Eine Kanutour durch die Rheinsberger Gewässer

Von |6,9 Minuten Lesezeit|1375 Wörter|Veröffentlicht am: 20. April 2022|
Startseite/Kanu, Mecklenburgische Seenplatte, Uncategorized/Eine Kanutour durch die Rheinsberger Gewässer

Länge: 50 km
Dauer: 3-4 Tage
Route: Grienericksee – Rheinsberger See – Schlabornsee – Dollgowsee – Kagarsee – Braminsee – Großer Zermittensee – Kleiner Zermittensee – Großer Zermittensee – Braminsee – Kagarsee – Dollgowsee – Schlabornsee – Tietzowsee – Zootzensee – Großer Zechliner See – Schwarzer See – Großer Zechliner See – Zootzensee – Tietzowsee – Großer Prebelowsee

Kanuverleih: R.A.T. Rheinsberger Adventure Tours, Parkstraße (Obermühle), 16831 Rheinsberg , Tel. (03 39 31) 34 89 48, www.rheinsberger-adventure-tours.de

Diese abwechslungsreiche Tour mit dem Kanu startet in Rheinsberg und eignet sich hervorragend, um den nördlichsten Teil der Brandenburgischen Seenkette während eines verlängerten Wochenendes zu entdecken. Die Strecke bietet eine Vielzahl an Seen und Kanälen, mit blühenden Seerosen bedeckte Buchten und abgeschiedenen Badestränden. Wir genossen die reine Luft, die klaren Gewässer und die natürliche Stille, aber auch die Begegnungen mit etlichen seltenen Vogelarten. Nebenbei werden Kulturdurst und Fischappetit ausgezeichnet gestillt.

Grienericksee – Rheinsberger See

Vom Rheinsberger Bahnhof sind es nur zehn Minuten Fußweg und wir erreichen den Bootsverleih R.A.T. Rheinsberger Adventure Tours an der Obermühle gleich hinter Schloss Rheinsberg. Der Verleih bietet eine große Auswahl an Kajaks und Kanadiern inklusive der nötigen Ausrüstung von Packtonne bis Schwimmweste. Auch Kanutaxen für all jene, die wenig Zeit haben, kann man sich hier „rufen”. Die bequeme Einstiegsstelle liegt genau auf der Grenze zwischen Landes- und Bundesgewässer – rechts die Rheinsberger Gewässer, links der Fluss Rhin. Nach der ausführlichen Einweisung heißt es: Rein ins Kanu und von Rheinsberg aus in Richtung Norden!

Zunächst unterfahren wir dabei zwei sehr tief hängende Fußgängerbrücken. Hier unbedingt gut auf die Köpfe aufpassen! Dann drehen wir rechts in den Grienericksee und erhaschen einen bildschönen Blick auf das Rheinsberger Schloss. Der Grienericksee ist für Motorboote eine Sackgasse, es herrscht reger Verkehr im Rheinsberger Hafen. Das Wiesengelände des Rudervereins oder der Steg des Yachthafens bieten Anlegemöglichkeiten, um von dort aus z. B. in der Gaststätte „Zum Fischerhof” zu speisen.

Den Grienericksee im Rücken, passieren wir den kurzen, geraden Verbindungskanal, sehen den ersten Fischreiher der Tour und gelangen in den Rheinsberger See. Im Kanal fädeln wir uns zwischen den schnelleren Booten ein, halten uns rechts und steuern mit unserem Kanu, vorbei am Hafendorf Rheinsberg, auf den im Südwesten des Sees gelegenen Campingplatz Warenthin zu. Eine perfekte Anlegestelle für Paddler erwartet uns hier, dazu der Duft von gegrillten Würstchen und Steaks. Wir machen es uns auf der weichen Wiese mit Blick auf den Rheinsberger See gemütlich und beobachten bei einem Bier vom Fass, wie in der Dämmerung Fledermäuse übers Wasser schwirren.

Rheinsberger See – Tietzowsee

Am frühen Morgen starten wir mit einer Umrundung des vollkommen umwaldeten Rheinsberger Sees und rasten auf der idyllischen Remusinsel mit ihren sandigen Buchten, die zum Baden einladen. Wir fahren weiter vorbei am Forsthaus Boberow, hinein in den ruhigen Schlabornkanal und passieren eine der sechs Fußgängerbrücken, die die Kanäle dieser Tour überspannen. Weiter geht es über den geschützten Mehlitzsee, an dessen Ufern zahlreiche Wasservögel brüten. Ein kurzer Abstecher in den kleinen Bikowsee bereichert die Tour; scharf links geht es in den Schlabornsee.

Der Schornstein des alten Sägewerks der ehemaligen Glashütte, die im 18. Jahrhundert den königlichen Hof mit edlem Glas belieferte, zeigt uns den Weg zum Dollgowkanal, der in den Dollgowsee führt. Sowohl am Bikow- als auch am Schlabornsee gibt es Campingplätze.

Wir befinden uns nun endlich abseits der vielbefahrenen Strecke. Großflächig bedeckt wogendes Schilf die Ufer des langgezogenen Dollgowsees, der schließlich mit dem Kagarbach verschmilzt. Tiefhängende Äste bilden hier ein Blätterdach, mit seinen Seerosenfeldern wirkt der Flusslauf verträumt und verwunschen. Die Ufer schmücken Baumwurzelholz und von Bibern angenagte Stämme. Ab und zu machen sogar Fische „Luftsprünge”. Wir lassen uns treiben und genießen die Ruhe. Im Kagarsee laden der lange Badesteg und eine Schwimminsel zu einer Verschnaufpause oder einer Schwimmrunde zwischen Enten ein. Am Wochenende hat das Bistro der Ferienanlage „Lotus Lodge am See“ geöffnet.

Weiter geht es in die Beke, einem schmalen, abenteuerlichen Fließ, auch „Klein-Amazonas” genannt. Schilder weisen den Weg zum nahegelegenen „Crazy Horse”, einem Pizza-Café im alten Reiterhof an der Beke, mit paddlerfreundlichem Zugang über Hof und Streichelzoo. Hungrig bestellen wir uns eine knusprige Pizza frisch aus dem Ofen, hausgebackenen Kuchen und leckeren Kaffee. Wer an der Fußgängerbrücke im Kagarbach anlandet, erreicht den Campingplatz „Am Reiherholz” und von dort aus den Großen Zermittensee mit seinen sonnigen Badestellen.

Tierreicher Rückweg mit Landgang

Auf dem Rückweg nach Zechliner Hütte am Schlabornsee überrascht uns eine Schwanenfamilie mit Jungvögeln direkt am Ufer. Auch Haubentaucher und Libellen begleiten unsere Fahrt. Ein Fischadler zieht seine Kreise über dem stillen Dollgowsee. Fasziniert von der unberührten Natur lassen wir uns eine Weile einfach nur übers Wasser treiben. Bei kurzen Regenschauern würde man perfekt unter den zahlreichen Baumkronen am Ufer Unterschlupf finden.

Der kleine Ort Zechlinerhütte bietet zahlreiche Rastmöglichkeiten und lädt mit seinen Restaurants und dem im Ort gelegenen Eiscafé zu einer vergnügten nachmittäglichen Pause ein. Leicht anlegen lässt es sich am Hotel & Restaurant „Haus am See” oder am Anleger der Fahrgastschifffahrt. Zudem wirbt im Ort ein kleiner Tante-Emma-Laden damit, „Alles für ihren Urlaub” zu haben.

Von Zechlinerhütte aus erreicht man über den stark befahrenen Jagowkanal den Tietzowsee. Am Ende des Kanals bietet die familienfreundliche Ferieninsel Tietzowsee im Kiosk „Kanuhafen” frisch geräucherten Fisch und andere Snacks vom Steg aus an. Ganz in der Nähe befinden sich die drei Anlegestellen des Campingplatzes „Eckernkoppel” – einem seit „Ostzeiten” bestehenden, naturnahen und 1996 sanierten Feriencamp direkt am Tietzowsee. Paddler zelten hier direkt am Wasser. Der Campingplatz ist ein guter Ausgangspunkt für verschiedene Tagestouren durch die Region.

Tietzowsee – Großer Prebelowsee

Gegenüber des Campingplatzes sieht man die Schiffe in einen Verbindungskanal einfahren – unser Startpunkt für die nächste Tagesetappe. Wir unterqueren zunächst eine der vielen kleinen Brücken und biegen dann links in den offenen Zootzensee ein. Dieser ist einer der größeren Seen der Tour und kann bei heftigem Gegenwind zu einer anspruchsvollen Herausforderung werden. Reich an Buchten bietet er uns jedoch die Möglichkeit, hin und wieder zu verschnaufen. Nach der Seeüberquerung erreichten wir den Repenter Kanal. Der Windschatten der Bäume und der Blick auf saftige Wiesen versüßen die Fahrt im recht breiten Kanal.

Gleich links am Großen Zechliner See befinden sich zwei einladende Sandstrände. Bei einem weiten Blick über den See erspähen wir etliche Rastmöglichkeiten und zwei Campingplätze an der Nordseite. Nach einigen weiteren Paddelschlägen gelangen wir durch einen kurzen Fließ auf den wesentlich kleineren Schwarzen See, an dessen Nordwest-Ufer sich der Ort Flecken Zechlin auf einer Anhöhe erstreckt. Am Bootsverleih Maranke könnte man problemlos anlegen. Den kulinarischen Abschluss der Tour zelebrieren wir in der gutbesuchten „Fischerhütte” der Familie Gehrt, die sowohl land- als auch wasserseitig angesteuert werden kann. Spezialität des Hauses: Maräne im Brötchen oder mit hausgemachter Marinade. Nett, schnell, lecker, preisgünstig.

Das Örtchen Flecken Zechlin bietet einiges für einen abwechslungsreichen Landgang: Einkaufsmöglichkeiten, einen Naturlehrpfad sowie den Kossätenhof der Familie Behm – mit „Gutem aus Großmutters Zeit” und einer urigen Heuherberge zum Übernachten. Hier naschen wir schnell noch etwas Leckeres, wandern dann zur Aussichtsplattform und bestaunen unsere Strecke „von oben”. Wieder auf dem Wasser, geht es retour: Schwarzer See, Großer Zechliner See, Zootzensee, Tietzowsee, Großer Prebelowsee und noch ein­ kleines Stück den malerischen Hüttenkanal hinauf bis zur Marina Wolfsbruch, dem Endpunkt unserer Tour. Der Name des Kanals stammt übrigens von den früher hier zahlreich vorhandenen Glashütten.

In der urigen Hafenkneipe „Schute” der Marina Wolfsbruch gönnen wir uns ein Tour-Abschluss-Bier und lassen die Erlebnisse der letzten Tage „sacken”. Fazit: Diese Oneway-Tour ist etwas für all jene, die sich an der Schönheit der Strecke nicht sattsehen können. Denn die Natur fährt hier einiges auf: glasklare Gewässer, verwunschene Flussläufe und Tierbeobachtungschancen, die mehr als gut stehen. So sind wir dann auch etwas wehmütig, als wir uns und unser Kanu per Kanutaxi wieder zurück nach Rheinsberg kutschieren lassen.

 

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Länge: 50 km
Dauer: 3-4 Tage
Route: Grienericksee – Rheinsberger See – Schlabornsee – Dollgowsee – Kagarsee – Braminsee – Großer Zermittensee – Kleiner Zermittensee – Großer Zermittensee – Braminsee – Kagarsee – Dollgowsee – Schlabornsee – Tietzowsee – Zootzensee – Großer Zechliner See – Schwarzer See – Großer Zechliner See – Zootzensee – Tietzowsee – Großer Prebelowsee

Kanuverleih: R.A.T. Rheinsberger Adventure Tours, Parkstraße (Obermühle), 16831 Rheinsberg , Tel. (03 39 31) 34 89 48, www.rheinsberger-adventure-tours.de

Diese abwechslungsreiche Tour mit dem Kanu startet in Rheinsberg und eignet sich hervorragend, um den nördlichsten Teil der Brandenburgischen Seenkette während eines verlängerten Wochenendes zu entdecken. Die Strecke bietet eine Vielzahl an Seen und Kanälen, mit blühenden Seerosen bedeckte Buchten und abgeschiedenen Badestränden. Wir genossen die reine Luft, die klaren Gewässer und die natürliche Stille, aber auch die Begegnungen mit etlichen seltenen Vogelarten. Nebenbei werden Kulturdurst und Fischappetit ausgezeichnet gestillt.

Grienericksee – Rheinsberger See

Vom Rheinsberger Bahnhof sind es nur zehn Minuten Fußweg und wir erreichen den Bootsverleih R.A.T. Rheinsberger Adventure Tours an der Obermühle gleich hinter Schloss Rheinsberg. Der Verleih bietet eine große Auswahl an Kajaks und Kanadiern inklusive der nötigen Ausrüstung von Packtonne bis Schwimmweste. Auch Kanutaxen für all jene, die wenig Zeit haben, kann man sich hier „rufen”. Die bequeme Einstiegsstelle liegt genau auf der Grenze zwischen Landes- und Bundesgewässer – rechts die Rheinsberger Gewässer, links der Fluss Rhin. Nach der ausführlichen Einweisung heißt es: Rein ins Kanu und von Rheinsberg aus in Richtung Norden!

Zunächst unterfahren wir dabei zwei sehr tief hängende Fußgängerbrücken. Hier unbedingt gut auf die Köpfe aufpassen! Dann drehen wir rechts in den Grienericksee und erhaschen einen bildschönen Blick auf das Rheinsberger Schloss. Der Grienericksee ist für Motorboote eine Sackgasse, es herrscht reger Verkehr im Rheinsberger Hafen. Das Wiesengelände des Rudervereins oder der Steg des Yachthafens bieten Anlegemöglichkeiten, um von dort aus z. B. in der Gaststätte „Zum Fischerhof” zu speisen.

Den Grienericksee im Rücken, passieren wir den kurzen, geraden Verbindungskanal, sehen den ersten Fischreiher der Tour und gelangen in den Rheinsberger See. Im Kanal fädeln wir uns zwischen den schnelleren Booten ein, halten uns rechts und steuern mit unserem Kanu, vorbei am Hafendorf Rheinsberg, auf den im Südwesten des Sees gelegenen Campingplatz Warenthin zu. Eine perfekte Anlegestelle für Paddler erwartet uns hier, dazu der Duft von gegrillten Würstchen und Steaks. Wir machen es uns auf der weichen Wiese mit Blick auf den Rheinsberger See gemütlich und beobachten bei einem Bier vom Fass, wie in der Dämmerung Fledermäuse übers Wasser schwirren.

Rheinsberger See – Tietzowsee

Am frühen Morgen starten wir mit einer Umrundung des vollkommen umwaldeten Rheinsberger Sees und rasten auf der idyllischen Remusinsel mit ihren sandigen Buchten, die zum Baden einladen. Wir fahren weiter vorbei am Forsthaus Boberow, hinein in den ruhigen Schlabornkanal und passieren eine der sechs Fußgängerbrücken, die die Kanäle dieser Tour überspannen. Weiter geht es über den geschützten Mehlitzsee, an dessen Ufern zahlreiche Wasservögel brüten. Ein kurzer Abstecher in den kleinen Bikowsee bereichert die Tour; scharf links geht es in den Schlabornsee.

Der Schornstein des alten Sägewerks der ehemaligen Glashütte, die im 18. Jahrhundert den königlichen Hof mit edlem Glas belieferte, zeigt uns den Weg zum Dollgowkanal, der in den Dollgowsee führt. Sowohl am Bikow- als auch am Schlabornsee gibt es Campingplätze.

Wir befinden uns nun endlich abseits der vielbefahrenen Strecke. Großflächig bedeckt wogendes Schilf die Ufer des langgezogenen Dollgowsees, der schließlich mit dem Kagarbach verschmilzt. Tiefhängende Äste bilden hier ein Blätterdach, mit seinen Seerosenfeldern wirkt der Flusslauf verträumt und verwunschen. Die Ufer schmücken Baumwurzelholz und von Bibern angenagte Stämme. Ab und zu machen sogar Fische „Luftsprünge”. Wir lassen uns treiben und genießen die Ruhe. Im Kagarsee laden der lange Badesteg und eine Schwimminsel zu einer Verschnaufpause oder einer Schwimmrunde zwischen Enten ein. Am Wochenende hat das Bistro der Ferienanlage „Lotus Lodge am See“ geöffnet.

Weiter geht es in die Beke, einem schmalen, abenteuerlichen Fließ, auch „Klein-Amazonas” genannt. Schilder weisen den Weg zum nahegelegenen „Crazy Horse”, einem Pizza-Café im alten Reiterhof an der Beke, mit paddlerfreundlichem Zugang über Hof und Streichelzoo. Hungrig bestellen wir uns eine knusprige Pizza frisch aus dem Ofen, hausgebackenen Kuchen und leckeren Kaffee. Wer an der Fußgängerbrücke im Kagarbach anlandet, erreicht den Campingplatz „Am Reiherholz” und von dort aus den Großen Zermittensee mit seinen sonnigen Badestellen.

Tierreicher Rückweg mit Landgang

Auf dem Rückweg nach Zechliner Hütte am Schlabornsee überrascht uns eine Schwanenfamilie mit Jungvögeln direkt am Ufer. Auch Haubentaucher und Libellen begleiten unsere Fahrt. Ein Fischadler zieht seine Kreise über dem stillen Dollgowsee. Fasziniert von der unberührten Natur lassen wir uns eine Weile einfach nur übers Wasser treiben. Bei kurzen Regenschauern würde man perfekt unter den zahlreichen Baumkronen am Ufer Unterschlupf finden.

Der kleine Ort Zechlinerhütte bietet zahlreiche Rastmöglichkeiten und lädt mit seinen Restaurants und dem im Ort gelegenen Eiscafé zu einer vergnügten nachmittäglichen Pause ein. Leicht anlegen lässt es sich am Hotel & Restaurant „Haus am See” oder am Anleger der Fahrgastschifffahrt. Zudem wirbt im Ort ein kleiner Tante-Emma-Laden damit, „Alles für ihren Urlaub” zu haben.

Von Zechlinerhütte aus erreicht man über den stark befahrenen Jagowkanal den Tietzowsee. Am Ende des Kanals bietet die familienfreundliche Ferieninsel Tietzowsee im Kiosk „Kanuhafen” frisch geräucherten Fisch und andere Snacks vom Steg aus an. Ganz in der Nähe befinden sich die drei Anlegestellen des Campingplatzes „Eckernkoppel” – einem seit „Ostzeiten” bestehenden, naturnahen und 1996 sanierten Feriencamp direkt am Tietzowsee. Paddler zelten hier direkt am Wasser. Der Campingplatz ist ein guter Ausgangspunkt für verschiedene Tagestouren durch die Region.

Tietzowsee – Großer Prebelowsee

Gegenüber des Campingplatzes sieht man die Schiffe in einen Verbindungskanal einfahren – unser Startpunkt für die nächste Tagesetappe. Wir unterqueren zunächst eine der vielen kleinen Brücken und biegen dann links in den offenen Zootzensee ein. Dieser ist einer der größeren Seen der Tour und kann bei heftigem Gegenwind zu einer anspruchsvollen Herausforderung werden. Reich an Buchten bietet er uns jedoch die Möglichkeit, hin und wieder zu verschnaufen. Nach der Seeüberquerung erreichten wir den Repenter Kanal. Der Windschatten der Bäume und der Blick auf saftige Wiesen versüßen die Fahrt im recht breiten Kanal.

Gleich links am Großen Zechliner See befinden sich zwei einladende Sandstrände. Bei einem weiten Blick über den See erspähen wir etliche Rastmöglichkeiten und zwei Campingplätze an der Nordseite. Nach einigen weiteren Paddelschlägen gelangen wir durch einen kurzen Fließ auf den wesentlich kleineren Schwarzen See, an dessen Nordwest-Ufer sich der Ort Flecken Zechlin auf einer Anhöhe erstreckt. Am Bootsverleih Maranke könnte man problemlos anlegen. Den kulinarischen Abschluss der Tour zelebrieren wir in der gutbesuchten „Fischerhütte” der Familie Gehrt, die sowohl land- als auch wasserseitig angesteuert werden kann. Spezialität des Hauses: Maräne im Brötchen oder mit hausgemachter Marinade. Nett, schnell, lecker, preisgünstig.

Das Örtchen Flecken Zechlin bietet einiges für einen abwechslungsreichen Landgang: Einkaufsmöglichkeiten, einen Naturlehrpfad sowie den Kossätenhof der Familie Behm – mit „Gutem aus Großmutters Zeit” und einer urigen Heuherberge zum Übernachten. Hier naschen wir schnell noch etwas Leckeres, wandern dann zur Aussichtsplattform und bestaunen unsere Strecke „von oben”. Wieder auf dem Wasser, geht es retour: Schwarzer See, Großer Zechliner See, Zootzensee, Tietzowsee, Großer Prebelowsee und noch ein­ kleines Stück den malerischen Hüttenkanal hinauf bis zur Marina Wolfsbruch, dem Endpunkt unserer Tour. Der Name des Kanals stammt übrigens von den früher hier zahlreich vorhandenen Glashütten.

In der urigen Hafenkneipe „Schute” der Marina Wolfsbruch gönnen wir uns ein Tour-Abschluss-Bier und lassen die Erlebnisse der letzten Tage „sacken”. Fazit: Diese Oneway-Tour ist etwas für all jene, die sich an der Schönheit der Strecke nicht sattsehen können. Denn die Natur fährt hier einiges auf: glasklare Gewässer, verwunschene Flussläufe und Tierbeobachtungschancen, die mehr als gut stehen. So sind wir dann auch etwas wehmütig, als wir uns und unser Kanu per Kanutaxi wieder zurück nach Rheinsberg kutschieren lassen.