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Familientörn – Einmal Elbe und zurück

Familientörn – Einmal Elbe und zurück

Bootstörn – von Berlin über Brandenburg/Havel, Tangermünde, Havelberg und Rathenow

Lesedauer des Beitrags: 7 Minuten

„Hoffentlich akzeptiert er die Rettungsweste.“ Das ist meine größte Sorge vor unserer ersten Bootstour als junge Familie. Unsere Familie, das sind ich und mein Mann Martin und „er“, unser Sohn Ben. Außerdem begleiten uns zwei gute Freunde und erfahrene Freizeitkapitäne – Christoph und Daniel. Von einem bereits länger zurückliegenden Bootstörn – damals noch ohne Kind – wissen wir: Hausbootfahren ist die pure Entschleunigung, Erholung satt und Natur erleben – ohne Stress und Hektik. Wie sich das allerdings mit einem Zweieinhalbjährigen an Bord vertragen soll, der eigentlich nie still sitzt und einen immerwährenden Entdeckungsdrang verspürt, ist zu Beginn der Reise noch unvorstellbar. Andererseits: Wo gibt es mehr zu entdecken als bei einer Bootsfahrt?

So beginnt unser Törn an der Marina Lanke in Berlin-Spandau. Zunächst gilt es das Boot zu „entdecken“. Die etwas ältere „Heruler“ ist gut in Schuss: Mit vier Doppel-Schlafplätzen, einem großen Essbereich mit Kochzeile, einem Bad und einer separaten Schrank-Toilette bietet das Gefährt ausreichend Platz für bis zu acht Personen. Die Panorama-Verglasung im Salon ermöglicht rundum eine sehr gute Aussicht und das Sonnendeck mit Steuerstand nebst Sonnensegel ist das Highlight des Schiffes. Es wird für den Rest des Urlaubs unser Lieblingsplatz.

Mit Kleinkind an Bord

Als wir nach der ersten Inspektion endlich ablegen, ist auf Havel und Wannsee reger Betrieb. Das tolle Wetter hat viele Segelbootsportler aufs Wasser gezogen. Wir lernen: Segelboote haben stets Vorfahrt. Das bedeutet, dass wir uns sehr aufmerksam einen Weg bahnen müssen. In Ufernähe sind tendenziell weniger Segler unterwegs und so kommen wir gut voran und erleben ein Drachenbootrennen aus der Nähe, passieren den Grunewaldturm, das Strandbad Wannsee aus der Ferne sowie die Pfaueninsel.

Unser Hausboot „Heruler“ vertäut im Elbhafen von Arneburg.

Nach dem aufregenden Vormittag genießt unser Sohn den ersten Mittagsschlaf an Bord. Geweckt wird er durch den Duft eines leckeren Essens, dass ich zwischenzeitlich in der Kombüse zubereitet habe: Schweinefilet in Rotwein-Balsamico-Soße mit Salat-Kartoffelstampf. Alle sind begeistert und gestärkt für die Weiterfahrt. Am Nachmittag lernt Ben schnell die wichtigsten Dinge auf dem Wasser kennen. Die roten und grünen Ballons im Wasser heißen Bojen, die weißen und blauen Ballons am Boot sind die Fender. Am meisten begeistern ihn jedoch die Seile an Bord, mit denen er interessiert spielt, solange sie nicht zum Anlegen oder Schleusen gebraucht werden.

Vorbei am beschaulichen Sacrow fah­ren wir den Sacrow-Paretzer-Kanal entlang bis nach Ketzin. Von nun an windet sich die Havel in weiten Bögen und teilt sich zuweilen um kleine Inseln herum. Eine malerische Landschaft: Längs der Ufer baden und picknicken Familien, Angler werfen ihre Routen aus und Pferde weiden unter schattenspendenden Bäumen. Brandenburg an der Havel, wo wir im Hafen „Havel Marin“ nächtigen. Die Anlage ist sehr gepflegt und überall verbreiten Palmen ein Karibik-Feeling, dafür sind die Preise auch etwas gehoben. Der späte Nachmittag wird für einen Spaziergang rund um die schöne Brandenburger Altstadt genutzt.

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