Close
Faszination Tollensesee

Faszination Tollensesee

Idyllische Ruhe und Erholung - dieses Versprechen löst der Tollensesee ein.

Rund um den Tollensesee bei Neubrandenburg lassen sich Kultur und Natur mit dem Fahrrad entdecken.

Idyllische Ruhe und Erholung - dieses Versprechen löst der Tollensesee ein.

Rund um den Tollensesee bei Neubrandenburg lassen sich Kultur und Natur mit dem Fahrrad entdecken.

Rund um den Tollensesee erbaute Mutter Natur ein paradiesisches Domizil aus den grünen Dächern von Eichen und Buchen, aus dem silbrig schimmernden Wellenteppich des Sees und aus der satten Palette spätsommerlicher Felder auf den umgebenden Hügeln. Beim Besuch in der Tollenseseeregion kamen wir sofort ins Schwärmen, denn wir fanden Ruhe in natürlicher Belebtheit, entdeckten Neues an alltäglichen Wegen und spürten herzliche Freundlichkeit im gemütlichen Mecklenburger Dialekt unserer Gastgeber. Überhaupt sind die Neubrandenburger wohltuend geduldig und bodenständig ihrem vor den Toren der Stadt still fließenden See tief verbunden.

Der ist, am Nordrand der Mecklenburgischen Seenplatte liegend, mit seiner 17,35 Quadratkilometer großen Fläche einer der größten Seen des Landes. Umgeben von hohen Hügeln eiszeitlicher Moränen erstreckt sich das Seebecken über 12 Kilometer Länge und erreicht bis zu 33 Meter in der Tiefe. Wir beschlossen, den Tollensesee im Spätsommer zu erkunden, an diesen ruhigen, sonnenschweren Tagen, die schon mit dem goldenen Herbst anbändeln.

Der Kulturpark

Vom Stadtzentrum kommend, empfiehlt sich der Einstieg in den 35 Kilometer langen Tollensesee-Radrundweg durch den Kulturpark. Er ist einer von vielen grünen und angenehm schattigen Oasen Neubrandenburgs, etwa 35 Hektar groß. Die Geschichte seiner Entstehung beginnt im Jahr 1820. Aus der ehemaligen Bruchlandschaft am Nordufer des Sees entstand im Laufe der Jahrzehnte ein Park, der direkt bis an die historische Innenstadt mit dem Stargarder Tor reicht.

In seiner heutigen Form stellt er ein einmaliges Zeugnis der Parkgestaltung des 20. Jahrhunderts dar. Neben ausgedehnten Wegenetzen, flankiert von modernen Skulpturen, gibt es Themengärten zu Rosen, Moorbeetpflanzen und Magnolien, ein Tiergehege und Spielplätze. Außerdem baute hier im Park das Land Mecklenburg-Vorpommern 1996 den modernsten Hallenkomplex für Sport- und Kulturveranstaltungen: das Jahnsportforum. Verführerische »Mudder Schulten«

Der Einstieg zum eigentlichen Rad- und Wanderrundweg beginnt für uns am Anleger der Fahrgastschifffahrt. Hier schaukelt die „Mudder Schulten“ sanft am Festmacher, während die Crew Oberdeck und Fahrgastraum für die nächsten Seefahrer gemütlich herrichtet. Aus der Kombüse duftet es verführerisch nach frischem Kaffee und süßem Backwerk. Aber wir bleiben standhaft, heute wird geradelt! Dennoch informieren wir uns am Aushang darüber, dass die „Mudder Schulten“ alle sehenswerten Ausflugspunkte ansteuert, die auch auf unserem Tourenplan stehen.

Wir radeln immer nahe am Ufer entlang. Das Glitzern des Sees durch alte Baumriesen und über den Schilfgürtel übt eine ganz besondere Faszination auf uns aus. Sehr reizvoll sind auch der Stargarder Bruch, durch den Linde- und Gätenbach sowie der Steepengraben zum See hin münden. Diese Zuflüsse, wie auch der später noch zu querende Nonnenbach gehören zum riesigen Wassereinzugsgebiet des Tollensesees, das Experten mit 515 Quadratkilometer angeben. Sowohl die zum See fließenden Bäche als auch der Tollensesee selbst bewässerten vor Jahrhunderten Neubrandenburgs mittelalterliche Wehranlagen. Zwei Wälle und drei Gräben sowie die 2,3 Kilometer lange Stadtmauer mit ihren Wiekhäusern und dem Fangelturm machten die Umflutung noch sicherer.

Wassersportzentrum

Unser nächster Haltepunkt ist das 1999 eröffnete Wassersportzentrum, eine moderne maritime Basis, die den Binnenwassersportler nichts vermissen lässt. Der Sportboothafen kann auf 140 Liegeplätze mit Trinkwasser- und Stromanschluss verweisen. Dazu findet man im langgestreckten Hauptgebäude vom Tretboot über den Ruderkahn bis zum Angelkutter mit Fishfinder oder der Yacht mit Skipper alles für den Bootsverleih, einen Anglershop, ein echtes Seebärenrestaurant und Sportlerunterkünfte. Zwischen den Uferbäumen wurde ein Caravanstellplatz eingerichtet. Wer ohne Fahrrad anreist, kann sich seinen Drahtesel hier sehr preiswert ausleihen, einschließlich Kinderrad, -anhänger oder -sitz.

Wir schauen uns im Hafen und auf der gepflegten Anlage um und entdecken auf einem Podest einen museal hergerichteten Originaltorpedo. Eine Schautafel erklärt uns den Zusammenhang: Weit draußen im See stand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine Torpedoversuchsstation, ein dreigeschossiges Gebäude mit Beobachtungsturm. Heute erfasst unser Blick nur ein stark mit Gebüsch bewachsenes Inselchen weit vor der Hafeneinfahrt. Die Natur mit Erlen und Binsen hat sich die knapp aus dem Wasser ragenden Gebäudereste wieder zurückerobert – ein ausgesprochen friedliches Bild!

Lesen Sie weiter in der Ausgabe Seenland 2006

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Close