Mit dem Kanu durch den Müritz-Nationalpark – Tour 1

Von |5,8 Minuten Lesezeit|1152 Wörter|Veröffentlicht am: 19. April 2022|
Startseite/Kanu, Mecklenburgische Seenplatte/Mit dem Kanu durch den Müritz-Nationalpark – Tour 1

Länge: 14 km
Dauer: 1-2 Tage
Route: Bolter Schleuse – Carpsee – Woblitzsee – Leppinsee – Großer Kotzower See – Kleiner Kotzower See – Granzower Möschen – Mirower See

Kanuverleih: MüritzKanu, Am Bolter Kanal, 7248 Boeker Mühle, Tel. (03 98 23) 2 70 89, www.mueritzkanu.de

Die Alte Fahrt gehört zu den beliebtesten Strecken, um die Region der Müritz mit dem Kanu zu erkunden. Sie führt durch weiß blühende Seerosenfelder, vorbei an dichten Schilfgürteln und streift die Kernzone des Müritz-Nationalparks. Schmale Kanäle verbinden die Seenkette. Für Motorboote sind weite Strecken gesperrt. Die 14 Kilometer zwischen Bolter Schleuse und Mirow können in einer Tagestour gepaddelt werden.

Von der Bolter Schleuse mit dem Kanu hinein in den Müritz-Nationalpark

Der gut gelaunte Sven Haack empfängt seine Gäste in der Station vom MüritzKanu an der Bolter Schleuse. Auf der großen Wiese mit kleinem Strand warten viele bunte Kanus auf einen Ausflug in die Alte Fahrt. Geübte Paddler können mit dem Kanu auch in die Gegenrichtung zur Müritz starten. Wer Richtung Mirow aufbricht, muss als erstes sein Kanu auf eine Lore packen und eine wenig befahrene Straße überqueren. Die Mitarbeiter von MüritzKanu helfen dabei. Der Bolter Kanal fließt an dieser Stelle auf einer Länge von rund 150 Metern unter der Erde entlang. Direkt unterhalb der Straße befindet sich die Einlassstelle.

Nachdem das Kanu zu Wasser gelassen wurde, beginnt eine ruhige, fast beschauliche Fahrt durch den Kanal. Die Zweige der Bäume wiegen im Wasser. Vogelgezwitscher dringt aus dem Blätterdach hervor und bildet die einzige Geräuschkulisse. Mit etwas Glück huschen die unverkennbar bunt gefiederten Eisvögel vorbei.

Hier beginnt der Müritz-Nationalpark. Einige Verhaltensregeln sind zum Schutze der Natur unbedingt einzuhalten: Die Ufer dürfen nicht betreten werden. Ein Durchfahren der Schilfgürtel und Seerosenfelder ist strengstens untersagt. Für das Überqueren der Seen weisen Tonnen den Weg. Ein Befahren außerhalb der Betonnung ist untersagt.

Der Kanal endet mit einer Schilfgasse, bevor er in den Caarpsee mündet. Die Weiterfahrt findet etwas weiter südlich auf der gegenüberliegenden Seeseite statt. Eine grüne Tonne weist den Weg. Nachdem die Reuse umfahren wurde, schlängelt sich eine schmale Gasse durch den Schilfgürtel. Ein Kanal schließt an – mit Bäumen dicht bewachsen und damit, vor allem im Sommer, wohltuend schattig. Er mündet in den größten See der Tour: den Woterfitzsee. Bei Westwind ist Vorsicht geboten, da sich hier leicht eine Welle aufbauen kann.

Woterfitzsee – Leppinsee

Die Einfahrt zum See ist durch ein Gitter begrenzt, damit Motorboote nicht passieren können. Kanus gelangen ohne Problem darüber hinweg. Der nördliche Teil des Sees gehört ebenfalls zur Kernzone des Müritz-Nationalparks und darf nicht befahren werden. Tonnen weisen den Kanuten den Weg auf die andere Seeseite. Die von Schilf umwachsene Miniinsel wird nördlich umfahren. Ihr Betreten ist verboten. Der Seeausgang liegt am südlichen Ufer. Wie ein langgezogener, umgedrehter Stiefel schließt, eingerahmt von dichten Wäldern, der Leppinsee an. Am östlichen Seeufer des langen Schafts werden zuerst einige Bootshäuser sichtbar.

Noch etwas weiter südlich liegt die Kanustation Paddel Paul. Hier ist der erste Stopp der Tour möglich. Zeit, die Arme etwas auszuruhen und sich am Imbiss zu stärken. Es gibt Pommes, Bockwurst, Kaffee und Bier. Ein kleiner Strand und ein paar Sitzbänke lassen hier gut pausieren. Außerdem befindet sich circa 200 Meter weiter südlich ein Waldcampingplatz mit kleiner Einkaufsmöglichkeit und Gaststätte. Die nächsten Restaurants gibt es in Granzow. Bis dahin ist es ungefähr genauso weit wie die Strecke, die wir bereits zurückgelegt haben. Bei Paddel Paul gibt es auch einen Anlegesteg für Ausflugsdampfer, die bis hier fahren dürfen. Motorbootverkehr ist nur den Anliegern erlaubt und in der Kernzone des Nationalparks streng verboten.

Nach der Pause wartet der langgezogene, schmale Leppinsee darauf, durchpaddelt zu werden. An seinem südlichen Ende schließt das wunderschön idyllische Verbindungsstück Mössel an. Das Kanu schlängelt sich in diesem Bereich durch von Schilf und Seerosen gesäumte Ufer, eingerahmt von dichtem Wald.

Großer Kotzower See – Granzower Möschen 

Es folgt der Große Kotzower See. An seinem Südostufer gibt es die Möglichkeit, an Land zu gehen. Die Stelle ist leicht zu finden, da der Schilfgürtel durchbrochen und das Ufer nicht bewachsen ist.

Der nächste Teilabschnitt ist ein wahres Seerosenparadies. Eine schmale Gasse führt durch dichte Schilfgürtel. Seerosen schaukeln mit ihren großen Blättern und weißen Blüten im Takt der Wellen. Nachdem man bereits einige Minuten an Schilf und Seerosen vorbeigepaddelt ist, öffnet sich an der Westseite ein Pfad durch den Seerosenteppich. Es schließt der Kleine Kotzower See an – eine Sackgasse inmitten von Seerosen. Nach diesem kleinen Abstecher ist Granzow die nächste Etappe. Im Granzower Möschen liegt eine Insel, die von beiden Seiten umfahren werden kann. Am Ostufer liegt der Ferienpark Mirow. Im Sommer herrscht hier buntes Treiben. Ob Badestelle, Spielplatz, Minigolf, Beachvolleyballfeld oder Angelsteg – Kinder können hier ausgelassen spielen. Go-Karts fahren kreuz und quer durch den Park und können an mehreren Stationen geliehen werden. Zudem gibt es mehrere Restaurants und eine Hotelterrasse mit Café. Am Ortsausgang befindet sich eine Fischräucherei.

Direkt hinter dem Badestrand liegt die Kanustation Granzow mit angeschlossenem Biwakplatz, auf dem Kanuten ihre Zelte aufschlagen können. Sanitäranlagen und eine kleine Schlechtwetterhütte stehen den Gästen zur Verfügung. Wer hier über Nacht bleibt, sollte vor allem abends die Ohren spitzen: Wenn die Nacht hereingebrochen ist, hört man häufig ein dumpfes Geräusch, als würde jemand in eine Flasche pusten. Das ist die Rohrdommel, ein Vogel, der im Schilf lebt und durch sein Gefieder kaum sichtbar ist.

Granzower Möschen – Mirower See

Die Tour führt weiter am Ostufer entlang. Nachdem die Bootsschuppen passiert sind, schließt ein dicht bewaldetes Verbindungsstück an. Es führt zum langgezogenen Mirower See. Gleich rechts (Westen) zweigt eine große Bucht ab. Wer dort hinein fährt, gelangt zur Jugendherberge und zum Zeltplatz, jedoch nicht nach Mirow. Richtung Stadt geht es weiter gen Süden. Als erstes sind die Kirchturmspitze und Schlossinsel sichtbar. Doch bis dahin muss man die Paddel noch einige Male durchs Wasser ziehen. Am Ostufer passiert man zunächst einen Yachthafen und etwas weiter südlich das Strandhotel mit Bootssteg und eintrittsfreiem Strandbad. Am westlichen Ufer befindet sich eine Wasserskistrecke. Schilder weisen auf die Begrenzung hin und das Befahren sollte vermieden werden. Direkt an der Schlossinsel liegt ein weiterer Bootshafen. Um die Anlegestelle von MüritzKanu zu erreichen, fährt man westlich an der Schlossinsel vorbei. Einige Paddelschläge später kommt das Schlosshotel zum Vorschein. Direkt daneben – an der Station von MüritzKanu – endet die kurze Reise per Kanu durch den Müritz-Nationalpark.

Eine weitere Kanu-Tour durch den Müritz-Nationalpark finden Sie hier.

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Länge: 14 km
Dauer: 1-2 Tage
Route: Bolter Schleuse – Carpsee – Woblitzsee – Leppinsee – Großer Kotzower See – Kleiner Kotzower See – Granzower Möschen – Mirower See

Kanuverleih: MüritzKanu, Am Bolter Kanal, 7248 Boeker Mühle, Tel. (03 98 23) 2 70 89, www.mueritzkanu.de

Die Alte Fahrt gehört zu den beliebtesten Strecken, um die Region der Müritz mit dem Kanu zu erkunden. Sie führt durch weiß blühende Seerosenfelder, vorbei an dichten Schilfgürteln und streift die Kernzone des Müritz-Nationalparks. Schmale Kanäle verbinden die Seenkette. Für Motorboote sind weite Strecken gesperrt. Die 14 Kilometer zwischen Bolter Schleuse und Mirow können in einer Tagestour gepaddelt werden.

Von der Bolter Schleuse mit dem Kanu hinein in den Müritz-Nationalpark

Der gut gelaunte Sven Haack empfängt seine Gäste in der Station vom MüritzKanu an der Bolter Schleuse. Auf der großen Wiese mit kleinem Strand warten viele bunte Kanus auf einen Ausflug in die Alte Fahrt. Geübte Paddler können mit dem Kanu auch in die Gegenrichtung zur Müritz starten. Wer Richtung Mirow aufbricht, muss als erstes sein Kanu auf eine Lore packen und eine wenig befahrene Straße überqueren. Die Mitarbeiter von MüritzKanu helfen dabei. Der Bolter Kanal fließt an dieser Stelle auf einer Länge von rund 150 Metern unter der Erde entlang. Direkt unterhalb der Straße befindet sich die Einlassstelle.

Nachdem das Kanu zu Wasser gelassen wurde, beginnt eine ruhige, fast beschauliche Fahrt durch den Kanal. Die Zweige der Bäume wiegen im Wasser. Vogelgezwitscher dringt aus dem Blätterdach hervor und bildet die einzige Geräuschkulisse. Mit etwas Glück huschen die unverkennbar bunt gefiederten Eisvögel vorbei.

Hier beginnt der Müritz-Nationalpark. Einige Verhaltensregeln sind zum Schutze der Natur unbedingt einzuhalten: Die Ufer dürfen nicht betreten werden. Ein Durchfahren der Schilfgürtel und Seerosenfelder ist strengstens untersagt. Für das Überqueren der Seen weisen Tonnen den Weg. Ein Befahren außerhalb der Betonnung ist untersagt.

Der Kanal endet mit einer Schilfgasse, bevor er in den Caarpsee mündet. Die Weiterfahrt findet etwas weiter südlich auf der gegenüberliegenden Seeseite statt. Eine grüne Tonne weist den Weg. Nachdem die Reuse umfahren wurde, schlängelt sich eine schmale Gasse durch den Schilfgürtel. Ein Kanal schließt an – mit Bäumen dicht bewachsen und damit, vor allem im Sommer, wohltuend schattig. Er mündet in den größten See der Tour: den Woterfitzsee. Bei Westwind ist Vorsicht geboten, da sich hier leicht eine Welle aufbauen kann.

Woterfitzsee – Leppinsee

Die Einfahrt zum See ist durch ein Gitter begrenzt, damit Motorboote nicht passieren können. Kanus gelangen ohne Problem darüber hinweg. Der nördliche Teil des Sees gehört ebenfalls zur Kernzone des Müritz-Nationalparks und darf nicht befahren werden. Tonnen weisen den Kanuten den Weg auf die andere Seeseite. Die von Schilf umwachsene Miniinsel wird nördlich umfahren. Ihr Betreten ist verboten. Der Seeausgang liegt am südlichen Ufer. Wie ein langgezogener, umgedrehter Stiefel schließt, eingerahmt von dichten Wäldern, der Leppinsee an. Am östlichen Seeufer des langen Schafts werden zuerst einige Bootshäuser sichtbar.

Noch etwas weiter südlich liegt die Kanustation Paddel Paul. Hier ist der erste Stopp der Tour möglich. Zeit, die Arme etwas auszuruhen und sich am Imbiss zu stärken. Es gibt Pommes, Bockwurst, Kaffee und Bier. Ein kleiner Strand und ein paar Sitzbänke lassen hier gut pausieren. Außerdem befindet sich circa 200 Meter weiter südlich ein Waldcampingplatz mit kleiner Einkaufsmöglichkeit und Gaststätte. Die nächsten Restaurants gibt es in Granzow. Bis dahin ist es ungefähr genauso weit wie die Strecke, die wir bereits zurückgelegt haben. Bei Paddel Paul gibt es auch einen Anlegesteg für Ausflugsdampfer, die bis hier fahren dürfen. Motorbootverkehr ist nur den Anliegern erlaubt und in der Kernzone des Nationalparks streng verboten.

Nach der Pause wartet der langgezogene, schmale Leppinsee darauf, durchpaddelt zu werden. An seinem südlichen Ende schließt das wunderschön idyllische Verbindungsstück Mössel an. Das Kanu schlängelt sich in diesem Bereich durch von Schilf und Seerosen gesäumte Ufer, eingerahmt von dichtem Wald.

Großer Kotzower See – Granzower Möschen 

Es folgt der Große Kotzower See. An seinem Südostufer gibt es die Möglichkeit, an Land zu gehen. Die Stelle ist leicht zu finden, da der Schilfgürtel durchbrochen und das Ufer nicht bewachsen ist.

Der nächste Teilabschnitt ist ein wahres Seerosenparadies. Eine schmale Gasse führt durch dichte Schilfgürtel. Seerosen schaukeln mit ihren großen Blättern und weißen Blüten im Takt der Wellen. Nachdem man bereits einige Minuten an Schilf und Seerosen vorbeigepaddelt ist, öffnet sich an der Westseite ein Pfad durch den Seerosenteppich. Es schließt der Kleine Kotzower See an – eine Sackgasse inmitten von Seerosen. Nach diesem kleinen Abstecher ist Granzow die nächste Etappe. Im Granzower Möschen liegt eine Insel, die von beiden Seiten umfahren werden kann. Am Ostufer liegt der Ferienpark Mirow. Im Sommer herrscht hier buntes Treiben. Ob Badestelle, Spielplatz, Minigolf, Beachvolleyballfeld oder Angelsteg – Kinder können hier ausgelassen spielen. Go-Karts fahren kreuz und quer durch den Park und können an mehreren Stationen geliehen werden. Zudem gibt es mehrere Restaurants und eine Hotelterrasse mit Café. Am Ortsausgang befindet sich eine Fischräucherei.

Direkt hinter dem Badestrand liegt die Kanustation Granzow mit angeschlossenem Biwakplatz, auf dem Kanuten ihre Zelte aufschlagen können. Sanitäranlagen und eine kleine Schlechtwetterhütte stehen den Gästen zur Verfügung. Wer hier über Nacht bleibt, sollte vor allem abends die Ohren spitzen: Wenn die Nacht hereingebrochen ist, hört man häufig ein dumpfes Geräusch, als würde jemand in eine Flasche pusten. Das ist die Rohrdommel, ein Vogel, der im Schilf lebt und durch sein Gefieder kaum sichtbar ist.

Granzower Möschen – Mirower See

Die Tour führt weiter am Ostufer entlang. Nachdem die Bootsschuppen passiert sind, schließt ein dicht bewaldetes Verbindungsstück an. Es führt zum langgezogenen Mirower See. Gleich rechts (Westen) zweigt eine große Bucht ab. Wer dort hinein fährt, gelangt zur Jugendherberge und zum Zeltplatz, jedoch nicht nach Mirow. Richtung Stadt geht es weiter gen Süden. Als erstes sind die Kirchturmspitze und Schlossinsel sichtbar. Doch bis dahin muss man die Paddel noch einige Male durchs Wasser ziehen. Am Ostufer passiert man zunächst einen Yachthafen und etwas weiter südlich das Strandhotel mit Bootssteg und eintrittsfreiem Strandbad. Am westlichen Ufer befindet sich eine Wasserskistrecke. Schilder weisen auf die Begrenzung hin und das Befahren sollte vermieden werden. Direkt an der Schlossinsel liegt ein weiterer Bootshafen. Um die Anlegestelle von MüritzKanu zu erreichen, fährt man westlich an der Schlossinsel vorbei. Einige Paddelschläge später kommt das Schlosshotel zum Vorschein. Direkt daneben – an der Station von MüritzKanu – endet die kurze Reise per Kanu durch den Müritz-Nationalpark.

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