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Wunschlos glücklich – Törn von Berlin über Werder/Havel zur Müritz

Wunschlos glücklich – Törn von Berlin über Werder/Havel zur Müritz

Sicherheitsübung

Der gut gelaunte Hafenchef Peter Hansel übernimmt die Einweisung an Bord. Andreas ist als Skipper auserkoren. Vor zehn Jahren hat er den Bootsführerschein gemacht und ist seitdem kaum gefahren. Sein Fahrschulboot hatte eine Länge von vier Metern und einen 10-PS-Außenborder. Nun bekommt er es mit 120 PS und einer weißen 15-Meter-Yacht namens Renata zu tun. Wie eine Königin liegt sie am Außensteg der Marina. Andreas reibt sich am Hinterkopf, als er zum Achterdeck hinaufsteigt.

Während Renata zur Probe eine Runde auf dem glitzernden See dreht, bringen die anderen das Gepäck zum Steg. Kasimir streckt die kleinen Finger in Richtung des langen Bootes aus und zieht eine Schnute. „Wann kommt Onkel Andreas wieder?“ Das Misstrauen weicht erst, als Frau Hansel die Familie zum Hafenbüro ruft. Sie hat Waffeleis organisiert. Danach probiert Kasimir verschiedene Kinderschwimmwesten, bis eine passende Größe gefunden ist. Doch am Steg will er die Weste partout nicht tragen und zeigt sich bockig.

In diesem Augenblick schiebt sich eine blau-weiße Motorbarkasse in Rufweite vorbei. Andreas schlägt einen sonoren Kapitänston an. „Guck mal, Kasi – die Polizei!“ Kasimirs Mutter und Vater halten theatralisch die Luft an: „Au weia.“ Christin reicht dem Dreijährigen die Weste und flüstert verschwörerisch „Hier. Schnell rein mit den Ärmchen.“ Wenigstens die Polizei hat das Kind noch im Griff.

Während Robert und Christin noch ungelenk die Leinen aufschießen und Andreas auf die Fahrrinne der Havel nach Süden einlenkt, macht die Kleinfamilie einen Rundgang über das Boot. Die Schwimmweste am Körper hat das Kleinkind schon vergessen. Neugierig wird das Kind an der Hand einmal ums Boot geführt. Dann geht es die Treppe hinab ins Innere. Kasimir erklärt seinen Eltern die Lage. „Hier wird Essen gekocht, da ist ein Fernseher und hier schlafen wir.“ Von den drei Kabinen sucht sich der lütte Seemann die kleinste aus – denn hier steht das einzige Etagenbett und das hat es dem jungen Passagier angetan.

Jeder darf mal ans Ruder, wenn der Käpt’n den Durchblick behält.

Von Berlin nach Potsdam

Kapitän Andreas sitzt im weißen Drehsessel auf dem Achterdeck und schaut in die Schiffskarten. Dann ruft er drei Leute zu sich. Bald heißt es zum ersten Mal Schleusen. Jeder erhält seine Position an einer Festmacherleine – vorn, mittschiffs und achtern. Auf dem Wasser und an beiden Ufern der Havel wimmelt es vor Wassersportlern und Ausflüglern wie in einem bunten Kinderbuch. Kasimir und Mutter sitzen auf dem Vorschiff und schauen den Seglern, Rudermannschaften, kleinen Motorbooten und entgegenkommenden Yachten hinterher. Es wird viel gewunken und beinahe alle Grüße kommen zurück. Dann wird Kasimir vom Kapitän unter Deck geschickt – Schleusen, das ist zu gefährlich. Zuschauen kann er auch durch die Panoramafenster von Innen.

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