Was kostet Urlaub auf dem Hausboot?

By Published On: 11. Juni 2024

Im Vorfeld jedes Urlaubs steht der Kassensturz. Wie gut gefüllt ist die Urlaubskasse, was kann man sich leisten? Auf den ersten Blick mag Hausbooturlaub dabei nicht gerade wie ein Schnäppchen erscheinen. Allerdings: Es gibt für jeden Geldbeutel den passenden Bootstyp und in der Regel verteilen sich die Kosten auf die Schultern einer mehrköpfigen Crew. Zudem lässt sich durch Selbstversorgung und eine Buchung außerhalb der Hauptsaison jede Menge sparen – und dann kostet Urlaub auf dem Hausboot im Endeffekt gar nicht mehr so viel.

Kosten für den Hausbooturlaub: die Bootsmiete

Hausboot-Modelle gibt es viele. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Größe und Komfort – und damit auch im Preis. Am kostengünstigsten sind Flöße, die in der Regel einfach ausgestattet sind: mit wetterfester Hütte, Liegeflächen für Schlafsäcke, Packkisten für Proviant und ausreichend Platz zum Sonnen. Ein Tag Huckleberry Finn-Feeling kostet in der Hauptsaison um die 200 Euro, eine Woche schlägt mit rund 800 Euro zu Buche.

Eine Komfort- und Preisklasse höher liegen Bungalowboote. Sie bieten meist ideal Platz für zwei bis vier Personen und warten oft mit Wohn- und Essbereich, Schlafkabinen, Nasszelle, Küche und Barrierefreiheit auf. Entsprechend kostet Urlaub auf dem Hausboot hier ein wenig mehr: etwa 1.300 bis 2.400 Euro pro Woche.

Motoryachten schließlich punkten ebenfalls mit viel Komfort und sind zudem durch ihre Bauweise noch etwas schnittiger unterwegs. Sie lassen sich leichter navigieren und eignen sich daher am besten für längere Touren mit vielen Schleusen und häufigem An- und Ablegen. Für eine Woche mit diesem Bootstyp bezahlt man – je nach Größe und Ausstattung – rund 2.000 bis 4.000 Euro. Aber Achtung: In der Nebensaison und außerhalb der Ferien kostet Urlaub auf dem Hausboot oft mehrere Hundert Euro weniger. Auch Frühbucher können den Mietpreis stark senken.

Kosten für den Hausbooturlaub: Liegegebühren und Betriebskosten

Neben den reinen Kosten für das Hausboot kommen noch Kosten hinzu, die auf der Reise entstehen. Für eine Übernachtung in Sportboothäfen, Marinas oder Vereinen bezahlt man etwa 1,50 Euro pro laufenden Meter. Bei einem Boot mit elf Metern Länge sind dies also 16,50 Euro pro Nacht. Für die Nutzung der Sanitäranlagen zahlt man etwa 2 Euro, für Strom 3 Euro (2 Personen), für das Abpumpen der Bordtoilette 30 Euro. An Schleusen, die nicht selbst bedient werden, sollte man ein kleines Trinkgeld für den Schleusenwärter parat haben.

Die Kosten für Diesel hängen natürlich von der Motorleistung, der Fahrweise und den gefahrenen Kilometern ab. Im Schnitt kann man mit rund 30 Fahrstunden pro Woche und daher mit gut 200 Euro rechnen.

Weitere Nebenkosten: Kaution, Endreinigung & Co. 

Bei der Übernahme des Hausboots ist eine Kaution zu hinterlegen, deren Höhe vom jeweiligen Bootstyp abhängt. In der Regel liegt sie zwischen 500 und 1.200 Euro, in manchen Revieren aber auch bei bis zu 2.000 Euro. Viele Anbieter gestatten es, die Endreinigung des Hausboots selbst durchzuführen. In einigen Fällen wird hierfür eine zusätzliche Kaution verlangt. Die hinterlegte Kaution wird bei ordnungsgemäßer Rückgabe des Hausboots zurückerstattet. Soll die Endreinigung vom Vermieter übernommen werden, muss mit ca. 50 Euro kalkuliert werden.

In den Charterkosten enthalten sind die Bootseinweisung (nebst Charterschein) sowie die Bootsversicherung Vollkasko mit Selbstbeteiligung. Bei manchen Anbietern zudem Geschirr, Bettwäsche und Handtücher. Andere hingegen erheben hier Extra-Gebühren, falls dies bereits an Bord sein soll (Starterset für 2 Personen rund 35 Euro (Bettwäsche, Handtücher, Spülmittel und -schwamm, Toilettenpapier etc.)). Zudem kann oftmals alles Mögliche dazugebucht werden: Schlauchboot, Sonnenschirm, Kühlbox, Räucherofen, Angel, Fahrräder usw.

Auf vielen Hausbooten ist die Mitnahme vierbeiniger Familienmitglieder erlaubt. Je nach Veranstalter wird für Haustiere eine wöchentliche Pauschale erhoben, die rund 50 bis 80 Euro beträgt. Wer mit dem Auto anreist, sollte zudem die Parkplatzgebühr nicht vergessen. Meist kann der Pkw im Heimathafen geparkt werden. Dafür sind für gewöhnlich zwischen 30 und 50 Euro pro Woche fällig.

Vermeidbare Kosten: Hier lauern mögliche Strafen

Wie im Straßenverkehr gelten auch auf Wasserstraßen bestimmte Regeln. Verstößt man gegen diese und wird erwischt, kostet Urlaub auf dem Hausboot gleich gehörig mehr. Hält man sich zum Beispiel nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben, werden 250 bis 1.500 Euro fällig. Hat der Skipper zu viel Alkohol im Blut – es gilt die 0,5-Promillegrenze – verhängt der Bußgeldkatalog eine Strafe von 350 Euro aufwärts. Auch darf nicht überall geankert und übernachtet werden. Missachtet man die Verbotsschilder und macht beispielsweise nahe an Schilfgürteln, in denen oft seltene Vogelarten nisten, fest, muss ein Bußgeld von 250 Euro gezahlt werden.

Fazit

Auf den Cent genau lässt sich ein Hausbooturlaub im Vorfeld nicht planen. Aber als grobe Kalkulation kann man summa summarum für eine Hauptsaison-Woche mit folgenden Gesamtkosten rechnen:

Floß – ca. 1.000 bis 1.200 Euro

Bungalowboot – ca. 2.000 bis 2.500 Euro

Motorboot – ca. 2.500 bis 4.000 Euro

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Was kostet Urlaub auf dem Hausboot?
By |4,1 min read|818 words|Published On: 11. Juni 2024|

Im Vorfeld jedes Urlaubs steht der Kassensturz. Wie gut gefüllt ist die Urlaubskasse, was kann man sich leisten? Auf den ersten Blick mag Hausbooturlaub dabei nicht gerade wie ein Schnäppchen erscheinen. Allerdings: Es gibt für jeden Geldbeutel den passenden Bootstyp und in der Regel verteilen sich die Kosten auf die Schultern einer mehrköpfigen Crew. Zudem lässt sich durch Selbstversorgung und eine Buchung außerhalb der Hauptsaison jede Menge sparen – und dann kostet Urlaub auf dem Hausboot im Endeffekt gar nicht mehr so viel.

Kosten für den Hausbooturlaub: die Bootsmiete

Hausboot-Modelle gibt es viele. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Größe und Komfort – und damit auch im Preis. Am kostengünstigsten sind Flöße, die in der Regel einfach ausgestattet sind: mit wetterfester Hütte, Liegeflächen für Schlafsäcke, Packkisten für Proviant und ausreichend Platz zum Sonnen. Ein Tag Huckleberry Finn-Feeling kostet in der Hauptsaison um die 200 Euro, eine Woche schlägt mit rund 800 Euro zu Buche.

Eine Komfort- und Preisklasse höher liegen Bungalowboote. Sie bieten meist ideal Platz für zwei bis vier Personen und warten oft mit Wohn- und Essbereich, Schlafkabinen, Nasszelle, Küche und Barrierefreiheit auf. Entsprechend kostet Urlaub auf dem Hausboot hier ein wenig mehr: etwa 1.300 bis 2.400 Euro pro Woche.

Motoryachten schließlich punkten ebenfalls mit viel Komfort und sind zudem durch ihre Bauweise noch etwas schnittiger unterwegs. Sie lassen sich leichter navigieren und eignen sich daher am besten für längere Touren mit vielen Schleusen und häufigem An- und Ablegen. Für eine Woche mit diesem Bootstyp bezahlt man – je nach Größe und Ausstattung – rund 2.000 bis 4.000 Euro. Aber Achtung: In der Nebensaison und außerhalb der Ferien kostet Urlaub auf dem Hausboot oft mehrere Hundert Euro weniger. Auch Frühbucher können den Mietpreis stark senken.

Kosten für den Hausbooturlaub: Liegegebühren und Betriebskosten

Neben den reinen Kosten für das Hausboot kommen noch Kosten hinzu, die auf der Reise entstehen. Für eine Übernachtung in Sportboothäfen, Marinas oder Vereinen bezahlt man etwa 1,50 Euro pro laufenden Meter. Bei einem Boot mit elf Metern Länge sind dies also 16,50 Euro pro Nacht. Für die Nutzung der Sanitäranlagen zahlt man etwa 2 Euro, für Strom 3 Euro (2 Personen), für das Abpumpen der Bordtoilette 30 Euro. An Schleusen, die nicht selbst bedient werden, sollte man ein kleines Trinkgeld für den Schleusenwärter parat haben.

Die Kosten für Diesel hängen natürlich von der Motorleistung, der Fahrweise und den gefahrenen Kilometern ab. Im Schnitt kann man mit rund 30 Fahrstunden pro Woche und daher mit gut 200 Euro rechnen.

Weitere Nebenkosten: Kaution, Endreinigung & Co. 

Bei der Übernahme des Hausboots ist eine Kaution zu hinterlegen, deren Höhe vom jeweiligen Bootstyp abhängt. In der Regel liegt sie zwischen 500 und 1.200 Euro, in manchen Revieren aber auch bei bis zu 2.000 Euro. Viele Anbieter gestatten es, die Endreinigung des Hausboots selbst durchzuführen. In einigen Fällen wird hierfür eine zusätzliche Kaution verlangt. Die hinterlegte Kaution wird bei ordnungsgemäßer Rückgabe des Hausboots zurückerstattet. Soll die Endreinigung vom Vermieter übernommen werden, muss mit ca. 50 Euro kalkuliert werden.

In den Charterkosten enthalten sind die Bootseinweisung (nebst Charterschein) sowie die Bootsversicherung Vollkasko mit Selbstbeteiligung. Bei manchen Anbietern zudem Geschirr, Bettwäsche und Handtücher. Andere hingegen erheben hier Extra-Gebühren, falls dies bereits an Bord sein soll (Starterset für 2 Personen rund 35 Euro (Bettwäsche, Handtücher, Spülmittel und -schwamm, Toilettenpapier etc.)). Zudem kann oftmals alles Mögliche dazugebucht werden: Schlauchboot, Sonnenschirm, Kühlbox, Räucherofen, Angel, Fahrräder usw.

Auf vielen Hausbooten ist die Mitnahme vierbeiniger Familienmitglieder erlaubt. Je nach Veranstalter wird für Haustiere eine wöchentliche Pauschale erhoben, die rund 50 bis 80 Euro beträgt. Wer mit dem Auto anreist, sollte zudem die Parkplatzgebühr nicht vergessen. Meist kann der Pkw im Heimathafen geparkt werden. Dafür sind für gewöhnlich zwischen 30 und 50 Euro pro Woche fällig.

Vermeidbare Kosten: Hier lauern mögliche Strafen

Wie im Straßenverkehr gelten auch auf Wasserstraßen bestimmte Regeln. Verstößt man gegen diese und wird erwischt, kostet Urlaub auf dem Hausboot gleich gehörig mehr. Hält man sich zum Beispiel nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben, werden 250 bis 1.500 Euro fällig. Hat der Skipper zu viel Alkohol im Blut – es gilt die 0,5-Promillegrenze – verhängt der Bußgeldkatalog eine Strafe von 350 Euro aufwärts. Auch darf nicht überall geankert und übernachtet werden. Missachtet man die Verbotsschilder und macht beispielsweise nahe an Schilfgürteln, in denen oft seltene Vogelarten nisten, fest, muss ein Bußgeld von 250 Euro gezahlt werden.

Fazit

Auf den Cent genau lässt sich ein Hausbooturlaub im Vorfeld nicht planen. Aber als grobe Kalkulation kann man summa summarum für eine Hauptsaison-Woche mit folgenden Gesamtkosten rechnen:

Floß – ca. 1.000 bis 1.200 Euro

Bungalowboot – ca. 2.000 bis 2.500 Euro

Motorboot – ca. 2.500 bis 4.000 Euro