vor- und Nachsaison kann es gut vorkommen, dass man meist allein unterwegs ist.

Ruppiner Seenland auf einen Blick
Länge: 77,9 Kilometer (mit Oranienburger Kanal)
Brücken: 7 (niedrigste: Kremmen 3,50 Meter)
Schleusenanzahl: 5 (Pinnower Schleuse, Tiergartenschleuse, Schleuse Hohenbruch, Schleuse Altfriesack, Neumühle)

Über den Ruppiner Kanal zum Kremmener Rhin

Über den Ruppiner Kanal, einer der ältesten Kanäle Brandenburgs und umgeben von Wald, Wiesen, sumpfigen Niederungen und sandigen Steilhängen, geht es zunächst über die Tiergartenschleuse sowie die Schleuse Hohenbruch in den Kremmener Rhin. Dieser fließt zum Teil durch trockene, weil entwässerte Landwirtschaftsflächen. Zum Teil jedoch auch mitten durch die naturgeschützte, 1.200 Hektar große Niedermoorlandschaft des Rhinluch. Der Fluss wird hier sehr eng und flach, so dass unbedingt auf das Echolot geachtet werden sollte. Die Natur ist sich an den Ufern weitgehend selbst überlassen. Oft wild und urwüchsig wuchernd. Ein idealer Lebensraum für verschiedenartige und seltene Tierarten, darunter Fischotter und Biber, Fisch- und Seeadler sowie die vom Aussterben bedrohte Großtrappe.

Über Wasserwege nach Neuruppin und Lindow

Wenig später verzweigt sich der Wasserweg, fließt durch unbewohnte Gegend, verläuft linkerhand in Richtung der Fehrbelliner Gewässer und geht rechterhand in den kurvigen, vier Kilometer langen Bützrhin und schließlich in den Bützsee über. Letzterer ist mit 1,50 Metern so flach, dass eine Tonnenreihe die Fahrrinne für Motorboote kennzeichnet. Jetzt liegt nur noch die Schleuse Altfriesack zwischen Urlaubskapitän und dem 14 Kilometer langen und nur maximal einen Kilometer breiten Ruppiner See. Beim Schleusen öffnet sich dabei die stählerne Klappbrücke und schafft somit ausreichend Platz für Schiffe mit höherem Aufbau.

Die Schleuse Altfriesack mit ihrer Klappbrücke

Mit der Schleuse im Rücken geht es hinaus auf den Ruppiner See. Wer unter Segel fährt, wird hier seine Freude haben. Denn die 4,3 Quadratmeter des Sees verteilen sich vor allem auf seine Länge und weniger auf seine Breite. Ergo: Gute Windverhältnisse sind nahezu immer garantiert. Für einen Landgang lohnt es sich in Wustrau und natürlich in Neuruppin anzulegen. Über die Schleuse Altruppin und viele kleinere, miteinander verbundene Seen (Molchowsee, Tetzensee, Zermützelsee) geht es in Richtung Lindow und zum Gudelacksee. Hoher, alter Baumbestand, aber auch Wochenendhäuser und -grundstücke sowie Badestellen säumen hier die Ufer. Natürlich kann man zum Beispiel in Wustrau, Neuruppin oder Lindow ein Hausboot mieten und die Reise durch das Ruppiner Seenland hier beginnen.

Abstecher zu den Fehrbelliner Gewässern

Die Ferbelliner Gewässer sind ein recht unbekanntes Revier. Denn Alter Rhin, Altmannskanal, Fehrbelliner Kanal und Wustrauer Rhin bilden eine Wasserstraße, die nach der Wende kaum in gängigen Binnenkarten aufgenommen wurde. So nutzten vorwiegend Einheimische die 22 Kilometer lange, nach Fehrbellin führende Strecke. Teilweise zu Unrecht, denn die Route ist in Bezug auf Wassertiefe und Brücken durchaus schiffbar. Ein Abstecher lohnt sich vor allem für flachgehende Boote. Landschaftlich reizvoll ist besonders der von Teichen flankierte Altmannkanal, an dessen Ende das Storchendorf Linum liegt. Aufgrund der reichen Fischbestände machen hier alljährlich tausende Zugvögel Rast.

Fehrbelliner Gewässer auf einen Blick
Länge: 22 Kilometer
Niedrigste Brücke: Fehrbellin (3,30 Meter bei Kilometer 15)
Schleusenanzahl: 1 (Schleuse Hakenberg)

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Revier-Überblick: Hausboot mieten und das Ruppiner Seenland entdecken
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Den Anschluss an die Obere Havel und damit die Möglichkeit, ein Hausboot zu mieten und die Ruppiner Seenland zu erkunden, verdanken wir zwei Umständen: Zum einen gab es in Linum reiche Torfvorkommen, die abtransportiert werden mussten. Zum anderen brannte Neuruppin 1787 nahezu vollständig ab und musste daraufhin mit Baustoffen versorgt werden.

Eine besonders reizvolle Tour beginnt nahe Oranienburg nördlich von Berlin und führt über die Fontanestadt Neuruppin bis nach Lindow am Gudelacksee. Waldseen mit kristallklarem Wasser, alte Bollwerke, unberührte Natur und Ruhe – keine einzige Hauptverkehrsstraße begleitet die Gewässer – prägen weite Teile der Strecke. Vor allem während der Vor- und Nachsaison kann es gut vorkommen, dass man meist allein unterwegs ist.

Ruppiner Seenland auf einen Blick
Länge: 77,9 Kilometer (mit Oranienburger Kanal)
Brücken: 7 (niedrigste: Kremmen 3,50 Meter)
Schleusenanzahl: 5 (Pinnower Schleuse, Tiergartenschleuse, Schleuse Hohenbruch, Schleuse Altfriesack, Neumühle)

Über den Ruppiner Kanal zum Kremmener Rhin

Über den Ruppiner Kanal, einer der ältesten Kanäle Brandenburgs und umgeben von Wald, Wiesen, sumpfigen Niederungen und sandigen Steilhängen, geht es zunächst über die Tiergartenschleuse sowie die Schleuse Hohenbruch in den Kremmener Rhin. Dieser fließt zum Teil durch trockene, weil entwässerte Landwirtschaftsflächen. Zum Teil jedoch auch mitten durch die naturgeschützte, 1.200 Hektar große Niedermoorlandschaft des Rhinluch. Der Fluss wird hier sehr eng und flach, so dass unbedingt auf das Echolot geachtet werden sollte. Die Natur ist sich an den Ufern weitgehend selbst überlassen. Oft wild und urwüchsig wuchernd. Ein idealer Lebensraum für verschiedenartige und seltene Tierarten, darunter Fischotter und Biber, Fisch- und Seeadler sowie die vom Aussterben bedrohte Großtrappe.

Über Wasserwege nach Neuruppin und Lindow

Wenig später verzweigt sich der Wasserweg, fließt durch unbewohnte Gegend, verläuft linkerhand in Richtung der Fehrbelliner Gewässer und geht rechterhand in den kurvigen, vier Kilometer langen Bützrhin und schließlich in den Bützsee über. Letzterer ist mit 1,50 Metern so flach, dass eine Tonnenreihe die Fahrrinne für Motorboote kennzeichnet. Jetzt liegt nur noch die Schleuse Altfriesack zwischen Urlaubskapitän und dem 14 Kilometer langen und nur maximal einen Kilometer breiten Ruppiner See. Beim Schleusen öffnet sich dabei die stählerne Klappbrücke und schafft somit ausreichend Platz für Schiffe mit höherem Aufbau.

Die Schleuse Altfriesack mit ihrer Klappbrücke

Mit der Schleuse im Rücken geht es hinaus auf den Ruppiner See. Wer unter Segel fährt, wird hier seine Freude haben. Denn die 4,3 Quadratmeter des Sees verteilen sich vor allem auf seine Länge und weniger auf seine Breite. Ergo: Gute Windverhältnisse sind nahezu immer garantiert. Für einen Landgang lohnt es sich in Wustrau und natürlich in Neuruppin anzulegen. Über die Schleuse Altruppin und viele kleinere, miteinander verbundene Seen (Molchowsee, Tetzensee, Zermützelsee) geht es in Richtung Lindow und zum Gudelacksee. Hoher, alter Baumbestand, aber auch Wochenendhäuser und -grundstücke sowie Badestellen säumen hier die Ufer. Natürlich kann man zum Beispiel in Wustrau, Neuruppin oder Lindow ein Hausboot mieten und die Reise durch das Ruppiner Seenland hier beginnen.

Abstecher zu den Fehrbelliner Gewässern

Die Ferbelliner Gewässer sind ein recht unbekanntes Revier. Denn Alter Rhin, Altmannskanal, Fehrbelliner Kanal und Wustrauer Rhin bilden eine Wasserstraße, die nach der Wende kaum in gängigen Binnenkarten aufgenommen wurde. So nutzten vorwiegend Einheimische die 22 Kilometer lange, nach Fehrbellin führende Strecke. Teilweise zu Unrecht, denn die Route ist in Bezug auf Wassertiefe und Brücken durchaus schiffbar. Ein Abstecher lohnt sich vor allem für flachgehende Boote. Landschaftlich reizvoll ist besonders der von Teichen flankierte Altmannkanal, an dessen Ende das Storchendorf Linum liegt. Aufgrund der reichen Fischbestände machen hier alljährlich tausende Zugvögel Rast.

Fehrbelliner Gewässer auf einen Blick
Länge: 22 Kilometer
Niedrigste Brücke: Fehrbellin (3,30 Meter bei Kilometer 15)
Schleusenanzahl: 1 (Schleuse Hakenberg)