Werder: Apfeltraum im Mai am Wasser

By Published On: 30. April 2009
Startseite/Reviere/Havelland/Werder: Apfeltraum im Mai am Wasser
In Werder an der Havel blüht die Landschaft nicht nur, sie bringt auch Früchte hervor. Gekeltert fallen sie in Berliner Kehlen, die seit 130 Jahren zu Tausenden das Brandenburger Städtchen vor den Toren Berlins besuchen.

Die Ortslage trägt das Städtchen bereits im Namen. Das Wort Werder bezeichnet von Wasser umflossenes Land. Die ältesten Grundmauern liegen im Gassenraster der Havelinsel auf dem ersten Drittel des Wasserweges zwischen Potsdam und Brandenburg. Ab Berlin Wannsee benötigt der Ausflugsdampfer etwa zwei Stunden bis zu dem 1317 erstmals erwähnten Flecken.

Erfolgreiche Lockversuche

Wer es gemütlicher mag, läuft den Hohen Weg entlang und kehrt in einen der Obstgärten ein. Wie in alten Tagen auf Strohballen sitzend, kann man hier bei Schmalzstullen und Pfirsichwein die Seele baumeln lassen. Oder man schlendert auf der Brandenburger Straße in die beliebte Muckerstube. Café­besitzerin Heidemarie Garbe serviert in der traditionellen Obstzüchterinnentracht einheimische Köstlichkeiten und Anekdoten.

Obst auf Wein, dann Ziegelstein

Schon an der Tafel des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm schenkte man Wein aus Werder aus. Im 17. Jahrhundert gab es um die Havelinsel 240 Weinberge. Erst etwa einhundert Jahre später baute man Obst an.  Dieses verdränte die Rebstöcke. Neben der Fischerei, dem Wein- und Obstbau waren Brauereien und Ziegeleien bedeutend. Schornsteine der Manufakturen und Transportdampfer prägten Stadt und Landschaft. In den Gründerjahren Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Gebiet von Werder circa 30 Millionen Ziegel jährlich produziert und auf dem Wasserweg nach Berlin und Potsdam geliefert. Im Ortsteil Glindow kann man im Märkischen Ziegeleimuseum erleben, wie die historischen Baumaterialien im sogenannten Hoffmann’schen Ringofen produziert werden. Aber auch Apfel und Birne haben ihr Obstbaumuseum mit historischen Arbeitsgeräten und Dokumenten. Dafür geht es zurück auf die Stadtinsel in die Kirchstraße.

Neben dem öffentlichen Stadtanleger laden zahlreiche Häfen rund um die Stadtinsel zum Anlegen ein. Ein Zwischenstopp auf einer Bootstour entlang der Havelseen lohnt immer.

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Werder: Apfeltraum im Mai am Wasser
By |1,7 min read|332 words|Published On: 30. April 2009|
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In Werder an der Havel blüht die Landschaft nicht nur, sie bringt auch Früchte hervor. Gekeltert fallen sie in Berliner Kehlen, die seit 130 Jahren zu Tausenden das Brandenburger Städtchen vor den Toren Berlins besuchen.

Die Ortslage trägt das Städtchen bereits im Namen. Das Wort Werder bezeichnet von Wasser umflossenes Land. Die ältesten Grundmauern liegen im Gassenraster der Havelinsel auf dem ersten Drittel des Wasserweges zwischen Potsdam und Brandenburg. Ab Berlin Wannsee benötigt der Ausflugsdampfer etwa zwei Stunden bis zu dem 1317 erstmals erwähnten Flecken.

Erfolgreiche Lockversuche

Wer es gemütlicher mag, läuft den Hohen Weg entlang und kehrt in einen der Obstgärten ein. Wie in alten Tagen auf Strohballen sitzend, kann man hier bei Schmalzstullen und Pfirsichwein die Seele baumeln lassen. Oder man schlendert auf der Brandenburger Straße in die beliebte Muckerstube. Café­besitzerin Heidemarie Garbe serviert in der traditionellen Obstzüchterinnentracht einheimische Köstlichkeiten und Anekdoten.

Obst auf Wein, dann Ziegelstein

Schon an der Tafel des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm schenkte man Wein aus Werder aus. Im 17. Jahrhundert gab es um die Havelinsel 240 Weinberge. Erst etwa einhundert Jahre später baute man Obst an.  Dieses verdränte die Rebstöcke. Neben der Fischerei, dem Wein- und Obstbau waren Brauereien und Ziegeleien bedeutend. Schornsteine der Manufakturen und Transportdampfer prägten Stadt und Landschaft. In den Gründerjahren Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Gebiet von Werder circa 30 Millionen Ziegel jährlich produziert und auf dem Wasserweg nach Berlin und Potsdam geliefert. Im Ortsteil Glindow kann man im Märkischen Ziegeleimuseum erleben, wie die historischen Baumaterialien im sogenannten Hoffmann’schen Ringofen produziert werden. Aber auch Apfel und Birne haben ihr Obstbaumuseum mit historischen Arbeitsgeräten und Dokumenten. Dafür geht es zurück auf die Stadtinsel in die Kirchstraße.

Neben dem öffentlichen Stadtanleger laden zahlreiche Häfen rund um die Stadtinsel zum Anlegen ein. Ein Zwischenstopp auf einer Bootstour entlang der Havelseen lohnt immer.

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