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Brandenburger Wasserentdeckungen

Brandenburger Wasserentdeckungen

Ein Bootstörn von preußischen Schlössern bis zum Finowkanal. Ein besonderes Erlebnis vom Wasser aus – an Bord einer Charteryacht.

Lesedauer des Beitrags: 4 Minuten

Potsdam ist eine Stadt am Wasser. Grün bestimmt das Panorama, die Havelseen geben Sichtachsen auf Parks und preußische Schlösser frei und eröffnen ein Idyll als meisterhafte Komposition von Kultur, Natur und Historie.

In der Marina am Tiefen See heißt uns Frank Böning an einem sonnigen Nachmittag Ende August herzlich willkommen. Kaum ein Lüftchen regt sich über dem Wasser. Im Schatten der Sonnenschirme des Hafenbistros haben es sich eine Familie mit zwei Jungs und ein älteres Paar bei riesigen Eisbechern bequem eingerichtet. Unter ihren interessierten Blicken beladen wir unser schwimmendes Heim der kommenden Tage: die „Lea-Sophia“, eine Succes 125 Ultra New Line. Mit seiner Firma „FB Yachtcharter“ hat sich Frank Böning auf die Vermietung holländischer Stahlyachten aus der Werft Succes spezialisiert. Unsere weist 13,20 Meter Länge und 4,05 Meter Breite auf – das Flaggschiff seiner Flotte. In drei Kabinen finden bis zu sechs Passagiere geräumig Platz – man nimmt doch immer viel zu viel mit – und doch ist alles schnell verstaut.

Die ausführliche Einweisung und Unterweisung nebst Probefahrt in Schiff und Revier gibt uns Sicherheit und Vertrauen. Auch wenn in großen Teilen des Wasserreviers zwischen Müritz, Berlin und der Stadt Brandenburg/Havel Bootsferien ohne Führerschein an Bord eines Charterschiffs möglich sind, auf bestimmten Strecken muss doch ein geprüfter Schiffsführer vorhanden sein. Einen solchen Törn haben wir uns ausgesucht.

Dominsel Brandenburg an der Havel Mühlendamm @Magazin Seenland
Im Hintergrund die Dominsel von Brandenburg an der Havel – der Fischimbiss am Mühlendamm lädt zur Rast.

Den ersten Abend verbringen wir im Erlebnisquartier Schiffbauergasse, das wir vom Schiff zu Fuß leicht erreichen. Wo einst vom kleinen Ruderboot bis zum großen Hochseedampfer einiges schwimmende Gerät zum Leben erweckt wurde, hat sich heute eine abwechslungsreiche Landschaft aus Kultur, Kunst und Kulinarik angesiedelt. Bei wunderbarem Wein und rhythmischen Tangoklängen klingt der Abend bei Wirt Clemens Lambrecht an Bord des Schiffsrestaurant „John Barnett“ enthusiastisch aus.

Die Reise beginnt

Der nächste Tag führt uns stromabwärts. Bald grüßt Potsdam nur noch von ferne und wir sind eingetaucht in das abwechslungsreiche Spiel des Havellands: Werder – bekannt für seinen Obstanbau und das alljährlich im Mai stattfindende Baumblütenfest – lassen wir backbords liegen. Ufer weiten und verengen sich, die Havel mäandert durch Fließe und Seen und bieten uns Bootsurlaubern ein kurzweiliges Panorama.

Schleusenfrei erreichen wir am Abend Brandenburg an der Havel. Noch vor der großen Vorstadtschleuse legen wir im neuen Hafen „Havel Marin“ rechter Hand an. Erstaunlich viel Leben brandet uns entgegen und schnell spricht sich herum, dass heute ein großes Hafenfest veranstaltet wird. Wir stürzen uns mit ins Getümmel. Für Speis und Trank ist üppig gesorgt und als krönenden Höhepunkt erleben wir um elf Uhr ein leuchtendes Höhenfeuerwerk.

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