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Brandenburger Wasserentdeckungen

Brandenburger Wasserentdeckungen

Trotz erlebnisreicher Nacht ist die Crew am kommenden Morgen früh auf. Ein ganzes Stück Weg liegt vor uns, denn wir machen kehrt und fahren den gestrigen Weg in entgegengesetzter Richtung die Havel bergauf. Viele meinen, es sei langweilig, die gleiche Strecke zwei Mal zu befahren. Doch unsere Erfahrung sagt das Gegenteil. Eine neue Richtung macht einen komplett neuen Weg, und es gibt so viel unentdecktes am Ufer zu sehen, dass für Abwechslung allzeit gesorgt ist. Die Potsdamer Havel liegt hinter uns und der Bug der „Lea-Sophia“ schneidet sich elegant durchs Wasser: Wannsee voraus. Am fernen, rechten Ufer ist das berühmte Strandbad – die Badewanne der Berliner – zu entdecken. Pfaueninsel und Grunewaldturm lassen wir steuerbords liegen und passieren das Spandauer Gemünd. Die Stadt beginnt den Wasserlauf einzuschließen.

Schleuse Lehnitz @Magazin Seenland
Nach langem Warten werden alle Sportboote in Lehnitz gesammelt geschleust.

Vor der Spandauer Schleuse ist Schluss mit der Fahrt. Die Sportbootwartestelle am rechten Ufer zeigt ein rotes Signal. Generell haben Berufs- und Frachtschiffe Vorrang. Hier an der Spandauer Schleuse, am Fuße der ehrwürdigen Mauern der Zitadelle – eine der bedeutendsten und besterhaltenen Renaissance-Festungen Europas der einstigen Garnisonsstadt Spandau, die in ihren ältesten Bestandteilen auf Bauwerken aus dem 13. Jahrhundert fußt – kann das Geschick der Schubverbandskapitäne besonders schön beobachtet werden. Die Schleuse liegt in einer Flussbiegung. Geschickt manövrieren die Binnenschiffer ihre bis zu 115 Meter langen Gefährte aus der Kurve direkt in die Schleusenkammer. Sie versorgen Berlin mit Kohle und Baustoffen und bringen Schutt und Altmetall hinaus.

Nach den Berufsschiffen sind wir an der Reihe. Die Schleuse ist die erste auf unserer Tour und eignet sich hervorragend für eine Generalprobe: das Becken ist lang und breit, Crew­mitglieder besetzen alle Positionen an Leinen und Fendern und so wird mit aller Ruhe das Manöver mit Bravour gemeistert. Kurz hinter der Schleuse rechts ist das heutige Etappenziel erreicht. Der Hafen der Wasserfreunde Spandau heißt uns im Schatten der Zitadelle willkommen. In der langsam aufziehenden Dämmerung unternehmen wir einen entspannten Spaziergang über das Festungsareal und kehren später in die Zitadellen Schänke zu mittelalterlichem Speis und Trank ein.

Der nächste Tag bringt auch schon den nächsten Festungsbau – das Schloss Oranienburg ist unser Ziel. Doch wir lassen es ruhig angehen. Bei 35 Grad im Schatten ist Badezeit angesagt. Im Tegeler See suchen wir uns einen ruhigen Ankerplatz und lassen die Zeit dahintreiben. Da bewährt es sich, das unsere Komfortyacht mit einem richtigen Gefrierfach ausgestattet ist. Der Transport einer ordentlichen Portion Eis ist so kein Problem.

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