Revier-Überblick: Hausboot mieten und die Obere Havel entdecken

Von |3,7 Minuten Lesezeit|719 Wörter|Veröffentlicht am: 5. Juli 2022|
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Die Obere Havel-Wasserstraße (OHV) eignet sich hervorragend, um ein Hausboot zu mieten. Sie verbindet die Mecklenburgische Seenplatte mit den Brandenburger Gewässern und gehört zu den schönsten Wasserstraßen Europas. Sie beginnt bei Liebenwalde und mündet nach 94 Kilometern bei Neustrelitz in den Zierker See. Unterwegs, vor allem ab Fürstenberg/Havel, zweigen mehrere Gewässergruppen ab, die einen kleinen Umweg allemal wert sind. Zudem zeugen viele der an den Ufern gelegenen Orte von früheren Industrieepochen und einstigen regional-typischen Transportweisen. Wo früher die Ziegelproduktion boomte und das Floß gängiges Transportmittel war, dient die Vergangenheit heute als Vorlage für spannende Tourismusangebote. Auch zahlreiche Charterunternehmen, bei denen man ein Hausboot mieten kann, finden sich in diesem Bereich der Havel.

Die Obere Havel auf einen Blick

Länge: 116 Kilometer (inklusive Lychener, Templiner und Wentower Gewässer)
Brücken: 8 (niedrigste: Fährkrug Templiner Gewässer 3,57 Meter)
Schleusen: 10 (Fürstenberg, Himmelpfort, Bredereiche, Regow, Zaaren, Schorfheide, Kannenburg, Templin, Zehdenick, Bischofswerder)

Lychener Gewässer

Fährt man die OHV flussabwärts, kann unweit von Fürstenberg/Havel, in Himmelpfort am Stolpsee, in Richtung der Lychener Gewässer abgezweigt werden. Die kurze, etwa acht Kilometer lange Strecke führt durch den Moderfitzsee und über die Woblitz bis zum Großen Lychensee.

Blick auf den Stadtanleger Lychen

Prägend für dieses Seengebiet ist seine lange Tradition als Transportweg für Holz. So kann die Flößerei in Lychen bis auf das Jahr 1720 zurückverfolgt werden und war in Kombination mit der wald- und wasserreichen Umgebung über lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig der Region. Baumstämme wurden zu Flößen verbunden und bis nach Berlin oder Hamburg in die Sägewerke transportiert. So ging es bis in die 1960er Jahre hinein; das letzte Floß fuhr 1975. Seit einigen Jahren ist diese besondere Art der Fortbewegung jedoch wieder präsent – allerdings einzig und allein für den vergnüglich-urigen Freizeitspaß.

Templiner Gewässer

Wieder zurück auf der OHW windet sich diese in sanften Biegungen durch Naturschutzgebiete, ausgedehnte Wälder und Äcker. Die Wasserstraße durchfließt hier auch die Schorfheide, ein besonders urwüchsiges Sumpf- und Waldgebiet mit Hochmooren und anderen Feuchtbiotopen. Hinter der Schleuse Schorfheide geht es Backbord auf 22 Kilometern zu den Templiner Gewässern. Bereits im 17. Jahrhundert, als die Obere Havel ausgebaut wurde, konnten Schiffe von Berlin nach Templin fahren. Die Wasserstraße sowie die Schleuse Kannenberg zählen zu den ältesten der Region. Doch nur knapp 70 Jahre standen die Templiner Gewässer in wirtschaftlicher Blüte. Als Transportweg für Getreide aus der Uckermark verlor die Wasserstraße schnell an Bedeutung. Mit dem Neubau der Schleuse Templin im Jahr 2005 stehen nun jedoch auch die fünf oberhalb Templins gelegenen Seen den Bootstouristen offen. Anleger gibt es zwar wenige, dafür aber schöne Badebuchten, eine Wasserskistrecke sowie sehr, sehr sauberes Wasser. Vor allem Naturfreunde werden hier ins Schwärmen kommen, denn bestimmte Teilstücke des Templiner Wassers und Templiner Kanals sind sogar bis weit in das Fahrwasser hinein mit Seerosen bewachsen. Weiter Richtung Nordosten führt die Wasserstraße direkt durch Templin und vorbei an den vielen gut erhaltenen mittelalterlichen Bauwerken. Nach einer Schleusung kann die Fahrt Richtung Templiner See und Fährsee fortgesetzt werden.

Im Stadthafen Templin ist vor allem im Sommer so einiges los.

Wenige Kilometer flussabwärts folgt mit den rechterhand gelegenen Wentower Gewässer bereits die nächste Gelegenheit für einen Abstecher. Nach dem etwa 22 Kilometern für Hin- und Rückweg folgt man bis Zehdenick wieder dem krummen Flusslauf der Havel. Die seenreiche Tonstichlandschaft ist ein wunderschöner Überrest der einst hier boomenden Ziegelindustrie. Ab Zehdenick zu Tal ist der Fluss dann jedoch kanalisiert und verliert dadurch erheblich an Reiz. Verschiedene Optionen für die Weiterfahrt bieten sich in Liebenwalde: So kann man nach Osten abbiegen und eine Tour auf dem Oder-Havel-Kanal und Finowkanal anschließen. Oder aber man begibt sich in westliche Richtung und befährt die Oder-Havel-Wasserstraße. Von hier aus sind Touren zu den Rheinsberger Gewässern, ins Havelland, nach Berlin oder Potsdam möglich.

Du willst ein Hausboot mieten und die Havel entdecken? 

Dann schau doch einmal bei unserer Online-Suche vorbei. Ob Floß, Hausboot oder Motoryacht: Hier findest du garantiert das ideale schwimmende Gefährt für deinen nächsten Urlaub auf dem Wasser. Vielfach auch ohne Führerschein.

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Die Obere Havel-Wasserstraße (OHV) eignet sich hervorragend, um ein Hausboot zu mieten. Sie verbindet die Mecklenburgische Seenplatte mit den Brandenburger Gewässern und gehört zu den schönsten Wasserstraßen Europas. Sie beginnt bei Liebenwalde und mündet nach 94 Kilometern bei Neustrelitz in den Zierker See. Unterwegs, vor allem ab Fürstenberg/Havel, zweigen mehrere Gewässergruppen ab, die einen kleinen Umweg allemal wert sind. Zudem zeugen viele der an den Ufern gelegenen Orte von früheren Industrieepochen und einstigen regional-typischen Transportweisen. Wo früher die Ziegelproduktion boomte und das Floß gängiges Transportmittel war, dient die Vergangenheit heute als Vorlage für spannende Tourismusangebote. Auch zahlreiche Charterunternehmen, bei denen man ein Hausboot mieten kann, finden sich in diesem Bereich der Havel.

Die Obere Havel auf einen Blick

Länge: 116 Kilometer (inklusive Lychener, Templiner und Wentower Gewässer)
Brücken: 8 (niedrigste: Fährkrug Templiner Gewässer 3,57 Meter)
Schleusen: 10 (Fürstenberg, Himmelpfort, Bredereiche, Regow, Zaaren, Schorfheide, Kannenburg, Templin, Zehdenick, Bischofswerder)

Lychener Gewässer

Fährt man die OHV flussabwärts, kann unweit von Fürstenberg/Havel, in Himmelpfort am Stolpsee, in Richtung der Lychener Gewässer abgezweigt werden. Die kurze, etwa acht Kilometer lange Strecke führt durch den Moderfitzsee und über die Woblitz bis zum Großen Lychensee.

Blick auf den Stadtanleger Lychen

Prägend für dieses Seengebiet ist seine lange Tradition als Transportweg für Holz. So kann die Flößerei in Lychen bis auf das Jahr 1720 zurückverfolgt werden und war in Kombination mit der wald- und wasserreichen Umgebung über lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig der Region. Baumstämme wurden zu Flößen verbunden und bis nach Berlin oder Hamburg in die Sägewerke transportiert. So ging es bis in die 1960er Jahre hinein; das letzte Floß fuhr 1975. Seit einigen Jahren ist diese besondere Art der Fortbewegung jedoch wieder präsent – allerdings einzig und allein für den vergnüglich-urigen Freizeitspaß.

Templiner Gewässer

Wieder zurück auf der OHW windet sich diese in sanften Biegungen durch Naturschutzgebiete, ausgedehnte Wälder und Äcker. Die Wasserstraße durchfließt hier auch die Schorfheide, ein besonders urwüchsiges Sumpf- und Waldgebiet mit Hochmooren und anderen Feuchtbiotopen. Hinter der Schleuse Schorfheide geht es Backbord auf 22 Kilometern zu den Templiner Gewässern. Bereits im 17. Jahrhundert, als die Obere Havel ausgebaut wurde, konnten Schiffe von Berlin nach Templin fahren. Die Wasserstraße sowie die Schleuse Kannenberg zählen zu den ältesten der Region. Doch nur knapp 70 Jahre standen die Templiner Gewässer in wirtschaftlicher Blüte. Als Transportweg für Getreide aus der Uckermark verlor die Wasserstraße schnell an Bedeutung. Mit dem Neubau der Schleuse Templin im Jahr 2005 stehen nun jedoch auch die fünf oberhalb Templins gelegenen Seen den Bootstouristen offen. Anleger gibt es zwar wenige, dafür aber schöne Badebuchten, eine Wasserskistrecke sowie sehr, sehr sauberes Wasser. Vor allem Naturfreunde werden hier ins Schwärmen kommen, denn bestimmte Teilstücke des Templiner Wassers und Templiner Kanals sind sogar bis weit in das Fahrwasser hinein mit Seerosen bewachsen. Weiter Richtung Nordosten führt die Wasserstraße direkt durch Templin und vorbei an den vielen gut erhaltenen mittelalterlichen Bauwerken. Nach einer Schleusung kann die Fahrt Richtung Templiner See und Fährsee fortgesetzt werden.

Im Stadthafen Templin ist vor allem im Sommer so einiges los.

Wenige Kilometer flussabwärts folgt mit den rechterhand gelegenen Wentower Gewässer bereits die nächste Gelegenheit für einen Abstecher. Nach dem etwa 22 Kilometern für Hin- und Rückweg folgt man bis Zehdenick wieder dem krummen Flusslauf der Havel. Die seenreiche Tonstichlandschaft ist ein wunderschöner Überrest der einst hier boomenden Ziegelindustrie. Ab Zehdenick zu Tal ist der Fluss dann jedoch kanalisiert und verliert dadurch erheblich an Reiz. Verschiedene Optionen für die Weiterfahrt bieten sich in Liebenwalde: So kann man nach Osten abbiegen und eine Tour auf dem Oder-Havel-Kanal und Finowkanal anschließen. Oder aber man begibt sich in westliche Richtung und befährt die Oder-Havel-Wasserstraße. Von hier aus sind Touren zu den Rheinsberger Gewässern, ins Havelland, nach Berlin oder Potsdam möglich.

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