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Sicheres Fahren mit dem Hausboot2022-06-14T09:01:53+02:00

Urlaub auf einem gemieteten Boot ist aktive Erholung mitten in der Natur. Damit der Urlaub ein voller Erfolg wird, gehören wie im Straßenverkehr einige Regeln und Kenntnisse dazu. gesunder Menschenverstand, Rücksicht und Umsicht zählen sicherlich dazu, und dennoch lohnt es sich einen Blick in unsere Antworten auf die häufigsten Fragen zum sicheren Fahren mit dem Hausboot zu werfen.

Wie bereite ich sicheres Anlegen mit dem Boot vor?2022-03-23T13:34:20+01:00

Grundsätzlich muss jedes Manöver gewissenhaft vorbereitet und ausgeführt werden, um Schaden am eigenen Boote, an dem anderer und  natürlich an der Mannschaft zu vermeiden. Dazu gehört es, alle benötigten Mittel vorzubereiten. Für ein Anlegemanöver sind dies die Festmacherleinen – idealerweise vier Stück – und die Fender. Die Leinen müssen klar laufen, sie dürfen also nicht verheddert sein oder Knoten haben und sollten sich am richtigen Platz befinden. Auch sollte das eine Ende der Leine bereits sicher am eigenen Hausboot festgemacht sein und so platziert werden, dass sie beim Gebrauch nicht mit der Reling verklemmt. Fender müssen so platziert werden, dass sie den Schiffskörper effektiv schützen. Steg und Kaimauer können in jedem Hafen sehr unterschiedlich gestaltet sein. Mit ein bisschen Fantasie kann man bereits vorab einschätzen, wie die Steganlage, das Boot und die Fender zusammenpassen. Dazu ein wichtiger Hinweis: Ein Hausboot dreht sich immer um seinen Schwerpunkt. Das bedeutet, wenn das Heck sich zu der einen Seite bewegt, versetzt sich der Bug zur anderen.
Falls das Manöver nicht auf Anhieb gelingt am besten abbrechen und mit Ruhe nochmals neu anfahren.

Inwiefern beeinflussen Wind, Strömung und Wellen das Anlegen?2022-03-22T22:04:24+01:00

Umwelteinflüsse wie Wind, Strömung und Wellen verändern das Verhalten eines Hausbootes in Abhängigkeit von seiner Bauform direkt. Einige Beispiele: Ein hohes Gewicht macht das Boot träge. Es reagiert langsamer, sowohl auf Umwelteinflüsse als auch auf den Motoreinsatz. Ein geringer Tiefgang bedeutet einen geringen Wasserwiderstand. Das Boot treibt also schneller ab. Hohe Aufbauten wirken wie Segel und verstärken den Einfluss des Windes. Diese Effekte mit einzuplanen, ist Teil der ordentlicher Manövervorbereitung und je nach Situation sehr individuell. Grundsätzlich sind diese Einflüsse auf den für Hausboote idealen Binnenwasserstraßen an den meisten Tagen sehr gering.

Was bedeutet der Radeffekt beim Hausboot?2022-03-17T08:32:02+01:00

Der Radeffekt beschreibt den Einfluss des sich drehenden Propellers bei einem rückwärts fahrenden Hausboot. Je nach Drehrichtung der Schraube wird das Heck bei der Rückwärtsfahrt nach links oder rechts verschoben. Wie stark sich dieser Effekt auf die Fahreigenschaft des Bootes auswirkt ist sehr individuell.

Welche Antriebsformen gibt es bei Hausbooten?2022-03-22T22:01:55+01:00

Die meisten Hausboote verfügen über einen Dieselmotor, der mittschiffs verbaut ist. Über eine starre Welle wird der Propeller am Heck angetrieben. Dies ist die gängigste Antriebsform für Boote in klassischer Verdrängerbauweise. Viele Hausboote sind auch als Katamaran in Pontonbauweise konstruiert. Diese Boote werden meist mit einem Außenborder am Heck angetrieben. Als Treibstoff dient hier Benzin. Für eine wesentlich stärkere Motorisierung wird gesorgt, wenn in beiden Bauformen jeweils zwei Motoren zum Einsatz kommen. Weitere Antriebsformen wie Elektromotor, Z-Antrieb, Hydraulikmotor usw. sind bei Hausbooten selten anzutreffen.

Wie lege ich in einer Box an?2022-03-25T12:38:33+01:00

Mit einem Hausboot legt man am besten rückwärts in einer Box gegen den Wind an. Dabei kommt das Heck mit der Badeplattform am Steg zu liegen. Das macht das Ein- und Aussteigen sehr einfach. So geht man dabei vor:

1. Mit dem Hausboot in sehr langsamer Fahrt an der Box vorbei fahren bis die Schiffsmitte sich etwa auf der Höhe der Box befindet.

2. Aufstoppen

3. Rotationsbewegung des Bootes eingeleitet und damit das Heck für die Einfahrt zum Steg hin ausgerichtet: Ruder weg vom Steg voll einschlagen, Antrieb vorwärts einkuppeln; sobald man die Drehbewegung im Schiff wahrnimmt, den Gashebel wieder auf neutral stellen. Die Drehbewegung ggf. mit Bug- und Heckstrahlruder unterstützen.

4. Für die Rückwärtsfahrt das Ruderblatt in neutrale Position legen und den Antrieb rückwärts kurzzeitig einkuppeln. Pfähle der Box ggf. schon in Vorbeifahrt mit Leinen locker belegen.

5. Schließlich kommt der Moment des Aufstoppens kurz bevor das Heck gegen den Steg fährt. Ganz wichtig: Ruderlage auf Neutralstellung überprüfen. Mit einem kurzen Einkuppeln und dem entsprechenden Vorwärtsimpuls wird das Boot aufgestoppt.

6. Die Heckleinen werden ausgebracht und sicher belegt. Auch die Bugleinen können jetzt fixiert werden. Schließlich muss man noch die Lage der Fender kontrollieren.

Wie lege ich an einem Steg an?2022-03-25T12:37:41+01:00

Anlegeseite des Bootes mit Fendern abpolstern, dabei die Höhe des Stegs und ggf. Lücken der Spundwand im Auge behalten. Parklücke im 45°-Winkel ansteuern und bei Annäherung immer spitzer werden. Immer gegen Wind und Strömung anlegen, so bleibt man selbst der aktive Part im Geschehen. Vom Steuerstand ist die Situation am Bug schwer einzuschätzen, daher ein Crew-Mitglied am Bug des Hausbootes platzieren, das einem den Abstand signalisiert. Aufstoppen, sobald das Boot parallel zum Steg liegt. Eventuell mit Bug- und Heckstrahlruder korrigieren. Zum Festmachen werden Klampenschlag und Palstek angewandt.

 

Wie gelingt sicheres Ablegen?2022-03-25T12:35:30+01:00

Ob Sie mit Ihrem Boot aus einer Box heraus ableben, von der Kaimauer oder einem Steg, das Vorgehen ist immer dasselbe:

1. Landstrom abstöpseln.

2. Festmacherleinen prüfen, damit beim Ablegen alles klar läuft. Am besten auf Slip legen, also so, dass die Leine von Bord aus gelöst und eingeholt werden kann.

3. Antriebsmaschine starten.

4. Freien Fahrweg im Hafen überprüfen.

5. Leinen Schritt für Schritt lösen und langsam Fahrt aufnehmen (ggf. auch rückwärts).

6. Auf Rotationsradius des Schiffes und freies Heck achten. Tipp: Das Heck bekommt man vom Ufer frei, indem man das Ruder zum Ufer hin einschlägt.

Darf ich am Kanal- oder Flussufer anlegen?2022-03-22T14:51:39+01:00

Nein, „wildes“ Anlegen am Ufer oder Festmachen an Bäumen ist in Deutschland nicht gestattet. Hausboote mit Katamaranrumpf dürfen bei manchen Charterfirmen angelandet werden, das heißt im seichten Wasser leicht an einen Strand gefahren werden. Holen Sie sich dafür aber vorab die Genehmigung ihres Vermieters, da ansonsten hohe Kosten bei Unterwasserschäden aufkommen. Schilfgürtel und Ufervegetation sind in jedem Fall tabu, da Lebensraum geschützter Arten.

Wie fahre ich mit dem Boot durch eine Schleuse?2022-03-22T14:49:22+01:00

Schleusen macht Spaß, bietet Gelegenheit für einen Plausch mit dem Schleusenwärter oder anderen Crews. Und: Schleusen ist kein Hexenwerk, allerdings hat vor der Premiere wohl jede Crew etwas Herzklopfen. Ein paar einfache Regeln sind zu beachten:

1. Langsames Einfahren erst bei grün. Die Berufsschifffahrt hat Vorrang. Motor aus sobald man sicher liegt.

2. Leinen niemals an Klampen oder Schleusenleitern festknoten! Das kann böse ausgehen. Vielmehr muss die Leine beim Sinken oder Steigen des Wasserspiegels locker durch die Hand gleiten.

3. Beim Aufwärtsschleusen geht ein Crewmitglied an Land, legt die Leinen um Poller und gibt die Enden zurück an Bord. Bei größerem Hub sind Stangen oder Poller vom Boot aus erreichbar. Steigt das Boot an, werden die Leinen laufend dichter gezogen. Beim Abwärtsschleusen wird Leine nachgegeben, solange das Boot sinkt.

Normalerweise sind die Schleusen täglich zwischen 7.00 Uhr und 19.45 Uhr geöffnet und können kostenfrei passiert werden. Auf bestimmten Streckenabschnitten gelten andere Betriebszeiten und manchmal sogar Mittagspausen.

Wie funktioniert eine Selbstbedienungsschleuse?2022-03-22T14:43:11+01:00

Neben den gewöhnlichen Schleusen gibt es auch solche, die durch den Sportbootsführer selbst bedient werden. Durch das Betätigen eines grünen Hebels an der Wartestelle meldet sich der Nutzer zur Schleusung an. Eine elektronische Anzeige bestätigt, dass die Schleusung vorbereitet wird. Nach kurzer Zeit öffnen sich die Schleusentore. Eine Lichtsignalanlage gibt durch grünes Licht die Einfahrt frei. Nachdem alle Boote eingefahren sind und festgemacht (niemals belegen, Leinen immer in der Hand führen) haben, betätigt der zuerst Eingefahrene einen grünen Hebel in der Schleusenkammer. Achten Sie immer auf alle Mitreisenden – vielleicht will ein Nachzügler auch noch mit. Nun werden die Tore geschlossen und der Pegelstand wird hergestellt. Danach öffnen sich die Tore und bei grünem Ausfahrtssignal kann die Schleusenkammer wieder verlassen werden.

Gibt es Reviere ohne Schleusen?2022-03-17T08:30:58+01:00

Nein, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein Fahrgebiet, das gänzlich ohne Schleusen auskommt. Aber natürlich gibt es unterwegs immer wieder Streckenabschnitte, die schleusenfrei sind, z. B. die Oberseen (Müritz, Kölpinsee, Fleesensee, Plauer See) oder die Peene.

Darf ich an der Schleuse übernachten?2022-03-22T14:17:09+01:00

Im Schleusenbereich darf man nur unter bestimmten Bedingungen stillliegen bzw. übernachten:

– wenn der Schleusenbetrieb für den Tag bereits eingestellt ist
– wenn man die nächste zu durchfahrende Schleuse nicht mehr vor Beendigung der Schleusenbetriebszeit erreichen kann
– wenn man die Fahrt, zum Beispiel im Fall eines Schadens, nicht fortsetzen kann
– wenn es die Schleusenaufsicht ausdrücklich erlaubt

Legen Sie immer so an, dass andere Ihre Absicht erkennen. Also nicht auf Warteposition eins, wenn Sie gar nicht als erstes Boot am nächsten Morgen schleusen wollen. Oder in verkehrter Fahrtrichtung am Ende der Wartestelle, wenn Sie zur nächsten Schleuse aufbrechen wollen.

Wie ankere ich mit dem Hausboot?2022-03-22T14:21:27+01:00

Um in einer schönen Bucht mit genügend Abstand zum Ufer und zu anderen Booten eine längere Zeit zu liegen, braucht es die Ankerwinsch bzw. Ankerwinde am Bug des Boots. Dabei sind folgende Schritte zu beachten:

Anker werfen

– Wassertiefe feststellen (Wasserkarte oder Echolot, Ankerkette sollte drei bis fünf Mal so lang sein wie die Wassertiefe)
– Bug des Boots gegen den Wind drehen und aufstoppen, den Motor aber laufen lassen
– Anker auf den Grund lassen (nach und nach, nicht in einem Rutsch)
– langsam rückwärts fahren, damit er sich im Grund eingräbt
– sichere Lage des Schiffs durch Kreuzpeilung und Beobachten des Schwojekreises überprüfen

Anker lichten

– Kette langsam über die Ankerwinsch einholen
– wenn sie senkrecht zwischen Anker und Boot steht: Motor starten
– Anker von Schlamm oder Sand befreien

Wie bremse ich ein Hausboot?2022-03-22T14:03:27+01:00

Sie bremsen das Boot mit dem Rückwärtsgang. Beachten Sie aber das Trägheitsmoment durch das Gewicht des Schiffs. Das Boot bremst also verzögert und hat einen langen Bremsweg. Beim Rückwärtsfahren ist das Boot nicht über das Ruder steuerbar. Dies geschieht über das Bug- bzw. Heckstrahlruder oder durch kurzfristiges Vorwärtsfahren. Der Radeffekt kommt zusätzlich ins Spiel. Um einen Getriebeschaden zu vermeiden dürfen Sie niemals in einem Schwung den Gashebel vom eingelegten Vorwärtsgang direkt in den Rückwärtsgang durchreißen (oder ansers herum). Legen Sie immer eine Schaltsekunde auf neutraler Stellung ein.

Welche Seemannsknoten sollte ich können?2022-03-22T13:46:31+01:00

Um das Boot sicher festzumachen, sind im Wesentlich drei Knoten wichtig:

– Klampenschlag (Belegen einer Klampe mit Kopfschlag)

Klampe belegen

– Webeleinstek


– Palstek

Was bedeuten die Tonnen auf dem Wasser?2022-03-22T13:45:16+01:00

Wer auf Binnengewässern schippert, dem begegnen vor allem rote und grüne Tonnen. Sie zeigen die Begrenzung des Fahrwassers, das heißt, nur zwischen diesen darf sicher gefahren werden. Grüne Tonnen markieren die linke, rote Tonnen die rechte Seite (jeweils stromabwärts gesehen; stromaufwärts ist es entsprechend anders herum). Gelbe oder schwarz-gelbe Tonnen bedeuten z. B. Untiefe oder Gefahrenstelle. Besitzen sie ein rotes Band oder Kreuz, handelt es sich um ein Sperrgebiet, das nicht durchfahren werden darf. Umgangssprachlich werden Tonnen auch häufig als Bojen bezeichnet.

Was ist bei Brücken zu beachten?2022-03-22T13:38:28+01:00

Brücken und Brückenpfeiler können das Fahrwasser erheblich einschränken. Das Durchfahren ist daher anhand bestimmter Verkehrszeichen geregelt – entweder mit oder ohne Gegenverkehr. Zudem muss man die Durchfahrtshöhe im Auge behalten, damit man sich nicht die Persenning oder den Mast abfährt. Brückenhöhen sind in Wasserkarten eingetragen. Teilweise schwanken sie aber mit dem Pegel. Im Zweifelsfall ganz langsam heran fahren und Augenmaß nehmen. Zudem gibt es Brücken, die zur Durchfahrt geöffnet werden müssen (z. B. Malchow, Plau am See, Plate). In der Regel geschieht dies alle 60 bis 90 Minuten. Etwas Kleingeld bereithalten – der Brückenwärter bittet z. T. mit einem Kingelbeutel um eine kleine Spende.

Was muss ich beim Fahren eines Hausboots beachten?2022-03-22T13:33:35+01:00

Mit einem Hausboot ist man formal als Sportboot unter Antriebsmaschine unterwegs. Alle anderen Wassersportler haben demnach Vorrang. Solange man sich jedoch mit dem Hausboot allein auf dem Gewässer befindet, darf dort gefahren werden, wo es einem als am besten geeignet erscheint. Gerade bei der Fahrt auf schmalen Kanälen ist dies in der Regel die Mitte. Erst sobald wir einem anderen Hausboot begegnen, treten Regeln in Kraft:

1. Wer von rechts kommt, hat die Pflicht seinen Kurs zu halten, wer von links kommt, weicht aus.
2. Bei frontaler Begegnung weichen beide Boote nach rechts aus. Allen anderen Wasserfahrzeugen müssen wir ohnehin immer ausweichen.

Ein Rechtsfahrgebot gibt es auf dem Wasser nicht. Grundsätzlich müssen immer alle so fahren, dass niemand behindert oder beschädigt wird.

Dürfen alle Mitreisenden das Boot steuern?2022-03-22T13:31:18+01:00

An Bord hat immer genau eine Person die Verantwortung – nämlich der Schiffsführer bzw. die Schiffsführerin. Sie kann jedoch eine andere geeignete, mindestens 16 Jahre alte Person bestimmen (Rudergänger), die das Boot steuert. In der Praxis muss man aber nicht ständig das Steuer in der Hand halten, um ein Hausboot zu navigieren. Wer sich zum Beispiel mit seinem Kind ans Steuer setzt und dabei die Übersicht behält, wird merken, dass auch der Nachwuchs schnell den Bogen raus hat. Besitzt der Antrieb weniger als 15 PS, so gilt die Altersgrenze nicht.

Benötige ich einen Kartenplotter?2022-03-22T09:30:10+01:00

Ein Kartenplotter ist das Navi fürs Boot. Diese Geräte sind jedoch  ursprünglich für das Fahren auf dem Meer konzipiert. Auf Binnengewässern hat man stets Land in Sicht und fährt in betonntem Fahrwasser. Bei unsichtigem Wetter ist das Fahren mit dem gemieteten Hausboot ohnehin untersagt. Ein Kartenplotter ist daher nicht erforderlich, kann manchen sogar verwirren oder ist eine technische Spielerei – je nach persönlichem Geschmack. Einige Kartenplotter haben einen integrierten Fishfinder. Für Angler kann dies also durchaus einen Mehrwert bieten.

Was bringt ein Skippertraining?2022-03-22T13:30:08+01:00

Das Skippertraining ist sinnvoll für alle, die mehr wissen wollen und unter Anleitung Erfahrung an Bord eines Bootes sammeln möchten. Auch für Besitzer eines Sportbootführerschein Binnen ist das Navigieren eines Hausbootes oftmals eine neue Erfahrung. Denn die meist kurze, praktische Ausbildung für diesen Führerschein erfolgt oftmals auf kleineren Booten mit Außenborder. Ein Hausboot mit bis zu 15 Metern Länge, mehreren Tonnen Gewicht und starrer Antriebswelle reagiert hingegen ganz anders auf Wind und Wetter. Um die nötige Übung mit dem Boot auf engstem Raum im Hafen oder in Schleusenkammern zu erlangen, sind Skippertrainings in kleinen Gruppen auf größeren Booten ideal. Damit gewinnt man Sicherheit und Gelassenheit, zwei Fähigkeiten, die wesentlich zum Gelingen eines Bootsurlaubes beitragen.

Darf ich mit dem Hausboot nachts fahren?2022-03-22T11:32:56+01:00

Nein, das ist aufgrund der Unfallgefahr nicht erlaubt. Hausboote müssen vor Einbruch der Dunkelheit einen geeigneten Liegeplatz gefunden haben.

Ab welcher Windstärke darf ich nicht mehr fahren?2022-03-22T12:37:13+01:00

Die Windstärke wird in Beaufort (Bft) gemessen. Für Segler ist er ein Freund und macht die Fahrt erst möglich. Bei einem Hausboot erfordert der Umgang mit Wind eine gewisse Übung und Erfahrung, denn der Wind nimmt direkten Einfluss auf das Fahrverhalten des Bootes.

0 Bft: Windstille (Rauch steigt senkrecht auf.)

1 Bft: leiser Zug (Der Zug des Rauchs zeigt die Windrichtung an.)

2 Bft: leichte Brise (Blätter und Wimpel bewegen sich.)

3 Bft: schwache Brise (Dünne Zweige bewegen sich und Wimpel werden gestreckt.)

4 Bft: mäßige Brise (Dünne Äste bewegen sich und Staub fliegt auf.)

5 Bft: frische Brise (Kleine Bäume schwanken und Schaumkronen bilden sich.)

Bei weniger als 4 Bft sind diese Einflüsse sehr gering – ab 4 Bft sollte man sich informieren und das eigene Können realistisch einschätzen. Für Hausboote, die führerscheinfrei, also mit dem Charterschein geführt werden, gelten besondere Regelungen und ein generelles Fahrverbot ab Windstärke 4 Bft.

Wie verhalte ich mich bei einer Panne oder einem Unfall?2022-03-22T11:26:39+01:00

Zwar sind Pannen äußerst selten, trotzdem kann es auch mal vorkommen, dass der Motor streikt oder es Probleme mit der Elektrik oder Gasversorgung gibt. Ist dies der Fall, rufen Sie am besten sofort beim Charterunternehmen an. Dort nennen Sie Ihren Namen, den Bootsnamen, den genauen Standort und die Art der Panne. Von einer Reparatur in Eigenregie sollte Abstand genommen werden. Erfahrene Techniker des jeweiligen Vercharterers übernehmen diese Aufgabe.

Sollte es zu einem Unfall (Havarie) kommen, gilt es auch, sofort Kontakt mit dem Vermieter aufzunehmen. Zudem muss die Wasserschutzpolizei gerufen und das Unfallprotokoll im Bordbuch ausgefüllt werden. Ist ein Dritter zu Schaden gekommen, unbedingt Kontaktdaten notieren (ggf. auch von Zeugen) und Fotos anfertigen.

Was mache ich im Falle einer Grundberührung?2022-03-22T11:14:03+01:00

Beim Fahren mit einem Hausboot gilt es immer, auch in der dritten Dimension zu denken, denn unter Wasser lauern ungeahnte Gefahren, wenn man sich außerhalb des Fahrwassers aufhält. Aber auch dem geübten Skipper kann aus Unachtsamkeit eine Grundberührung unterlaufen – entweder rumpelt es dann oder das Schiff wird ungeplant langsamer oder stoppt ganz. In jedem Fall ist der Vermieter zu informieren. Falls man feststeckt, wird zudem Hilfe benötigt, um wieder frei zu kommen. Selbst wenn man dies allein schafft, müssen Unterschiff und Propeller auf etwaige Beschädigungen untersucht werden, sonst kann dies böse Folgen für den nächsten Gast haben. Bei Grundberührung innerhalb des Fahrwassers ist zudem das Wasser- und Schifffahrtsamt bzw. die Wasserschutzpolizei zu informieren.

Gibt es auf dem Wasser Geschwindigkeitsbegrenzungen?2022-03-22T11:05:35+01:00

Die erlaubte Fahrtgeschwindigkeit auf den Wasserstraßen in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beträgt zwischen 6 und 12 km/h. Auf Kanälen sind es meist 9 km/h. Welche Geschwindigkeit wo gilt zeigen Schilder und ein Blick in die Wasserkarte. Zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten können abweichende Geschwindigkeiten auf dem Wasser gelten. Auf Elbe und Oder gibt es keine generellen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auf Seen und seenartigen Erweiterungen mit einer Gewässerbreite von mehr als 250 Metern gilt für Sportboote unter Motor in der Regel die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Und ja, es gibt auch Blitzer auf dem Wasser. Die Wasserschutzpolizei misst gern mit Laser und kassiert vor Ort. Als Faustformel gilt: jedes km/h zu viel kostet 10,00 EUR.

Sind Rettungswesten an Bord?2022-03-22T10:02:42+01:00

Wettungswesten gehören verpflichtendend zur Sicherheitsausstattung eines jeden Hausbbots. An Bord befinden sich immer ein Rettungsring sowie ausreichend Rettungswesten. Kinder sollten diese stets tragen, wenn sie sich an Deck befinden. Bootsurlauber, die mit einem Charterschein unterwegs sind, müssen auf bestimmten Seen und Streckenabschnitten ebenfalls eine Rettungsweste tragen. Überprüfen Sie vor Abfahrt, ob die passenden Größen an Bord sind.

Wo erhalte ich Informationen zu Sperrungen auf dem Wasser?2022-03-22T09:56:47+01:00

Der Elektronische Wassersstraßen-Informationsservice (ELWIS) der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes liefert viel Wissenswertes vor und während der Bootstour. Darunter aktuelle Schleusenbetriebszeiten, eventuelle Streckensperrungen und Wasser- bzw. Pegelstände für Deutschland.

Was ist ein Bugstrahlruder?2022-03-22T09:53:45+01:00

Ein Bugstrahlruder ist ein querschiffs am Bug angebrachter Propeller, der beim Manövrieren hilft. Vor allem im Stand, bei langsamer Fahrt sowie beim An- und Ablegen. Viele Hausboote besitzen auch ein Heckstrahlruder.

Was sind Klampen?2022-03-26T13:04:35+01:00

Klampen sind Vorrichtungen aus Stahl oder Aluminium, die dem Festmachen mit Leinen dienen. Sie sind auf dem Hausboot mindestens an allen vier Ecken, aber auch an Liegeplätzen und Schleusen angebracht. Um sicheres Anlegen zu gewährleisten, sollte jeder an Bord den das Belegen einer Klampe mit Kopfschlag (Klampenschlag) beherrschen.

Was ist ein Fender?2022-03-26T13:07:05+01:00

Die mit Luft gefüllten Fender sind serienmäßig rings um den Schiffskörper von Hausboot, Motoryacht und Floßboot angebracht und schützen ihn vor Schrammen und Abnutzung. Entweder sind die Fender fest am Schiff montiert oder mit einem Webeleinsteg (Seemannknoten) an der Reling befestigt und können somit in Ihrer Position an die Erfordernisse angepasst werden. Es gibt Fender in verschiedenen Formen, auf Hausbooten findet man zumeist Kugelfender am Bug und Flaschenfender an den Seiten. Geht ein Fender während der Fahrt selbstverschuldet kaputt oder verloren, muss dieser in der Regel vom Mieter ersetzt werden.

Was ist der Tiefgang?2022-03-28T13:11:44+02:00

Tiefgang ist der senkrechte Abstand der Wasserlinie und der unteren Kante des Kiels eines Bootes. Flöße und Bungalowboote haben durch ihre Bauweise nur einen sehr geringen Tiefgang von 0,30 bia 0,60 Meter. Bei Hausbooten und Motoryachten beträgt der Tiefgang etwa 0,60 bis 1,20 Meter. Da die Gewässer in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hervorragend betonnt sind, treten nirgends Probleme mit einer zu geringen Wassertiefe auf, so lange man sich im Fahrwasser befindet. Zudem informieren Wasserkarten und Echolot über die Abstände zwischen Wasserlinie und Grund.

Was ist die Tauchtiefe?2022-03-22T09:43:06+01:00

Die Tauchlinie ist die amtliche Angabe der im Fahrwasser nutzbaren Wassertiefe auf einer Wasserstraße. Man muss sie vor Fahrtantritt mit dem Tiefgang des eigenen Schiffs vergleichen. Durch sich ändernde Pegelstände kann sich auf bestimmten Wasserstraßen auch die Tauchtiefe ändern.

Welche Apps sind für einen Hausbooturlaub nützlich?2022-03-26T13:14:27+01:00

Die Nutzbarkeit von Apps auf einem Hausboot hat immer viel mit der Verfügbarkeit des Datennetzes zu tun. Es gibt aber auch einige, die eine Offline-Nutzung ermöglichen. Folgende Apps lohnen einen Download im Vorfeld:

  1. Kartenwerft NAVGO: Zu den gedruckten Wasserkarten der Kartenwerft gibt es die Nutzung der Karten-App für ein Jahr gratis dazu.
  2. Aqua Sirius bietet eine App zur Routenplanung fürs Hausboot auf dem Wasser.
  3. Die touristischen Apps der Reiseregionen liefern Infos zu Ausflugszielen und Veranstaltungen an Land.
  4. Wetter-App nutzt wahrscheinlich jeder, Windfinder ist für den Bootsurlaub besonders geeignet

Ansonsten empfehlen wir: Apps Apps sein lassen und den Hausbooturlaub nebst Digital Detox genießen!

Hier geht es zu unseren FAQ zu den Themen:

Planung und Buchung Hausbooturlaub

Leben an Bord eines Hausboots

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