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Versicherung von Hausbooten

Versicherung von Hausbooten

Experten-Interview zur Versicherung von Hausbooten

Der Traum vom Leben auf dem Wasser mit dem Komfort, den ein konventionelles Haus bietet, reizt immer mehr Menschen. Und das nicht nur in sonnenverwöhnten Gegenden. Selbst Großstädte wie Hamburg oder Berlin reagieren auf den Trend. Sie machen es möglich, innenstadtnah auf dem Wasser zu wohnen. Diese Art des Lebens und Wohnens gilt bei vielen als Inbegriff der Freiheit. Im Expertengespräch mit Alexander Haaße von der Hamburger Yachtversicherung geben wir Antworten zur Versicherung von Hausbooten. So kann die Absicherung dieser tollen Wohnmöglichkeit für Eigner von Hausbooten gelingt.

„Hallo Herr Haaße, zunächst einmal stellt sich die Frage, worauf sollte ich bei dem Kauf eines Hausbootes achten?“

Schönen guten Tag. Die Nachfrage nach dem Erwerb von Hausbooten ist in den letzten Jahren  rasant angestiegen, sodass es eine Vielzahl von Herstellern gibt. Auch diverse Bootshändler reagieren und haben den Vertrieb von Hausbooten in Ihr Portfolio aufgenommen. Die Art der Hausboote reicht dabei vom Ausbau eines alten Binnenschiffes bis hin zu modernen und sehr kostspieligen Individualbauten. Besonderen Wert sollten Sie vor Erwerb neben den technischen Grundlagen – wie etwa dem Aufbau der Rümpfe oder aber die Verlegung der Elektronik – auch auf die Wahl Ihres Liegeplatzes legen. Nichts ist ärgerlicher, als einen Rumpf zu kaufen, welcher lediglich aus einer großen Schwimmkammer besteht, die beim ersten Leck vollläuft und das Kentern des Hausbootes verursacht.

Wichtig ist außerdem, dass die Funktionalität vor dem Design stehen sollte. Wir erklären Ihnen dieses gerne am Beispiel der Klampen. Diese sind idealerweise nicht nur auf das Deck geschraubt, sondern durchgebolzt oder aber sogar fest mit der Struktur des Hausbootes verschweißt. Decksluken müssen so konstruiert sein, dass überkommendes Wasser nicht die Rümpfe fluten kann. Da Hausboote im Vergleich zu Motor- oder Segelyachten einen anderen Gewichtsschwerpunkt und eine größere Windangriffsfläche haben, sollten Sie bei der Wahl Ihres Liegeplatzes darauf achten aus welcher Richtung der Wind in der Regel kommt und wie Sie Ihr Hausboot dort platzieren. Dieses beinhaltet natürlich auch mögliche Wellenhöhen, die am Liegeplatz auftreten können.

„Sie sprechen den Vergleich zu Motor- & Segelyachten an. In diesem Zusammenhang kennen wir einen klassische Yacht-Kasko-, sowie Yacht-Haftpflicht-Versicherung. Sind diese Produkte auch etwas für die Versicherung von Hausboot Versicherung?

Ja da können definitiv Parallelen gezogen werden. Aufgrund des entstanden Trends zur Anschaffung von Hausbooten haben auch die Versicherer und entsprechen Versicherungsmakler reagiert und erweiterte Produkte entwickelt. Grundsätzlich gilt aber: Das schwimmende Haus wird ähnlich wie eine Yacht mit einer Kasko-Versicherung zu einem gemeinsam festgelegten Wert, sowie einer Haftpflichtversicherung versichert. Optional können noch Rechtsschutz- und Insassenunfallversicherungen abgeschlossen werden.

„Kommen wir einmal auf die Kaskoversicherung zu sprechen. Wofür ist diese relevant?“

Das im Wasser liegende Hausboot selbst als auch dessen Inhalte sollen natürlich gegen diverse Gefahren abgesichert sein, wie beispielsweise Feuer, Sturm, Hagel, Einbruch etc., aber zusätzlich auch gegen das Kentern und Sinken. Diese Inhalte bieten wir den Kunden über die echte All-Gefahren-Deckung an. Viele Kaskoverträge listen sonst nur spezielle Einzelgefahren auf (z.B. Brand, Blitzschlag, Explosion, Strandung, das Brechen von Masten, Propeller und Wellenschäden, höhere Gewalt, Naturkatastrophen, Schaden an der Maschine durch Wassereinbruch/Sinken etc.). Diese Schäden sind selbstverständlich auch bei uns versichert. Darüber hinaus bietet eine All-Gefahren-Deckung aber noch wesentlich mehr Versicherungsschutz. Sollte es einmal zu einem Teilschaden kommen sollten diese Schäden zwingend ohne Abzüge „Neu für Alt“ beglichen werden.

Das bedeutet in der Praxis eine Neuwertentschädigung, so dass der Zeitwert des beschädigten Teiles keine Rolle spielt. Natürlich sollte die Versicherungssumme auch als unanfechtbare „Feste Taxe“ – ohne Einschränkungen wie Neuwert-Kaufpreis-Zeitwert – vereinbart werden. Nichts ist ärgerlicher als ein Boot zwar zum Kaufpreis/Neuwert zu versichern, aber nach einem Totalverlust nach 5 Jahren nur noch den Zeitwert zu erhalten. Wir umgehen dies, indem bei uns die feste Taxe ohne jegliche zeitliche Begrenzung, also für eine unbefristete Dauer, gilt und somit die unanfechtbare feste Taxe im Totalverlust auch ausgezahlt wird.

„Sie sprechen von einer Festen Taxe. Bei einer Neuanschaffung ist die Findung der Versicherungssumme bestimmt relativ einfach. Aber wie schaut es mit gebrauchten Hausbooten aus, wo ich als Eigner noch diverse Umbauten vornehme? Wie funktioniert es in der Praxis mit der Findung der Versicherungssumme?“

Bei Neubauten oder Käufen von bestehenden Objekten ist die Festlegung auf eine Versicherungssumme, der unanfechtbaren Festen Taxe, relativ einfach – es werden die Werte geprüft und dementsprechend in Absprache mit dem Eigentümer festgelegt und dokumentiert. Bei älteren Umbauprojekten schaut sich häufig ein Sachverständiger das Hausboot an und wird dann einen Wert ermitteln, der als unanfechtbare Feste Taxe angesetzt wird. Selbstverständlich werden die geleisteten Investitionen des Eigners hierbei berücksichtigt.

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