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Kein Grund zum Meckern

Kein Grund zum Meckern

Die Ziegenhöfe in Kraase und Regow bieten nicht nur verschiedene Käsesorten.

Während Ziegenkäse vor einigen Jahren vielen als exotisch galt, erfreut er sich heute zunehmender Beliebtheit. Doch muss es kein Käse aus Frankreich sein.

Die Ziegenhöfe in Kraase und Regow bieten nicht nur verschiedene Käsesorten.

Während Ziegenkäse vor einigen Jahren vielen als exotisch galt, erfreut er sich heute zunehmender Beliebtheit. Doch muss es kein Käse aus Frankreich sein.

In Kraase bei Waren und in Regow in Brandenburg gibt es zwei Ziegenhöfe, die mit ihrer jeweils eigenen ganz speziellen Philosophie die Ziegenzucht betreiben und die daraus entstehenden Produkte vermarkten. Das Ziegengut Kraase „hinter den sieben Bergen“ versteht sich als „Offener Hof“, auf dem Besucher jederzeit gern gesehen sind. Bei einem Rundgang über den Hof, der aus einem langgestreckten Gutshaus und einer Scheune besteht, gibt es neben der Ziegenherde viel zu sehen. Hier lebt die Familie Kuhr mit Hund, Katze, Pony und Schwein Erna. Im Hofladen kann man sich durch die vielen köstlichen Frischkäsesorten kosten. Daneben gibt es auch Ziegenjoghurt, Ziegensahne oder auch Ziegenbutter.

Käse „Müritzblau“

Zur Entwicklung der Spezialität des Hauses, dem Blauschimmelziegenkäse „Müritzblau«, wurde die Inhaberin Birgit Kuhr durch die Wellen der nahen Müritz und die schäumende weiße Gischt inspiriert. Wer sich für die Käseherstellung im Detail interessiert, kann in der Schaukäserei aus erster Hand alles Wissenswerte darüber erfahren oder in Seminaren selbst Käse oder Joghurt herstellen. Die Inhaberin erzählt anschaulich und mit viel Freude von ihrer naturverbundenen Arbeit.

Doch nicht nur Käse, auch Ziegenlammfleisch oder Ziegenwurst ist in Kraase zu bekommen. Dabei wirtschaftet der Hof nach ökologischen Grundsätzen. Dazu gehört auch, dass viele angebotene Produkte nur saisonal zu bekommen sind. Ein Besuch auf dem Ziegengut lohnt sich immer, doch während des Ziegenkäsetages an der Müritz natürlich ganz besonders. Er bietet nicht nur für Kenner eine genussvolle Entdeckungsreise in die vielfältige Welt des Ziegenkäses, sondern ist auch der ideale Einstieg für Neulinge, die auf den Geschmack kommen wollen. Im Juni 2005 fand der erste Ziegenkäsetag statt, der zu einer dauerhaften Tradition werden soll.

Ziegen an der Schleuse

Die Ziegenhöfe in Kraase und Regow bieten nicht nur verschiedene Käsesorten.

Während Kraase in der weiten und sanften Hügellandschaft Mecklenburgs inmitten von Feldern liegt und von der Straße aus leicht erreichbar ist, erschließt sich die Ziegenkäserei Regow besser auf einem ganz anderen Weg. Der Hof liegt tief inmitten dichter Brandenburgischer Wälder, unmittelbar an der Havelschleuse Regow. Wer hier mit dem Boot anlegt, entdeckt einen abgelegenen Ziegenhof, auf dem die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen scheint. Früher wohnte auf dem weitläufigen Gelände der Schleusenwärter. Heute tummeln sich hier Toggenburger Ziegen, so der Name der Rasse. Das Weiden der Tiere in der Umgebung der Schleuse hilft, die Kulturlandschaftsform der Heide für kommende Generationen zu erhalten. Mit etwas Glück besucht der Reisende den Schleusenhof, während gerade eines der Feste gefeiert wird, die es hier im Sommer oft gibt. Neben dem täglich geöffneten Hofladen gibt es dann Konzerte, große Fonduestube oder ausführliche Führungen über den ganzen Hof mit genauen Erläuterungen zur Haltung der Tiere. Die Betreiber der Ziegenkäserei, Sabine Denell und Hans Peter Dill, führen ihren Betrieb nach ökologischen Richtlinien der Europäischen Union.

Ihren Käsesorten haben sie fantasievolle Namen gegeben. Neben dem Frischkäse Regow-Roll und dem Camembert Regow-Bert gibt es auch Ehm Welks Liebling. Benannt nach dem berühmten Brandenburger Schriftsteller, wandelt sich dieser Käse während seiner halbjährigen Reifezeit von mild-cremig bis zu süß-nussig. Neben Käseprodukten führt der Hofladen ein reiches Angebot an Ziegenfleisch: vom Rippchen bis zur Keule. Allerdings sind meist Vorbestellungen nötig. Ähnlich wie in Kraase kann auch in Regow der Besucher selbst Hand anlegen. In Workshops werden sie in das Käsemachen eingeführt.

Wer nicht mit dem Boot, sondern mit Auto oder Fahrrad zum Schleusenhof möchte, erreicht ihn über einen etwas abenteuerlichen Waldweg, der in Breder­eiche beginnt, das von Fürstenberg aus leicht erreichbar ist. Doch ob bei einem Besuch in Regow oder in Kraase, man wird immer den Genuss für den Gaumen in Verbindung mit reiner Natur erleben können und dabei außer den Ziegen wohl niemanden meckern hören.

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2006

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